Vom Glück und Fußschmerzen

Schmerzen

Meine Füße schmerzen, der Hund humpelt – aber das Kind ist glücklich. Was geschehen ist? Meine ältere Tochter hat zu Weihnachten das langersehnte „große“ Fahrrad bekommen.

Ob das Fahrrad vom Weihnachtsmann, Christkind oder Christmann geliefert worden ist, bleibt unklar, war meiner Tochter am Ende aber auch egal, Hauptsache Fahrrad. Zunächst sah es nämlich so aus, als würde ihr größter Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Mit viel Mühen hatten die anwesenden Erwachsenen die Geschenke im offenen einsehbaren Wohnzimmer verteilt, ohne dass die Kinder etwas merkten – bei 10 Personen waren es so viele Präsente, dass unter dem Weihnachtsbaum nicht genügend Platz war und das Wohnzimmer aussah wie ein Kaufhaus, das Fahrrad stand allerdings wegen Platzmangel weiter in der Garage.

Endlich war es soweit. Die Familie stand versammelt auf der Terrasse, es dämmerte langsam, Michale Bubble´schmetterte „Silent Night“ und ich schickte die große Tochter ins Wohnzimmer, nachsehen, ob das Christkind schon da war. Sie kam festen Schrittes zurück.

„Nein, es war noch nicht da und der Weihnachtsmann auch nicht“, teilte sie mir mit.

Äh? Nicht? Ein Blick durch die Terrassentür auf die Geschenkeberge im Wohnzimmer unterstrich ihre Aussage nicht unbedingt.

„Aber da liegen doch unheimlich viele Geschenke?“

„Ja, aber mein Fahrrad ist nicht da, also kann das Christkind noch nicht da gewesen sein.“

So einfach kann das sein. Auf die Idee, die wochenlangen Predigten ihrer Mutter, dass wenn sie jetzt nicht lieb sei, es bestimmt kein Fahrrad vom Christkind geben würde, hatte sie offensichtlich vergessen oder verdrängt.

Ich war gerade versucht, sie auf diese kleine Tatsache hinzuweisen, als ich die Tränen in ihren Augen hochsteigen sah. Also führte ich sie in die Garage und seitdem sitzt sie auf ihrem Fahrrad und da sie mit ihren 7 Jahren noch nicht 100 Prozent verkehrssicher ist, renne ich mit dem Hund hinter ihr her. Kilometer um Kilometer um Kilometer.

Es sieht ganz so aus, als müsste der Osterhase dann wohl ein Fahrrad für die Mama bringen – ich habe nämlich keins. Aus gutem Grund: Ich hasse Radfahren. Die Freuden einer Mutter sind doch schier unendlich.

Advertisements

3 Gedanken zu „Vom Glück und Fußschmerzen

  1. Kommt mir irgendwie bekannt vor….

    Ich meine das mit dem nicht-gerne-Rad-fahren…

    Mir kommt aber auch bekannt vor, dass man dem Kind eigentlich erzählen will, dass der Wunsch vom Christkind (ja und bei uns ist es ganz sicher das Christkind) nicht erfüllt und es dann sein lässt, weil man in die Augen des Zwergs schaut und nicht skrupellos genug ist, das dann tatsächlich auch zu tun.

    Gutes neues Jahr, wünsch ich dir!
    Ich vermute die Silvesterfeier war in Dubai gigantisch?

  2. Oh da kommen mir Erinnerungen… Ich hab mir seinerzeit auch ein Rad zugelegt, weils anders echt nicht zu machen war. Verstaubt allerdings inzwischen in der Garage, denn ich darf schon nimmer so mit. Bin meinen Mädels zu lahm, zumindest laut Töchterlein Zuckerschneck. Halte einfach durch, es legt sich ganz bestimmt!
    Frohes neues Jahr übrigens!

    Liebe Grüße,
    N.

  3. hihihi das mit dem hinter rennen kenne ich, obwohl ich ein Fahrrad habe, dummerweise steht das bei dem Schwiegerdrachen und der Vater der Kinder müsste es holen )die Alte wohnt gelaufen 10 Minuten weg, mit Auto 2 Minuten), aber er bekommt es nicht hin. Seufz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s