Aufgepasst!

Die Kinder sind ja noch klein und es ist nicht so, als würde ich mir ständig Sorgen darüber machen, was mal aus den beiden wird. Aber man überlegt halt hin und wieder. Für die Große habe ich nach Lektüre der Morgenzeitung die Antwort gefunden. Sie wird Autodieb(in).

Da ist es egal, ob das mit dem Lesen und Rechnen noch was wird, man braucht Selbstbewusstsein und Geschick. Das hat sie auf jeden Fall, wenn ich überlege wie sie vor ein paar Tagen –  unbemerkt von mir – mehrmals an mir vorbeigeschlichen ist, die Bonbon-Schale geleert und nach Entdeckung der Beute in ihrem Zimmer mit großen, erstaunten Augen zu mir gesagt hat: „Das war bestimmt der dicke, schwarze Kater.“

Der Beruf Autodieb ist vielleicht nicht der angesehenste, aber dafür kann man gut davon leben. Auch der Rest der Familie – ich muss ja an später denken. So hat ein Autodieb in Dubai so gut verdient, dass er eine schicke Wohnung für sich, seine Mutter und die Geschwister davon zahlen konnte. Ebenso die Ausbildung für die drei jüngeren Schwestern. Alles ganz solide.

Eigentlich gibt es nur zwei Dinge, die meine Tochter bei dieser Berufswahl beherzigen sollte. Erstens: lass dich nicht erwischen – so wie der Autodieb in Dubai, der nun seit geraumer Zeit im Knast sitzt. Nicht schön. Das Leben der Rest-Familie – Sohnemann war der einzige Brotverdiener – ist seitdem auch nicht mehr so schön. Man musste umziehen und die Schwestern ihre Ausbildung abbrechen und von Gelegenheitsjobs leben.

Kein Wunder also, dass die Familie den Sohn gerne wieder auf freiem Fuß sehen würde. Da kam das Angebot eines Kautionshändlers gerade recht, der gegen ein kleines Entgeld von knapp 150 000 Dirhams (30 000 Euro) dem Sohn aus dem Gefängnis helfen wollte. Damit wäre ich beim zweiten Grundsatz, den meine Tochter bei Ausübung ihres Berufes beherzigen sollte: Mach deiner Familie klar, dass sie sich nicht mit deinesgleichen einlassen sollte. Der Kautionshändler war dummerweise ein Betrüger und die 150.000 Dirhams sind futsch.

Wenn ich es mir Recht überlege – Kautionshändler(in) wäre natürlich auch noch was.

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6 Gedanken zu „Aufgepasst!

  1. Kautionshändler = Banker ohne Ausbildung? Da kann sie ja sozusagen gleich nach der Schule einsteigen. Das spart zumindest wertvolle Lebenszeit.
    😀
    Grüße! N.

  2. ja, ja. Jetzt kannst du dich noch amüsieren. Aber ich sag dir… es wird noch ernst. Bei uns geht das jetzt schon los mit „was willst du mal werden“ unsere Mittlerste schaut sich im Moment in Praktiken um. Genieße noch die Zeit… es vergeht so schnell. Dass ich daran zu knabbern hatte habe ich meiner Tochter in einem Liebesbrief geschrieben, weiß nich ob ihn bei mir gelesen hast (http://kunstecht.blogspot.de/2012/07/liebesbrief.html) sie hat mir auch darauf geantwortet und das widerum entschädigt. Gruß kunstecht

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