Einfach mal nett

Nett

Unser Haus hat eine Garage, aber kein Garagentor. In der Garage stehen Fahrräder (der aufmerksame Leser weiß, seit Weihnachten unter anderem ein funkelnagelneues Kinderfahrrad), Werkzeuge, eine Hundeflugbox und allerlei andere Dinge rum. Frei zugänglich für jeden, der am Haus vorbei kommt.

Nun habe ich mich in den vergangenen 6 Jahren schon das ein oder andere Mal gewundert, dass noch nie etwas verschwunden ist. Selbst auf der Straße vergessene Fahrräder oder Spielsachen liegen dort am nächsten Morgen noch. Im schlimmsten Fall. Im Normalfall hat sie irgendjemand freundlicherweise in die Garage zurückgestellt.

So weit, so gut und so erfreulich. Was sich nun allerdings gestern Abend/Nacht in der Garage abgespielt hat, hat mich doch sehr erstaunt. Als ich heute Morgen mit dem Hund zum Spaziergang aufbrach, sah die Garage anders aus. Irgendetwas stimmte nicht. Nur was? Verschwunden war nichts. Und dann fiel es mir auf – ein fremder Kindersitz in bestem Zustand stand vor meinem Auto. An dem Sitz klebte ein Zettel: „Unser Kind ist zu groß für diesen Sitz, aber für ihre Tochter sollte er genau richtig sein. Mit den besten Grüßen, die Nachbarn aus Nr. 56“.

Nett, oder? Zumal ich die Nachbarn aus Nr. 56 nur vom Sehen kenne, aber noch nie ein Wort mit ihnen gewechselt habe.

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17 Gedanken zu „Einfach mal nett

  1. Dubai wird mir immer sympathischer. Hier wird geklaut was nicht nied und nagelfest ist. Die Tochter von unserem Apotheker im Dorf hat zum Geburtstag mal einen teuren Roller geschenkt bekommen und ihn, wie spielende Kinder so sind auf dem Bürgersteig stehn lassen. Dann gemalt, ist dann rein Hände waschen, wieder raus, Roller weg. Finde sowas so gemein.
    Viel Freude mit deinem neuen Kindersitz!
    Liebe Grüße,
    N.

  2. Wow! Echt cool…. DAS nenn ich mal gute Nachbarschaft! (Wobei, beschweren brauch ich mich auch nicht. Bei uns kommt auch (fast) nie was weg und es wird sich viel gegenseitig geholfen.) Das freut mich echt für Euch!

  3. Oh das ist aber lieb!
    Ja, ich kann Njala schon zustimmen. In deutschen Großstädten undenkbar, dass man einfach so die Garage offen lässt. Selbst aufm Dorf ist es nicht anders.
    Andererseits gibt es auch gute Nachbarschaften. Ich zum Beispiel lege immer meine gelesenen Zeitungen und Zeitschriften zu den Briefkästen, damit sie jemand anderes noch lesen kann. Hat ja schließlich Geld gekostet und überhaupt bin ich ein Fan der Nachhaltigkeit. Scheinbar habe ich damit einen Trend erschaffen, denn im Sommer lagen da auch schonmal selbstgezogene Zucchini oder hier und da mal ein Buch oder etwas Ausrangiertes. In einem Elfgeschosser gibt es immer Abnehmer für alles Mögliche und Unmögliche.
    Total toll. Wir sind der tollste Eingang von allen 😀

  4. Das ist ja mal’n netter Zug! Dann steckt in meinem Herzen ein bisschen Dubai. 😛 Ich habe gut erhaltene Sachen vom Junior auch immer gerne weitergegeben. Zum Wegwerfen zu schade, eba*y ist gar nicht meins und verkaufen auf dem Flohmarkt… och nö. Alle Jubeljahre mal und gut is. 😉

  5. Ich hab den letzten Kindersitz vor Kurzem beim Kindergarten gegenüber abgegeben, damit sie ihn für den Bus verwenden können. Kam auch gut an und hat somit gleich zweimal gefreut.. Klar hätte ich das Teil auch verkaufen können, das war mir aber echt zu umständlich, also lieber verschenken. Aber die Geste, einer fast Fremden ein solches Geschenk zu machen, finde ich richtig klasse. Vielleicht wird da ja noch eine Freundschaft draus? Wäre jedenfalls eine super Gelegenheit für eine Einladung zum Kaffee.

  6. Sehr cool :D. Und das mit dem offenen Garagentor – ich glaube, ich würde mich das nichtmal hier trauen. Obwohl unsere Nachbarschaft wirklich cool ist. Aber deb Fremden, die durchgehen, kann man hierzulande halt leider nicht trauen…

  7. Das sollte Schule machen!
    Ich packe das Parkticket immer zurück in die Automatenklappe wenn noch Zeit gut ist. Ganz nach dem Motto, wie man in den Wald hineinruft…

    Grüße

  8. wundervoll!
    klingt nach mir ;)) und ich find toll, was andere hier so machen. das mit dem parkticket merk ich mir… und „zu viele“ zucchinis lagen auch bei uns im haus auf dem briefkasten… 😉

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