In 12 Stunden um die Welt…

Einmal um die Welt reisen, das wärs. Einmal um die Welt schwimmen, naja. Wie auch immer, beides kommt für den Durchschnittsmenschen nicht in Frage. Außer natürlich, man reist oder schwimmt um „The World“ in Dubai. Das ist irgendwie machbar. Vor allem das Reisen, das Schwimmen ist schon eine ganze Ecke anstrengender.

Immerhin gilt es rund 25 Kilometer und damit einen „Ultra-Marathon“ zu schwimmen. Zwar schwimmt man im vermeintlichen Schutz eines Wellenbrechers, der „die Welt“ vor starken Strömungen absichern soll. Allerdings hat dieser Wellenbrecher 6 Öffnungen und dort kann die Strömung bis zu 4 Knoten – das sind 7,5 Kilometer pro Stunde – betragen.

Da schwimmt man, wenn man denn um die Welt herumschwimmen möchte, am besten am 21. November, also heute. Denn heute ist der Tag, an dem der Unterschied zwischen Ebbe und Flut am geringsten ist.

Allein schwimmen ist natürlich nicht so wirklich angesagt, also nimmt man sich ein Begleitboot mit Krankenschwester und zwei Kajakfahrern mit, die einem mit Energydrinks und ähnlichem versorgen. Schließlich ist man rund 12 Stunden unterwegs und – igitt – im Wasser lauern jede unangenehme Viecher wie Quallen usw.

Doch am Ende der Strapazen, für die man am besten seit Anfang des Jahres täglich mehrere Stunden trainiert und so sieben Kilo abgenommen hat, wartet wenigsten der Libanon mit dem Royal Island Beach Club auf einen, wo sich Freunde, Familie,, Unterstützer, Menschen vom Roten Kreuz der Emirate und Vertreter von Nakeel, dem Bauherrn von „The World“, versammelt haben, um einen zu feiern. Schließlich ist man der erste Mensch, der auf diese Weise die ganze Welt umrundet hat.

Woher ich das alles weiß und warum ich das alles schreibe? Weil heute die Britin Kate Willoughby genau dies versuchen wird: einmal um „The World“ in Dubai zu schwimmen. Natürlich macht sie das nicht aus Spaß an der Freud, sondern aus gutem Grund. Sie will Geld und Aufmerksamkeit sammeln für eine Krankheit, an der ihr kleiner Neffe leidet: Muskeldystrophie des Typ Duchenne. Eine Form des Muskelschwundes, die immer tödlich endet.

Ich bin voller Bewunderung für Menschen, die so etwas tun. Die sich etwas vornehmen und es auch bis zum Ende durchziehen, um gegen etwas zu kämpfen oder zu helfen, obwohl sie schon vorher wissen, dass sie nicht gewinnen können – selbst wenn sei es schaffen, einmal um die Welt zu schwimmen. Jetzt werden die Negativseher natürlich sagen: „Oh, so eine Aktion kostet doch mehr Geld als sie bringt.“ Vielleicht. Aber immerhin, ich weiß jetzt, dass es diese Krankheit gibt und jeder, der diesen Text bis zum Ende gelesen hat auch.

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13 Gedanken zu „In 12 Stunden um die Welt…

  1. Ich schließe mich dir an, so eine Aktion ist jedenfalls sinnvoller, als irgendwelche „Charity“-Dinner von gebotoxten, aufgespritzten „Society“-Ladies. Außerdem ist es eine Leistung. Einmal um die ganze Welt, Donnerwetter!

  2. Zuerst dachte ich nur: verrückt….wer macht denn sowas? Ich würde schon nach einem halben km absaufen. Aber wenn dahinter so eine Aktion steckt, ziehe ich ebenfalls meinen Hut und schließe mich frauvau´s Meinung an. 1. muss das echte Liebe sein und 2. ist die Frau 1000 mal cooler als diese fiesen Charity-Damen mit den Schlauchbootlippen.

  3. ♥ wauw,
    habe gerade grosse Ehrfurch vor dieser Frau!!!!
    Und oh ja,
    jetzt weiss man was das für eine Krankheit ist!
    …als ich am Anfang las… dachte ich… du machst das vielleicht…
    aber am Ende angekommen des Textes… alles klar…
    Ganz interessant,
    und danke,
    dass du das erzählt/geschrieben hast!

    Ich grüss dich ganz lieb,
    Nathalie

  4. Ich finde solch eine Aktion auch weitaus sinnvoller, als ein sogenanntes Charity-Dinner, solche Events, die im Grunde genommen wohl nur dem Sich-zurSchau-stellen – „Seht mal her, was ich für ein guter Mensch bin!“ – dienen…
    Vor ein paar Tagen habe ich im TV ein Gerücht mitbekommen, dass viele Inseln der „World“ wieder absaufen sollen, Baufehlern wegen, ist da was dran?

    • Das hört man immer mal wieder – genauso, dass die Palme bald wieder im Meer verschwindet. Ich glaube eher nicht, dass das stimmt, aber wer weiß…bei The World ist es wohl aber auf jeden Fall so, dass die Fahrwege zwischen den Inseln mittlerweile etwas zugesandet sind, weil sie nicht genutzt werden, ob das schlimmere Auswirkungen hat, weiß ich aber auch nicht…

  5. Ich bleierne Ente könnte wohl nicht mal um „The World“ schwimmen. 😳 Aber ich hoffe, dass die Aktion die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient. Klasse, dass du darauf aufmerksam gemacht hast:)

  6. Ich habe auch großen Respekt und Bewunderung für solche Menschen und bin immer wieder gerührt wenn ich sowas lese.
    Der Mensch wird leider meistens erst dann aktiv, wenn er oder sein näheres Umfeld selbst davon betroffen ist.
    Umso dankbarer bin ich jedem , der wenigstens Anteilnahme zeigt und darauf aufmerksam macht.

    Danke Dir, für diesen Beitrag.

  7. Ein Vierfachamputierter hier aus der Region war monatelang in den Nachrichten, weil er schwimmend alle Kontinente verbinden wollte. Natürlich immer auf dem kürzesten Weg, aber auch von Alaska nach Sibirien ist es ziemlich weit… er wurde begleitet von einem Nichtamputierten und hat sein Ziel binnen einiger Monate erreicht. Was er aber damit bezwecken wollte, habe ich vergessen…

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