P.A.N.I.K!

Panik
Ich habe meinen Führerschein jetzt schon ein paar Jährchen und neben dem – tatsächlich noch ganz in rosa gehaltenem – deutschen Führschein besitze ich eine Fahrerlaubnis fürs Linksfahren in Singapur und eine für die Emirate. Ich hatte noch nie einen Unfall, nicht mal beim Einparken und das ist nicht gerade meine Stärke. Ich bin auch erst ein einziges Mal geblitzt worden – mit exakt 18 Jahren auf dem Rückweg vom Amt, wo ich gerade meinen Führerschein abgeholt hatte. Der Polizist verabschiedete mich damals mit den Worten:

„Na, wir sehen uns dann ja wohl öfter“.

Haben wir nicht und ich schreibe all dies so ausführlich, um zu zeigen, dass ich ganz gut, vorsichtig und vor allem recht sicher Auto fahre. Dennoch begleitet mich bei jeder Autofahrt eine echte Angst: Dass ich nicht bremsen kann. Entweder weil ich zu spät reagiere oder noch schlimmer, weil die Bremsen nicht funktionieren.

Was soll ich sagen, vor ein paar Tagen ist genau das eingetreten. Gott sei Dank nicht bei mir, aber allein die Zeitungslektüre des Dramas, das eine emiratische Frau in ihrem Auto erlebte, hat mir die Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

Die Frau war mit ihren drei Kindern, ihrer Schwester und der Maid im Auto auf einer der großen Autobahnen in den Emiraten unterwegs. Erlaubtes Tempo 120, geblitzt wird in den Emiraten allerdings erst ab 140. Entsprechend hatte die Frau ihren Tempomaten auf 138 gestellt und fuhr zügig ihrem Ziel entgegen. Dann wollte sie bremsen. Ging nicht. Der Tempomat war defekt und sie fuhr mit Tempo 138 ungebremst weiter. Und weiter. Und weiter. In ihrer Panik rief die Frau die Polizei an, die denn auch in einem Großeinsatz versuchte, die Autobahn, auf der das Auto ungebremst weiterraste, abzusichern. Mit mäßigem Erfolg, denn wie kriegt man eine vielbefahrene Autobahn innerhalb von Minuten leer? Gar nicht.

Nach 25 Minuten der rasanten Fahrt näherte die Frau, Licht- und echte Hupe nutzend, sich schließlich einem vielbefahrenen Kreisverkehr und sah nur noch einen Ausweg. Sie fuhr mit ihrem Auto in zwei andere Autos hinein, um endlich zu stoppen. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt, ich nehme allerdings an, dass die Frau auch heute noch zittert – und den Tempomaten nie wieder benutzen wird.

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9 Gedanken zu „P.A.N.I.K!

  1. Du verschaffst mir langsam Alpträume mit deinen stories! Schrecklich! Temporalen sind und waren mir schon immer ein Graus. Ich kanns einfach nicht leiden, wenn sich was verselbstständigt. LG Anne

  2. Ich benutze unseren Tempomaten auch NIE. Mir ist das unheimlich, dass das Auto von alleine fährt….vermutlich wäre ich auch keine gute Nutzerin von diesem automatisch rückwärts einparken, was ja viele der neuen Autos können. Ich mach das lieber selbst…und hatte auch noch nie einen Unfall.

  3. Puh, mit 138 Sachen in zwei Autos … Ich bleibe lieber bei meinem Fahhrad. Wenn ich mit meinen 18,6 in zwei Autos fahre, kriege nur ich die Delle.
    P.S. Nachtrag zu den Fünflingen: Zwei nehme ich gerne ab, kriege allerdings Erklärungsnöte vor dem Eherat. Die Schwangerschaftsstreifen bei Fünfen mag ich mir gar nicht vorstellen …

  4. Ich bin – da ich selber keinen fahrbaren Untersatz mein Eigen nenne – noch nie ein Auto mit Tempomat gefahren. Daher meine Frage: Kann man in einem solchen Fall denn nicht den Schlüssel ziehen, und somit den Antrieb ausschalten? Und sind alle Bremsen blockiert gewesen, also auch die Handbremse?

  5. *grusel* Deine Autofahrer-Storys darf ich nie wieder lesen, sonst werde ich mich in diesem Leben definitiv nicht mehr hinters Steuer setzen. A propos „verteufelte Technik“: Ich kenne eine Dame, die es mit ihrem Automatikwagen geschaft hat, den Zaun umzumähen. Was auch immer sie da veranstaltet hat, auf jeden Fall konnte offenbar auch sie nicht bremsen und crashte durch das geschlossene, sehr niedrige Tor. Gott sei Dank passierte ihr das gegen Mittag, als die Straße relativ leer war. Morgens ist das ein Schulweg und da schieben sich Horden von Kindern an ebendiesem Tor vorbei…

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