Rote Karte für den Hund

Der Hund hat sich als Couchgenosse für die deutschen Spiele bei der Fußball-EM disqualifiziert. Komplett und ohne Chance auf ein Relegations-Spiel.

Erst hat der dumme Köter mit seinem freudigen Schwanzgewedel, dass er ausnahmsweise mal zu Frauchen aufs Sofa durfte, mein Glas umgeschmissen. Während ich damit beschäftigt war, die Schweinerei und die Scherben aufzuwischen, hat das gerissene Biest – der Schwanzwedel-Unfall war offensichtlich sorgsam geplant – sich über die Erdnuss-Flips hergemacht. Derweil hat oben ein Kind angefangen zu plärren. Als das endlich Ruhe gegeben hat und ich wieder runterkam, hatte der Hund sich in voller Länge auf dem Sofa ausgestreckt. Kein kleiner Hund, übrigens, also kein Platz mehr für mich. Geschnarcht hat das Viech auch noch.

Aber nicht mit mir. Mittlerweile war die erste Halbzeit vorbei und ich habe den Hund mit roher Gewalt runtergeschmissen, um wenigstens die zweite Halbzeit in Ruhe genießen zu können. Was ich auch getan habe – in gewisser Weise. Ich bin so fest eingeschlafen, dass ich nicht mal gemerkt habe, dass der Hund die meisten Erdnuss-Flips wieder von sich gegeben hat. Auf die deutsche Fahne, die noch vor dem Fernseher lag, weil ich dann doch zu faul war, sie über selbigem aufzuhängen.

Das nächste Spiel seh ich mit einem anderen „Freund“ – wedelt nicht, schmeißt nichts um, frisst nicht, redet nicht dazwischen, schnarcht nicht und kann im Zweifelsfall die Kinder beruhigen. Ich hoffe nur, die liefern das Unique Hug me Pillow, bevor die EM zu Ende ist. Leider gibt es das nicht in Schwarz-Rot-Gold.  Aber sonst….

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17 Gedanken zu „Rote Karte für den Hund

  1. Die rote Karte ist wirklich verdient. Ich habe vom Spiel auch nichts mitbekommen, weil ich vorher zwangsweise die Augen schließen musste. Nach meinem Kontaktlinsendebakel taten die Augen so weh, das an sehen nicht mehr zu denken war. Das Getröte und Gehupe habe ich dann allerdings wieder mitbekommen. ^^

  2. Ich bin so fest eingeschlafen, dass ich nicht mal gemerkt habe, dass der Hund die meisten Erdnuss-Flips wieder von sich gegeben hat. Auf die deutsche Fahne, die noch vor dem Fernseher lag,

    So politisch war meiner nie 😦 . Da endeten die Interessensgrenzen am Gartenzaun.

  3. Der Fußball macht mich fertig.
    Die männlichen Familienmitglieder sitzen fiebernd und aufgeregt vor dem Fernsehgerät, Tränen in den Augen bei der Befürchtung, Jogis Jungs könnten verlieren, erleichtert schreiend beim Treffer ins gegnerische Tor, hüpfend und johlend beim Abpfiff.
    Die weiblichen Familienmitglieder sitzen vor dem Fernsehgerät, ein süffisantes Lächeln im Gesicht, sich im lautstarken Flüsterton unterhaltend über die Dämlichkeit, ein solches Spiel auch nur mit einem Auge zu verfolgen, über die Unnötigkeit solcher Übertragungen an einem Samstagabend, über das fehlende Angebot von Kultur und Ballett im Fernsehprogramm.
    Der Hund lag im Körbchen und schlief tief und fest.
    Und das läuft jetzt die nächsten Wochen als Dauerprogramm.
    Ach, ich vergaß zu erwähnen, dass die jüngeren männlichen Familienmitglieder von dem Geflüster extrem entnervt waren und unter übelsten Beschimpfungen und Drohungen versuchten, den weiblichen Familienmitgliedern den Mund zu verbieten. Erfolglos.
    🙂

  4. Hab die Geschichte vor längerem schonmal schmunzelnd gelesen… da ich nun weiß, von welcher Rasse du sprichst, wird mir einiges klar *hihihihi*.

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