Piiiiiieeeeep!

Ein ganz normaler Morgen vor einigen Wochen. Panik. Hetze. Ungemach. Dazwischen das Läuse-Kind, das dank nicht-wirkendem Läuse-Shampoo Nr.1 am Tag zuvor von der Schule nach Hause geschickt worden war und nun gemütlich am Frühstückstisch sitzt, denn es darf/muss nochmal daheim bleiben und auf eventuell auch dem zweiten Läuse-Mittel trotzende Krabbeltiere achten.

Ich habe bereits einen großen Teil meines Arbeitstages vor dem Arbeitstag geschafft und habe Frühstück gemacht, Pausenbrote geschmiert, die Spülmaschine ausgeräumt, Wäsche gefaltet, war mit dem Hund und bin nun fast auf dem Weg zur Arbeit. Da passiert es. Ein ohrenbetäubendes Piepen schallt durchs Haus und ich falle fast die Treppe runter, auf der ich gerade stehe. Was kann das sein? Weiterlesen

Im wilden Osten

Es gibt Momente im Leben, da fühlt man sich unbesiegbar (z.B. wenn das Kind nach der dritten Behandlung mit dem vierten Mittelchen endlich Läuse-frei ist), es gibt Momente, da fühlt man sich frei (z.B. wenn man mit dem Hund am frühen Samstagmorgen durch den Wald läuft und das Wochenende noch unendlich zu sein scheint), es gibt Momente, da fühlt man sich jung (z.B. wenn man das gleiche Lied wie die vorpubertierende Tochter im Radio mitsummt, obwohl man nach Einschätzung eben jener Tochter die Dinosaurier in der eigenen Kindheit noch live gesehen hat) und es gibt Momente, da fühlt man sich irgendwie alt. Sehr alt.  Weiterlesen

Das Ende

Nein, nicht des Blogs – obwohl man das meinen könnte, solange habe ich nichts geschrieben. Es geht um ein Ereignis, so traumatisch, dass ich dafür sogar meinen Blog wieder belebe. Naja. Gut. Ehrlicherweise gesagt will ich mich nur ablenken, denn überall…ihr werdet gleich sehen.

9 Jahre, 6 Monate, 7 Tage und 10 Stunden haben wir es geschafft, bevor das Ende kam. 9 geschlagene Jahre (plus die Monate, Tage, Stunden) waren wir der Fels in der Brandung, während der Feind einen nach dem anderen in unserem Umfeld in die Knie zwang. Nur wir – und einige wenige andere Überlebende – trotzten ihm. Eine Aura der Unbesiegbarkeit, der Unbeugsamkeit umgab uns, immer wieder wurden wir gefragt: „Wie macht ihr das nur?“ Weiterlesen

Der letzte Tag

Irgendwann war er da – der letzte Tag in Dubai. Wie das so ist, verging die Zeit davor wie im Flug. Allerdings hatte ich auch einiges zu tun – z.B. kamen die Möbelpacker. Es war die Woche vor dem Abflug in die alte, neue Heimat und selbstverständlich war ich aufgeregt. Denn das verbleibende Hab und Gut musste nicht nur für die rund 4-wöchige Container-Schiffreise von Dubai nach Bremerhaven gut verpackt werden, sondern sollte im Anschluss noch mindestens 10 Monate eingelagert werden, solange nämlich bis wir unser endgültiges Heim in Deutschland beziehen würden. Selbstverständlich kam am Ende alles ganz anders als geplant, aber Gott sei Dank wusste ich das zu dem Zeitpunkt nicht. Weiterlesen

Verkaufsgenie – Teil II

Alles muss raus! Aus den Schränken raus war mein ganzer Krempel bereits und nun musste er noch raus aus der Küche bzw. dem Wohnzimmer und meinem Leben.

„Nichts einfacher als das!“, sagte ich entschlossen zu mir selber und stellte mein Hab und Gut auf einer Facebook-Seite ein, deren einziger Sinn und Zweck es ist, den ca. 35.000 Menschen, die in unserem damaligen Wohngebiet leben, eine Verkaufsplattform zu bieten. Mehrfach hatte ich dort bereits Spielsachen der Kinder mit Erfolg veräußert und da man aus Erfahrungen bekanntlich lernt, war ich dieses Mal so schlau, mich gar nicht erst auf ein „Können Sie das bitte für mich reservieren“ einzulassen (der sehr gedächtnisstarke Leser erinnert sich an das Schaukelpferd und seinen Verkauf) sondern schrieb entschieden, am folgenden Tag um Schlag Fünf Uhr Abends könne zu meinem Haus kommen, wer wolle und sich aus dem ganzen Plunder aussuchen was er wolle und es sogar – gegen Entgelt – mit nach Hause nehmen. Weiterlesen

Verkaufsgenie!

Um es gleich vorweg zu sagen – ein Verkaufsgenie bin ich nicht, aber das Internet.  Und so begab es sich, dass ich bevor ich Dubai für immer verlassen habe, auch sehr große Teile meines früheren Lebens dort gelassen habe. Der standhafte Leser erinnert sich (alle anderen können es hier nachlesen), dass eines Tages nach acht wunderbaren Jahren der Tag gekommen war, an dem ich die Augen nicht länger vor dem verschließen konnte, was die Sterne für mich vorgesehen hatten: Es war Zeit, nach Deutschland zurückzukehren.

Eine der ersten Fragen, die nach dem Entschluss aufkamen, war schlicht: Was nehme ich mit? Ein Ticket sicher hatten die Kinder und der Hund. Hinter dem dicken, schwarzen Kater stand ein großes Fragezeichen (Sonderbericht folgt), unser wunderschönes Haus konnte leider nicht mit (Sonderbericht über den Verkauf folgt) – aber was war mit dem Rest? Möbel, über die Jahre angesammelte Dekoration, Küchenkram, Bücher, Spielzeug? Weiterlesen

Ein Jahr? Ein Jahr! – Teil II

Wo waren wir stehengeblieben in der Saga „Mit Tieren auf Reisen“? Genau, ich hatte Hund und Katz gerade glücklich an ihre jeweiligen Flugbetreuer übergeben, die Tickets für sie bezahlt und überlegte, ob Alkohol helfen könne.

Dazu muss man ausführen, dass ich in den Wochen und Monaten vor dem Heimflug ein Haus in Dubai verkauft, meinen Hausstand nicht halbiert sondern geviertelt (Bericht folgt), einen Container mit den Resten auf die Reise geschickt, Schulen für meine Kinder in Deutschland gesucht und nicht gefunden und Freunde unter Tränen verabschiedet hatte –  all das hat mich deutlich weniger gestresst als die Frage, wie und ob ich meine acht Pfoten heil nach Berlin kriegen würde.

Entsprechend war der Gedanke an Hochprozentiges – es war mittlerweile 1 Uhr Nachts – durchaus angebracht. Wie bereits erwähnt, ich verzichtete darauf und schlich wie ein Untoter über den  Flughafen – wer mit Tieren reist, muss früh am Flughafen sein und so blieben mir satte 2 Stunden, die ich mit Zündholzklemmen in den Augenlidern verbrachte, bis zum Abflug. Irgendwann endlich sank ich erschöpft in den Flugzeugsitz und war bereit zu schlafen, als ein neuer, fürchterlicher Gedanke durch meinen Kopf schoss: Was, wenn die Tiere gar nicht in diesem, meinem Flieger nach Amsterdam waren, sondern wie falsch verfrachtetes Gepäck längst auf dem Weg nach China? Und man weiß ja, was die da gerne essen…. Weiterlesen

Ein Jahr? Ein Jahr!

Kann es wirklich sein, dass wir seit einem Jahr in Deutschland leben? War das nicht erst gestern, als ich mit Hund und dickem, schwarzen Kater ins Flugzeug gestiegen bin? Nein, es ist wirklich ein Jahr her – ein Blick auf das alte Flugticket und den dicken Stapel Papier, den es braucht, um einen Hund und eine Katze aus Dubai in die EU zu importieren, bestätigen, was der Blick auf den Kalender mich zuvor nur vermuten ließ – fast genau auf den Tag vor einem Jahr sind wir in Berlin gelandet.

Viel ist in diesem Jahr passiert, so viel, dass ich darüber doch tatsächlich vergaß, verdrängte und verschob, was ich so alles auf diesem Blog eigentlich hatte berichten wollen über die letzten Wochen in Dubai und die ersten in Berlin. Vielleicht gelingt das in der Zukunft wieder besser, vielleicht auch nicht, aber heute ist heute und gerade heute war die Erinnerung an den „Heimflug“ mit acht Pfoten so präsent, dass ich diese Erinnerung hier und jetzt aufschreibe. Weiterlesen

Aufstand gegen die Obrigkeit!

Die jüngere Tochter hat einen weiteren Meilenstein ihres jungen Lebens gemeistert: Sie kann lesen. Will heißen, sie kann die schöne, deutsche Sprache lesen. Englisch kann sie schon ein wenig länger, aber da sie erst seit diesem Jahr eine deutsche Schule besucht, hat sie das Lesen in ihrer Muttersprache erst kürzlich so richtig erlernt.

Und wie das so ist mit Kindern, liest sie jetzt, was ihr unter die Augen kommt. Weiterlesen