Der Dieb und das “Selfie”

Einbruch, Mord und Todschlag gibt es in Dubai genauso wie im Rest der Welt. Aber irgendwie doch anders. Weil in Dubai eben alles anders ist. Selbst Einbrüche und wie damit umgegangen wird.

Folgende Szene könnte sich in jedem Land abspielen: Eine Frau kommt am Abend zurück in ihre Wohnung, überrascht einen Einbrecher auf frischer Tat und ruft die Polizei.

So weit, so schlecht, so normal. Es ist der Rest der Geschichte, der irgendwie anders ist. Weiterlesen

Verschlimmbessert…

Wer im Ausland lebt muss zur deutschen Botschaft, wenn er etwas erledigen möchte, das mit Deutschland zu tun hat. Da in Dubai zwar sehr viele Deutsche leben, es aber nicht die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist (das ist Abu Dhabi) gibt es in Dubai keine Botschaft sondern ein Generalkonsulat. Was es nicht besser macht.

Ein Besuch beim Generalkonsulat war bis vor kurzem ungefähr so angenehm wie eine Weisheitszahn-OP ohne Narkose – und dauerte mindestens zehn Mal so lange. Stunde um Stunde saß man im Wartebereich des Generalkonsulats mit einem Nümmerchen in der Hand und wartete, dass die Visa-, Pass- und sonstige Begehren der Nümmerchen vor einem abgearbeitet wurden.

Besonders fies: Am Eingang des Konsulats wurde einem heimtückischerweise das Handy abgenommen. Stundenlange Wartezeiten ohne Handy in einer Zeit, in der die meisten Menschen es nicht mal eine Mahlzeit lang ohne ihr Smartphone aushalten. Brutal.

Doch seit Mitte Mai ist alles anders. Man kann nicht nur, nein, man muss beim Generalkonsulat einen Termin ausmachen, um zu erledigen, was nur das Konsulat erledigen kann. Nun könnte man meinen, ist doch prima, kein stundenlanges Warten mehr, einfach Termin ausmachen, hingehen, fertig.

Wenn es nur so einfach wäre. Musste ich doch bei meinem heutigen Besuch beim Konsulat feststellen, dass so ein Terminvergabesystem Auswirkungen hat. Dramatische Auswirkungen. Weltweit. Weiterlesen

Die wunderbare Socken-Reise

Zu Beginn des Jahres schrieb ich über den vergeblichen Kampf gegen liegengelassene Schuhe und stehengebliebene Gläser in meinem Haus. Nun werden die Kinder älter und das heißt natürlich nicht, dass sie einsichtiger werden und Dinge wegräumen würden. Es heißt schlicht, dass sie noch mehr rumliegen lassen. Zum Beispiel Socken. Die gehören zur Schuluniform und es gibt keinen überzeugenden Grund, warum man die wegräumen sollte, wenn man seine Schuhe stehen und liegen lässt, wo man gerade ist. Vor allem, wenn man eine Mutter hat, die das doch am liebsten tut.

Am vergangenen Wochenende habe ich die Socken aber mal nicht weggeräumt, sondern wollte sehen, was passiert, wenn ich sie einfach liegen lasse – mit verblüffenden Ergebnissen! Hier das Tagebuch der wunderbaren Socken-Reise: Weiterlesen

Tagesfreizeit

Es gibt bekanntlich Menschen, die über zu viel Tagesfreizeit verfügen und sich diese mit allerlei lustigen Beschäftigungen vertreiben. Da wäre zum Beispiel eine Dame aus Dubai, die sich die Mühe gemacht hat, 6 Methoden aufzuschreiben, wie man trotz fehlender Bänke in den Shopping-Malls ein Plätzchen für eine kurze Pause finden kann.

„Miss Red“ so der Name der Bankersatz-Finderin antwortete auf einen Leserbrief in einer Dubaier Tageszeitung, in dem sich ein Shopping-Mall-Besucher aufregte, dass die einst üblichen Sitzbänke in den Malls entfernt worden seien. Nun finde er beim Shopping keine Ruhe mehr, es sei denn er trinke einen Kaffee in einem der zahllosen Coffeeshops. Der Mann ging gar soweit, den Mall-Betreibern Arglist zu unterstellen und zu sagen, sie hätten die Bänke aus genau diesem Grund entfernt.

Sollte dem so sein, haben sie nicht mit dem erfinderischen Geist von „Miss Red“ gerechnet. Man könnte fast glauben, die Dame gehe nur zum Einkaufen um sich auszuruhen. Hier ihre Tipps für eine „erholsame“ Shopping-Tour auch ohne Bankangebot: Weiterlesen

Kundenservice

Ich musste letzthin ein Dokument aus Deutschland beglaubigen lassen, wie der geneigte Leser weiß. Sinn des Ganzen war natürlich, dieses Dokument in Dubai einzusetzen. Dies tat ich am Ostersonntag, denn Ostern findet in Dubai nicht statt und der Sonntag ist ein ganz normaler Arbeitstag. Geschlagene fünf Stunden saß ich mit meiner Vollmacht und der jüngeren Tochter im Kundenservice-Center des Bauträgers, der für das Wohngebiet, in dem wir wohnen, zuständig ist. Das Wohngebiet hat die Größe einer deutschen Kleinstadt und der Bauträger weitere Wohngebiete erschlossen, entsprechend riesig ist das Kunden-Center.

Fünf Arbeitstage werde die Bearbeitung meines Antrages dauern, ließ mich der Sachbearbeiter wissen, bevor ich ging. Zehn Arbeitstage später wurde ich langsam unruhig und rief beim Kunden-Center an, da mein Antrag eilig war – für mich, nicht für den Bauträger, natürlich.

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Jung-Mutter-Schreck

Wir wohnen seit acht Jahren in unserer Straße. Da ist es unvermeidlich, dass man irgendwann die Nachbarn kennt. Da diese Nachbarn allesamt sehr nett sind ergibt sich des öfteren ein kleiner, spontaner Plausch auf der Straße. So auch gestern und sogar mit großen Neuigkeiten: Eine Nachbarin hat eine Woche zuvor ihr erstes Baby bekommen. Es dauerte nicht lange und die gesamte weibliche Nachbarschaft hatte sich um den Kinderwagen geschart und bewunderte das Neugeborene, das seinen ersten Auftritt in der Nachbarschaft allerdings verschlief.

Die junge Mutter gab ihre “Geburtsgeschichte” zum Besten, die mit großen “Ohs” und “Ahs” kommentiert wurde, da sie unter anderem Höhepunkte wie das Platzen der Fruchtblase bei IKEA und einen Ehemann, der vor Aufregung das Krankenhaus nicht fand während seine Frau Wehen im Drei-Minuten-Takt hatte enthielt. Weiterlesen

“Stempeln” gehen auf Arabisch – Ein Drama in 4 Akten – Akt 4: Der Übersetzer

Akt 1

Akt 2

Akt 3

Wie zuvor erwähnt, musste das Zettelchen ins Arabische übersetzt werden. Aus Prinzip. Ob der Übersetzer überhaupt Englisch sprach, konnte ich nicht herausfinden, der Mann gab sich am Telefon und vor allem per Email äußerst wortkarg.

Ich sandte ihm also das Zettelchen als Email-Anhang und wartete ab. Nichts geschah. Auf meine ebenfalls per Email gesandte Nachfrage, ob er Zettelchen erhalten habe und wann und wo ich die Übersetzung abholen könne, erhielt ich folgende Antwort: Weiterlesen

“Stempeln” gehen auf Arabisch – Ein Drama in 4 Akten – Akt 3: Im Außenministerium

“Stempeln gehen auf Arabisch – Ein Drama in 4 Akten – Akt 1: Das Zettelchen braucht Stempel

“Stempeln” gehen auf Arabisch – Ein Drama in 4 Akten – Akt 2: Vor dem Außenministerium

Ich bin also drin, im Außenministerium. Ich trage dem Herrn am Empfang mein Begehr, dass ich einen Stempel auf mein Zettelchen möchte, vor und werde von ihm per Handzeichen in einen Warteraum verwiesen, wo ich eine Nummer ziehen soll.

Ich finde das sehr komisch, schließlich ist es 7.59 Uhr, das Amt mach erst um 8.00 Uhr auf und ich bin die Erste, da der Parkplatz draußen immer noch leer ist. Ich ziehe die Nummer 698. Weiterlesen