…und Schuld bist Du!

Es tut sich was auf den Straßen von Dubai – vor allem da, wo sich eigentlich nichts tun sollte bzw. wo nur Autos fahren sollten.

In Dubai ist es üblich, über die Straße zu gehen, wo man möchte. Das hat mehrere, sehr einfache Gründe. Die Fußgängerampeln, die es gibt, sind oft so weit voneinander entfernt, dass man sich ein paar Hundert Meter spart, wenn man einfach „geht“. Besonders im Sommer, wenn die Temperaturen sich den 50 Grad nähern, ein echtes Argument.

Zebrastreifen gibt es natürlich auch, die werden von den meisten Autofahrern allerdings als lustige Zeichnung auf der Straße angesehen und nicht als Grund anzuhalten. Auch nicht, wenn der Fußgänger sich schon mitten auf dem Zebrastreifen befindet. In den Sommerferien in Deutschland brauche ich jedes Mal mindestens eine Woche, bis ich nicht vor Schreck in Ohnmacht falle, wenn ein Auto für mich am Zebrastreifen anhält.

Und dann gibt es da noch das Problem mit den meist asiatischen Arbeiter, die in Wohnanlangen längs der großen Autobahnen untergebracht sind und diese zu Fuß überqueren. Jedes Jahr sterben Dutzende Menschen bei diesen Versuchen.

All diesen Missständen will die Verkehrsbehörde nun ein Ende bereiten. Der Plan ist einfach: Ab sofort sollen auch die Fußgänger zur Rechenschaft gezogen werden wenn ein Unfall passiert. Bislang war es so, dass die Schuld automatisch beim Autofahrer lag. Dies war in der Tat nicht ganz gerecht, denn nicht immer kann man bei Tempo 120 auf der Autobahn ausweichen, wenn plötzlich ein Mensch über die Straße läuft. Eine Lösung für das Problem mit den Verkehrsampeln und Zebrastreifen stellt man sich anders vor.

Bleibt nur zu hoffen, dass man in Zukunft nicht bestraft wird, wenn man „einfach“ über einen Zebrastreifen geht und damit einen Unfall verursacht.

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5 Gedanken zu „…und Schuld bist Du!

  1. Neulich erst habe ich irgendwo im Fernsehen einen recht interessanten Bericht über die Lady Taxis in Dubai gesehen. 😉
    Das wird allerhöchste Zeit, daß die Verkehrsbehörde da ein wenig umdenkt, und in Zukunft auch die kopf- und planlosen Fußgänger zur Rechenschaft ziehen will…
    In Deutschland halten meiner Erfahrung nach allerdings auch sehr viele Autofahrer Zebrastreifen für eine lustige Zeichnung auf dem Asphalt…

  2. Hm, Dubai ist ja wie Italien…wenn die Verwandschaft zu Besuch kommt muessen wir auch immer erst Strassenverkehrsunterricht geben…“Der Zebrastreifen auf der Strasse bedeutet nicht, dass der Fussgaenger Vorfahrt hat und alle halten!!!! Es heisst nur „Hier waere eventuell eine nette Stelle, um die Strasse zu ueberqueren, renn um Dein Leben!““
    Tatsaechlich passieren hier im Sommer die meisten Auffahrunfaelle gerade weil die Touristenautos an den Zebrastreifen bremsen…

  3. In Spanien musste ich mich auch erst dran gewöhnen, dass man nicht wie in Deutschland am Zebrastreifen wartet, bis jemand hält (und dann auch tatsächlich jemand hält… vielleicht nicht der erste, aber der zweite oder dritte), sondern einfach geht. Dann halten se. Haben sie zumindest bei mir immer gemacht (wie man sieht, lebe ich noch). Von allein kommen sie aber nicht auf die Idee…

  4. Ich war in Finnland ganz erschrocken, dass sich dort auch niemand an die Zebrastreifen hält. Wäre anfangs beinahe angefahren worden, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass das Auto weiterfährt. In Italien und Spanien hätte ich es nicht erwartet, aber hier im hohen Norden? Ich habe es dann zu meiner Mission gemacht, die Einwohner von Vaasa zu „erziehen“ und ihnen zu zeigen, dass an Zebrastreifen die Fußgänger Vorfahrt haben – und ich war viel zu Fuß unterwegs. Anfangs habe ich es nur gemacht, wenn das Auto so weit weg war, dass es sehr bequem halten konnte, und dann nach und nach die Abstände verkürzt. Und tatsächlich wurde es mit den Wochen besser – vielleicht dachten aber auch alle nur, da kommt die irre Deutsche und läuft einfach über die Straße. Ich weiß es nicht. Und irgendwann war mein Praktikum leider rum und ich musste Vaasa verlassen und ich fürchte, die Autofahrer fahren nun wieder so regellos wie zuvor. 😉

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