Dubai ohne Dunst

Dubai liegt so gut wie immer unter einer Dunstglocke. Mal ist sie stärker, mal schwächer, aber da ist sie eigentlich immer. Wenn ich morgens mit dem Hund spazieren gehe, gibt es eine Stelle, da kann oder besser gesagt könnte ich wunderbar das Burj Al Arab und den Burj Khalifa in der Entfernung sehen, wenn denn die Dunstglocke nicht wäre.

Morgen früh werde ich mal schauen, ob ich vielleicht perfekte Sicht habe, denn zumindest eine Art von Dunst sollte nicht über Dubai liegen: Zigarettenrauch! Der 31. Mai ist „Weltnichtrauchertag“ und in Dubai ist der Verkauf aller Tabakprodukte für einen Tag verboten. Insgesamt schlagen sich die Emirate recht gut, wenn es um den Nichtraucherschutz geht. Rauchen ist fast an allen öffentlichen Plätzen und Einrichtungen verboten.

Ich bin eine ziemlich militante Nichtraucherin, selbst wenn es mich in die Vereinsamung treibt. So habe ich zum Beispiel fünf Jahre Studium quasi ohne Besuch in meiner Studentenwohnung überstanden. Egal, wie viele Leute ich eingeladen hatte, ich saß immer allein bei mir auf dem Sofa, weil die anderen zum Rauchen auf den Balkon gehen mussten und meistens gleich dablieben, da die nächste Fluppe schon lockte.

Bis heute gehe ich in die Luft wie das HB-Männchen, wenn ich nur eine Zigarette sehe. Ich habe nicht unerhebliche Sorge, dass meine Kinder von meiner Antipathie dermaßen geprägt werden, dass sie als Teenager auf jeden Fall mit dem Rauchen anfangen werden.

Morgen wird also mein Tag. Wobei den Verkauf von Tabakprodukten verbieten leider nicht heißt, dass niemand nirgendwo rauchen darf. Ich befürchte, dass den Rauchern, die sich sicherlich vorher alle mit Zigaretten eingedeckt haben, genauso herzlich egal sein wird wie sonst, dass sie mich stören.

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20 Gedanken zu „Dubai ohne Dunst

  1. Ich stand letztens mit 3 Kolleginnen (alles Raucherinnen) in der Mittagspause auf dem Hof und sie unterhielten sich darüber, dass eine von ihnen abserviert worden war, weil der Typ nicht mit einer Raucherin zusammen sein wollte. Vollkommen empört waren sie, und meinten das wäre jawohl kein Trennungsgrund. Und ich stand daneben und dachte: Doch! Das kann definitiv zu einem Problem in der Beziehung werden.

  2. Wir in Bayern haben in Lokalen das totale Rauchverbot, keine Ausnahmen. Am Anfang war das komisch, was man da alles in den Lokalen gerochen hat. Altes Fett, den verschwitzten Kellner, Muff der Jahre. Da musste nachgebessert werden, jetzt ist alles gut. Heute würde ein Raucher eher auffallen. Aber, ich gebe es zu, in meinem Raucherzimmerchen geht ab und zu auch mal eine Cohiba drauf. Aber seltener als früher….

    • Als ich von Singapur nach Wien gezogen bin, hat mich fast der Schlag getroffen. Aus Singapur war ich auch totales Rauchverbot gewöhnt und auf einmal wurde überall gequarzt…habe auf einmal alles doppelt so stark gerochen….;-)

  3. Ich bin Ex-Raucher, aber nicht militant. Mich hat das Rauchen in Gaststätten eigentlich nie gestört, allerdings jetzt, in der Schwangerschaft, wo ich eh viel geruchsempfindlicher bin, bin ich froh um das Verbot.

  4. Reich mir die Hand- militante Nichtraucherin – ich hasse Zigaretten und alles, was damit zusammen hängt, sogar hier am Strand rauchen die Leute, und es gibt nichts Widerlicheres, als Läuferin den Rauch geschwängerten Luft direkt am Meer einatmen zu müssen, oft genug äußere ich laut meinen Unmut.

    Das finde ich gut, dass es an einem Tag keine Tabakwaren zu kaufen gibt, viel nutzen wird es nichts, denn die Raucher haben sich vorher gut eingedeckt.

  5. Das irritiert & empört mich jedes Mal, wenn wir in Österreich sind und wir sind Familienbedingt einige Male im Jahr in Kärnten aber auch einfach so in Tirol & i.d. Steiermark überall dasselbe wie (Frau) desperateworkingmum schreibt ….
    Wirklich äußerst unangenehm empfinde ich das! Ich mag es NICHT gar nicht beim essen schon überhaupt nicht! :<( Da verstehe ich die "Ösis" gar nicht!!!

    Ähhh liebe Frau Schwiegermutter inklusive: Wo haben Sie denn sonst noch so "gewohnt" außer in Singapur, Dubai & Wien? Und haben Sie manchmal Heimweh?
    Liebe Grüße nach ganz weit weg … in diesem Fall nach Dubai 😉

    • Besonders die eigentlich schönen Kaffeehäuser in Wien, alles zugeräuchert.
      Ich habe auch noch in London und vor sehr, sehr vielen Jahren mal in Paris gewohnt – das war sozusagen mein Einstieg ins Leben im Ausland und ich liebe es sehr. Heimweh habe ich eigentlich nie, ich bin im Sommer immer 4 Wochen in Deutschland, die reichen…;-)

      • Vor sehr sehr vielen Jahren in Paris, so so („schmunzel“) wahrscheinlich waren Sie dort als Aupair – denn Sie sind bestimm erst 29 – stimmst? 😉 Spass beiseite: Ich finde das toll, so viel von der Welt sehen zu dürfen und damit meine ich nicht „urlauben“. Alles Gute!

      • 29?? Na, höchstens doch 27…und ein paar Zerquetschte…ok, ziemlich viele Zerquetschte…;-)…und nein, Aupair war ich nicht, ich habe die Französische Sprache an der Uni gelernt, mit dem Erfolg, dass ich damals fließend gesprochen und geschrieben habe und mittlerweile keinen Ton mehr rauskriege auf Französisch…das ganze tote Kapital braucht eben seinen Platz….;-)

  6. Das weiß man nie, was die Kinder machen, wenn dieses große verwirrte Pubertätsgespenst über ihnen auftaucht. Und wer eben noch geschimpft hat über Zigaretten und ganz bestimmt nie im Leben auch nur eine einzige Fluppe anrühren wollte, wird plötzlich von der Mutti anhand des aufallend rauchigen Geruchs Sherlock Holmes mäßig überführt.
    Dann erstmal leugnen, danach peinlich schweigen, dann genervtes zugeben und schließlich einen zwei Stunden währenden Vortrag über alle durch das Rauchen verursachte Krebsformen und Erkrankungen genießen, anschließend schwören, die Kippchen nie mehr anzufassen und sich zwei Wochen später wieder, unter der Zuhilfenahme der familieneigenen Petze, doch noch einmal erwischen lassen. Dann ein krasser Anranzer, die Frage nach der Pubertistenblödheit muss erlaubt sein und danach, erfreulicherweise, seit 4 Monaten Kippenverzicht.
    Ja, das ist so eine Sache, mit dem Rauchen.

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