Nomen est omen

Also, ich habs ja so gar nicht mit Pflanzen. Ich habe keinen grünen, sondern einen schwarzen Daumen. Soll heißen, jede Pflanze, die auch nur in meine Nähe kommt, sieht ihrem baldigen Ende entgegen. Wenn ich eine Figur bei Harry Potter wäre, wäre ich wohl so eine Art Dementor für Plfanzen.

Es liegt aber nicht daran, dass ich mich nicht um meine Pflanzen kümmern will. Im Gegenteil, eine Zeitlang habe den Garten zu meinem Hobby erkoren, es aber irgendwann zum Wohle der Pflanzen doch wieder gelassen. Gott sei Dank kann man sich in Dubai einen Gärtner leisten, der sich für ein paar Euro im Monat um den Garten kümmert. Ich bin zwar nicht sicher, ob mein Gärtner wesentlich mehr Pflanzentalent hat als ich, aber da er dafür bezahlt wird, kann er nicht so leicht aufgeben und immerhin erhält er die meisten Pflanzen am Leben.

Lange Rede, kurze Sinn: Ich habe also keine Ahnung von Pflanzen. Im Gegenteil zu Jane, meiner Nachbarin. Genau diese Jane habe ich heute Morgen beim Hundespaziergang getroffen. Jane hat nicht einen, sondern zehn grüne Daumen und in ihrem Garten blüht und sprießt es als wäre es immer Frühling. Irgendwann habe ich den Fehler gemacht, Jane um Gartentipps zu bitten. Seitdem sehe ich zu, dass ich Jane aus dem Weg gehe, da ich sonst von ihr so mit guten Ratschlägen zu Pflanzensorten, Wunderdüngern und Blumenpflege zugeschüttet werde, dass ich vor Langeweile drohe, einzugehen wie eine Primel.

Heute morgen habe ich den Fehler gemacht, die Titelseite der Zeitung anzusehen als ich noch in der Einfahrt stand und schwupps, schon hatte Jane mich in ihren Fängen. Nach einer längeren Einführung über Pflanzen, die nicht gut nebeneinander wachsen – und die natürlich alle direkt nebeneinander in meinem Garten vor sich hin vegetieren – schlug Jane mir vor, doch lieber Mother-in-law’s-tongue zu pflanzen. Weil die so pflegeleicht seien.

Häh? Erstens, was bitte ist eine Schwiegermutterzunge? Zweitens, warum in drei Gottes Namen sollte ich irgendetwas, was mit einer Schwiegermutter zu tun hat, in meinen Garten pflanzen? Und drittens, Schwiegermutter und pflegeleicht, seit wann kann man das zusammen in einem Satz sagen?

Die gute Jane bemerkte meine Verwirrung und zog mich ein paar Häuser weiter. Dort standen sie, schön in Reih und Glied gepflanzt: jede Menge Schwiegermutterzungen. Ich werde sie auf keinen Fall in meinen Garten pflanzen, aber der Name ist perfekt. Nomen est Omen.

Und wer genau wie ich keine Ahnung von Pflanzen hat, so sehen die Schwiegermutterzungen aus:

Ich werde nie wieder eine spitze Bemerkung meiner Schwiegermutter hören können, ohne an die Pflanze zu denken.

Advertisements

12 Gedanken zu „Nomen est omen

  1. Schwiegermutterzungen ahhaa! Also ich habe zum Glück seit weit über 35 Jahren eine sehr nette Schwiegermutter 😉 Aber was ich so lese von dieser Schwiegermutter, ooojeee und wenn nur ein Teil davon nicht wahr ist oder/und übertrieben, dann tja, weiss ich auch nicht. Gut, dass die Schwiegermutter nicht nebenan wohnt.

  2. Toll, dann bist du ja genau richtig in der Wüste, denn dort wachsen die Pflanzen ja ohnehin nicht freiwillig, und wenn dann eben von hilfreichen Händen betreut (wir hatten auch einen Gärtner in Ägypten, der nach der Pflege unseres kleinen Rasenfleckchens die Colaflasche, die ich ihm zur Erfrischung gebracht habe, in selbiges entsorgt hat. Housekeeping war nicht seine Aufgabe, sondern die der Kollegen 🙂 )
    Das gärtnerische Talent scheint uns auch zu verbinden, denn meine Tochter bringt ihre Zimmerpflanzen zur Untermieterin, wenn sie verreist 🙂

    • Ich habe nicht mal Zimmerpflanzen…das ewige Ersetzen selbiger hat das Budget zu sehr strapaziert…;-). Und unser Gärtner hebt auch nur Blätter auf, wenn direkt daneben ein Stück Papier liegt fühlt er sich nicht zuständig….;-)

      • Ich habe auch keine Zimmerpflanzen, aber meine Tochter leidet unter meiner Unfähigkeit und hat sich welche zum Geburtstag gewünscht, was ich unter der Bedingung erfüllt habe, nicht mit der Pflege behelligt zu werden

    • Immerhin, manchmal wächst doch was ist glatte 100 Prozent mehr als bei mir.. Habe schon mal überlegt, ob ich wie Prince Charles mit meinem Pflanzen sprechen soll, befürchte aber die würden vor Schreck sofort eingehen…

  3. Hallo, da muss ich mich doch „outen“. Ich habe mindestens einen „grünen Daumen“ und bin darüber sehr glücklich. Ob im Haus oder im Garten, meine Pflanzen gedeihen aufs WUNDERvollste, manchmal bin ich direkt überrascht, so wie bei der Amaryllis, die eigentlich schon dreimal geblüht hat die letzten Monate und ich habe noch eine kleine Knospe entdeckt vor drei Wochen und jetzt habe ich eine, nein zwei, drei riesige tiefrote Blüten. Direkt schade, dass auch die rosa Azalee so unverdrossen üppig blüht, denn mit den Tulpen die in dieser Jahreszeit zu meiner Deko gehören, weiss ich fast gar nicht mehr, wohin mit den (blühenden Pflanzen). Die Amaryllis steht auf dem Küchenarbeitswagen, macht sich gut! 😉 Und wer hat schon so ein prächtiges Exemplar auf dem Küchenwagen? 🙂 Über den Garten schreibe ich vielleicht wenn es wieder wärmer ist, nur soviel: alles steht in den Startlöchern. Und wenn es nicht allzu kalt wird, so das einiges erfriert, ja dann wird es in wenigen Wochen eine Blütenexplosion geben in den winzig kleinen Gärtchen! Gerne würde ich allen, die nicht soviel „grünes Glück“ haben, etwas „abgeben“. Schönes Wochenende wünschend liebe Grüße!

    • Eine Amaryllis hatte ich auch mal. Die hat eigentlich ganz schön geblüht für ein oder zwei Tage (habe sie schon blühend aus dem Geschäft mitgenommen), dann ist ihr wohl klar geworden, dass sie für immer in meiner Küche stehen soll….was soll ich sagen, sie hat sich schnell in die ewigen Amaryllis-Jagdgründe aufgemacht….

      • Für ein oder zwei Tage? Dann trifft die Schuld den Verkäufer/Gärtner! Das gibt’s doch nicht! Die Amaryllis ist eigentlich Pflegeleicht. Sie liebt sonnige Plätze aber keine pralle Sonne, bei mir ist sie eigentlich überall zufrieden. Mein Problem ist, dass sich nichts in irgendwelche Jagdgründe aufmachen will, so z.B. die Weihnachtssterne. Spätestens ab Mitte März, kann/will ich sie aber nicht mehr sehen, obwohl sie mir einerseits leid tun, ich muss sie in die „ewigen Jagdgründe zwingen“. Gut, dass meine Orchideen sozusagen „Ganzjahrespflanzen“ sind. Es gibt übrigens wunderschöne Seidenblumen(pflanzen) Orchideen z.B. denen sieht man erst auf den 3. Blick an, dass sie nicht „echt“ sind. Damit könnte „Frau“ evtl. auch (bei Schwiegermutter 😉 punkten) LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s