Spurensuche – Der etwas andere Dubai-Krimi – Teil 3

Im Fall der vermissten Alana H. sind neue Beweise aufgetaucht. Spaziergänger haben eine Tüte mit blutiger Kleidung in einem Park nahe der Wohnung der vermissten Frau in „Al Waha“ gefunden und zur Polizei gebracht. Laboruntersuchungen bestätigten, dass das Blut an den Kleidungsstücken von Alana H. stammt.

Mittlerweile ist Edward H., der Ehemann der Vermissten, ins Visier der Fahnder geraten. Er wurde von einem Freund der Familie schwer belastet. Edward H. soll seine Frau wiederholt geschlagen und gegenüber dem Freund gesagt haben, dass „er es nicht mehr lange mit dem Drachen aushalte.“

Frauchen legte die Zeitung zur Seite. Wir waren von unserem Spaziergang zurück und sassen in der Küche beim Frühstück. Also, die anderen saßen beim Frühstück, ich lag auf der Erde und wartete auf meins.

„Wusste ich es doch. Der Mann hat die Frau umgebracht,“ sagte sie zufrieden zu sich selbst. Sie konnte ja nicht ahnen, dass ich gebannt zugehört hatte.

„Wir sind auf der richtigen Spur,“ sagte ich nicht minder zufrieden am Nachmittag zu Prince. „Sie haben blutverschmierte Sachen der Frau in einem Park bei „Al Waha“ gefunden.“

„Und „Al Waha“ ist nicht weit von unserer Wohnanlage entfernt!“ beendete Prince meinen Satz.

„Jetzt müssen wir nur noch unsere Menschen in das Haus bringen und der Fall ist gelöst!“ sagte ich euphorisch.

„Immer langsam mit den jungen Hunden,“ bremste Prince mich sofort aus. „Was ist, wenn der Mann die Leiche schon komplett entfernt hat? In eure Mülltonne? Dann sehen wir alt aus. Außerdem, warum kommt der Mann immer wieder? Nachts? Es fehlt noch ein großes Stück des Puzzles. Noch können wir die Menschen nicht darauf aufmerksam machen, was da direkt vor ihren Nasen passiert ist.“

***

In den nächsten Tagen buddelte Prince unermüdlich an seinem Tunnel, obwohl die Temperaturen sich den 50 Grad näherten und auf den kurzen Spaziergängen, die wir bei diesem Wetter unternehmen konnte, brannte der Asphalt unter meinen Pfoten und ich fühlte mich erschöpft. Aber nicht nur die glühende Hitze bremste meinen Enthusiasmus. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, was wir als Hunde noch tun sollten, um den Fall zu lösen. Tunnel hin oder her. Der nächste Zeitungsbericht, den Frauchen vorlas, ließ unseren „Fall“ zudem in einem ganz neuen Licht erscheinen: Die Welt war nicht nur schlecht, ich war auch noch ein dummer Hund.

Der Ehemann der vermissten Australierin Alana H. ist nach Angaben der Polizei bereits vor drei Tagen unter dringendem Tatverdacht, seine Frau ermordet zu haben, verhaftet worden. In seinem Auto wurden Blutspuren der Frau sichergestellt. Außerdem fanden die Ermittler eine blutige Axt, die im Garten des Hauses vergraben war.“

 Wenn Edward H. seit drei Tagen im Gefängnis saß konnte er kaum gleichzeitig die Leiche seiner Frau in Nr. 13 entsorgen dachte ich traurig. Wahrscheinlich war alles was in dem leeren Haus passierte vollkommen harmlos und wir nur zwei Hunde mit zu viel Phantasie.

„Es gibt kein Geheimnis,“ sagte ich denn auch überzeugt am nächsten Morgen zu Prince. Es tobte ein fürchterlicher Sandsturm, der wie zur Bestätigung dafür sorgte, dass auch der Geruch verschwunden war. Ich fasste den Zeitungsbericht für Prince zusammen, der meine Meinung allerdings nicht teilte.

„Ich weiß, dass da drüben etwas nicht stimmt und ich werde es herausfinden! Mein Tunnel ist bald fertig, dann löse ich den Fall. Mit dir oder ohne dich!“ Mit diesen Worten ließ Prince mich stehen.

***

In den darauf folgdenden  Tagen hörte und sah ich nichts von Prince. Längere Spaziergänge waren wegen des anhaltenden Sandsturms gestrichen und so verbrachte ich die meiste Zeit auf meinem Lieblingsplatz und versuchte, den im Dunst liegenden Burj Khalifa zu entdecken. Mein Leben als Hunde-Detektiv war aufregender gewesen, dachte ich traurig. In diesem Moment klingelte es an der Tür. Es war Prince Frauchen.

„Etwas Furchtbares ist geschehen. Prince ist vergiftet worden“.

„Um Himmels willen! Wie geht es ihm, er ist doch nicht etwa…“ Frauchen ließ den unfassbaren Rest des Satzes unausgesprochen.

„Nein, seit gestern Abend ist er über den Berg. Es geht ihm immer noch schlecht. Sie haben ihm den Magen ausgepumpt und er muss beim Tierarzt bleiben.“

Frauchen legte trösten den Arm um Prince schluchzendes Frauchen.

„Das ist ja so schrecklich. Habt ihr eine Ahnung, wo er das Gift gefressen hat?“

„Das ist es ja“, sagte Prince Frauchen. „Es macht alles keinen Sinn. Er hat diesen Tunnel rüber zum Nachbargrundstück gegraben und nur dort könnte er Gift gefressen haben. Aber das Haus steht leer, wer sollte da Gift auslegen?“

Für Prince Frauchen machte es vielleicht keinen Sinn, für mich schon. Aber ich wusste auch, dass ihr Nachbarhaus mitnichten leer stand. Wer immer dort wohnte, musste sich von Prince bedroht gefühlt haben. Egal, was in Nr. 13 vor sich ging, es war nichts Gutes. Prince hatte Recht gehabt. Zwar zweifelte ich weiter daran, dass die Geschehnisse etwas mit der vermissten Frau zu tun hatten, aber ich schuldete es Prince, herauszufinden was es war. Nur wie?

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