Die Polizei & Ich

Ach Jahre Dubai und nicht ein Autounfall – damit gehörte ich bis vor kurzem zu den ca. 0,000001 Prozent der Bevölkerung, die noch keine Bekanntschaft mit der Verkehrspolizei in Dubai gemacht haben. Die Betonung liegt auf “gehörte”, denn statt endlich den Orden für vorbildliches Fahren in einer Stadt, in der es Verkehrsregeln nur gibt, damit sie gebrochen werden können, zu bekommen hatte ich einen Unfall.

Es geschah bei der Ausfahrt aus einer der für Dubai typischen Kreisverkehre: Ich war schon fast draußen als es krachte. Ein Taxi war meinem kleinen, himmelblauen Auto seitlich hinten in den “Popo” gefahren. Weiterlesen

Mein Freund, der Hund

Seit einigen Wochen gehen bei mir im Haus die Handwerker ein und aus. Und selbstverständlich sind auch die Handwerker in Dubai anders als anders wo. Die Herren, die allesamt aus Indien stammen, erscheinen bevorzugt im Rudel (sprich mindestens zu fünft), stehen gerne rum und überprüfen durch intensives Starren den Zustand der Luft im Haus. Natürlich arbeiten sie auch – wenn sie wirklich gar nichts anderes zu tun finden, vermessen sie die Wände fünf Mal nacheinander, um nach fünf verschiedenen Ergebnissen einen Schätzwert zu nehmen.

All dies geschieht allerdings erst seitdem sie die Angst vor der furchteinflößenden Höllenbestie, die bei mir im Haus wohnt, verloren haben. Diese Bestie sieht so aus: Weiterlesen

Der feine Unterschied

In Dubai bewegt man sich nicht gern. Braucht man auch nicht. Man kann sich wirklich alles nach Hause liefern lassen, Rechnungen am Computer bezahlen und in den Malls stehen die Autos in zweiter und dritter Reihe und warten auf einen freien Parkplatz direkt am Eingang während die Parkreihen im hinteren Bereich gähnend leer sind. Selbst der leere Tank nach der Parkplatz-Warte-Orgie wird einem von einer freundlichen Service-Kraft gefüllt, die auch gleich abkassiert. Wenn man schon aus dem Haus muss, dann bitte wenigstens nicht aus das Auto verlassen.

Selbstverständlich gilt diese Bewegungsvermeidung nur im Alltag – die Fitnessstudios brummen, in den Morgenstunden sieht die Bürgersteige oder Parkwege kaum, so viele Jogger sind unterwegs. Wenn es um Bewegung geht, muss man eben einen feinen aber kleinen Unterschied machen. Weiterlesen

Sommer, Sonne, Überraschung!

Der Mensch ist bekanntlich ein Gewohnheitstier und daran ändert auch die Hitze in der Wüste nichts. Im Gegenteil. Gerade diese Hitze ist es, die in Dubai zu einem Ritual führt, dass sich jeden Sommer so sicher wiederholt wie die Temperaturen über 50 Grad steigen: Das „Wann-wird-es-dieses-Jahr-eigentlich-Sommer?-Ritual“.

Es beginnt ganz unschuldig Anfang April. Man läuft über die Straße oder durch die Mall, trifft zufällig Nachbarn, Freunde oder Bekannte und wirft sich ein fröhliches: „Ist das Wetter nicht herrlich?“ zu. Und das zu Recht, denn es sind grandiose 26 Grad, die Sonne scheint, ein Lüftlein weht und die Abende sind so lau, dass man nie wieder ins Haus gehen möchte.

Das Gegenüber schließt sich zunächst der strahlenden Sonnenfreunde an, lässt dann jedoch einen kleinen Schatten über das Gesicht huschen und verkündet mit leicht verdüsterter Stimme Weiterlesen

Der Dieb und das “Selfie”

Einbruch, Mord und Todschlag gibt es in Dubai genauso wie im Rest der Welt. Aber irgendwie doch anders. Weil in Dubai eben alles anders ist. Selbst Einbrüche und wie damit umgegangen wird.

Folgende Szene könnte sich in jedem Land abspielen: Eine Frau kommt am Abend zurück in ihre Wohnung, überrascht einen Einbrecher auf frischer Tat und ruft die Polizei.

So weit, so schlecht, so normal. Es ist der Rest der Geschichte, der irgendwie anders ist. Weiterlesen

Verschlimmbessert…

Wer im Ausland lebt muss zur deutschen Botschaft, wenn er etwas erledigen möchte, das mit Deutschland zu tun hat. Da in Dubai zwar sehr viele Deutsche leben, es aber nicht die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist (das ist Abu Dhabi) gibt es in Dubai keine Botschaft sondern ein Generalkonsulat. Was es nicht besser macht.

Ein Besuch beim Generalkonsulat war bis vor kurzem ungefähr so angenehm wie eine Weisheitszahn-OP ohne Narkose – und dauerte mindestens zehn Mal so lange. Stunde um Stunde saß man im Wartebereich des Generalkonsulats mit einem Nümmerchen in der Hand und wartete, dass die Visa-, Pass- und sonstige Begehren der Nümmerchen vor einem abgearbeitet wurden.

Besonders fies: Am Eingang des Konsulats wurde einem heimtückischerweise das Handy abgenommen. Stundenlange Wartezeiten ohne Handy in einer Zeit, in der die meisten Menschen es nicht mal eine Mahlzeit lang ohne ihr Smartphone aushalten. Brutal.

Doch seit Mitte Mai ist alles anders. Man kann nicht nur, nein, man muss beim Generalkonsulat einen Termin ausmachen, um zu erledigen, was nur das Konsulat erledigen kann. Nun könnte man meinen, ist doch prima, kein stundenlanges Warten mehr, einfach Termin ausmachen, hingehen, fertig.

Wenn es nur so einfach wäre. Musste ich doch bei meinem heutigen Besuch beim Konsulat feststellen, dass so ein Terminvergabesystem Auswirkungen hat. Dramatische Auswirkungen. Weltweit. Weiterlesen

Die wunderbare Socken-Reise

Zu Beginn des Jahres schrieb ich über den vergeblichen Kampf gegen liegengelassene Schuhe und stehengebliebene Gläser in meinem Haus. Nun werden die Kinder älter und das heißt natürlich nicht, dass sie einsichtiger werden und Dinge wegräumen würden. Es heißt schlicht, dass sie noch mehr rumliegen lassen. Zum Beispiel Socken. Die gehören zur Schuluniform und es gibt keinen überzeugenden Grund, warum man die wegräumen sollte, wenn man seine Schuhe stehen und liegen lässt, wo man gerade ist. Vor allem, wenn man eine Mutter hat, die das doch am liebsten tut.

Am vergangenen Wochenende habe ich die Socken aber mal nicht weggeräumt, sondern wollte sehen, was passiert, wenn ich sie einfach liegen lasse – mit verblüffenden Ergebnissen! Hier das Tagebuch der wunderbaren Socken-Reise: Weiterlesen

Tagesfreizeit

Es gibt bekanntlich Menschen, die über zu viel Tagesfreizeit verfügen und sich diese mit allerlei lustigen Beschäftigungen vertreiben. Da wäre zum Beispiel eine Dame aus Dubai, die sich die Mühe gemacht hat, 6 Methoden aufzuschreiben, wie man trotz fehlender Bänke in den Shopping-Malls ein Plätzchen für eine kurze Pause finden kann.

„Miss Red“ so der Name der Bankersatz-Finderin antwortete auf einen Leserbrief in einer Dubaier Tageszeitung, in dem sich ein Shopping-Mall-Besucher aufregte, dass die einst üblichen Sitzbänke in den Malls entfernt worden seien. Nun finde er beim Shopping keine Ruhe mehr, es sei denn er trinke einen Kaffee in einem der zahllosen Coffeeshops. Der Mann ging gar soweit, den Mall-Betreibern Arglist zu unterstellen und zu sagen, sie hätten die Bänke aus genau diesem Grund entfernt.

Sollte dem so sein, haben sie nicht mit dem erfinderischen Geist von „Miss Red“ gerechnet. Man könnte fast glauben, die Dame gehe nur zum Einkaufen um sich auszuruhen. Hier ihre Tipps für eine „erholsame“ Shopping-Tour auch ohne Bankangebot: Weiterlesen

Kundenservice

Ich musste letzthin ein Dokument aus Deutschland beglaubigen lassen, wie der geneigte Leser weiß. Sinn des Ganzen war natürlich, dieses Dokument in Dubai einzusetzen. Dies tat ich am Ostersonntag, denn Ostern findet in Dubai nicht statt und der Sonntag ist ein ganz normaler Arbeitstag. Geschlagene fünf Stunden saß ich mit meiner Vollmacht und der jüngeren Tochter im Kundenservice-Center des Bauträgers, der für das Wohngebiet, in dem wir wohnen, zuständig ist. Das Wohngebiet hat die Größe einer deutschen Kleinstadt und der Bauträger weitere Wohngebiete erschlossen, entsprechend riesig ist das Kunden-Center.

Fünf Arbeitstage werde die Bearbeitung meines Antrages dauern, ließ mich der Sachbearbeiter wissen, bevor ich ging. Zehn Arbeitstage später wurde ich langsam unruhig und rief beim Kunden-Center an, da mein Antrag eilig war – für mich, nicht für den Bauträger, natürlich.

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