Die Geister bleiben doch lieber…

Ich bin des Öfteren fest überzeugt, dass alternativ eines meiner Kinder, der Hund oder der dicke, schwarze Kater von bösen Geistern besessen ist, deren einziger Lebensinhalt darin besteht, mich in den Wahnsinn zu treiben.

Dank eines Zeitungsberichts weiß ich nun, dass ich nicht allein bin – die bösen Geister haben es nicht nur auf mich und meine Familie abgesehen. Noch dazu weiß ich, dass Geisteraustreiber offensichtlich deutlich böser sind, als die Geister und man diese daher lieber genau da lässt wo sind.

Ein dreifacher Familienvater hat eine Geisteraustreibung an einem Strand in Dubai nämlich mit dem Leben bezahlt. Der 29-jährige Afrikaner war erst vor kurzem in den Emiraten angekommen und auf Arbeitssuche. Diese gestaltete sich allerdings schwierig, da der Mann blind war und an Epilepsie litt. Nicht gerade ideale Voraussetzungen für die Jobsuche.

In seiner Not wandte er sich an einen Landsmann, der ihm versicherte, sein größtes Problem sei nicht der fehlende Job, die Blindheit oder die Epilepsie, sondern vielmehr ein böser Geist, der den Mann beherrsche. Das Glück des Mannes wende sich aber nun endlich zum Besseren, so der Geisteraustreiber zu seinem Klienten, denn rein zufällig wisse er, wie man den Geist loswerden könne.

Gesagt, getan, man traf sich an einem Strand in Dubai, wo die Geisteraustreibung stattfinden sollte. Der Austreiber drückte den Kopf des Mannes 20 Minuten lang unter Wasser, um den Körper seines Patienten so von dem Geist zu befreien und zu reinigen – mit den oben genannten, fatalen Folgen.

Der selbsternannte Medizinmann – im wahren Leben übrigens Apotheker – wurde festgenommen und muss sich nun vor Gericht verantworten. Ich habe nach dem Lesen der Geschichte eine ganze Zeitlang gebraucht, aber jetzt bin ich fertig mit Kopfschütteln.

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18 Gedanken zu „Die Geister bleiben doch lieber…

  1. Unglaublich finde ich ja die Vorstellung, dass der blinde Mann quasi ja freiwillig ertrunken ist. Er hat ja wohl unter Wasser gemerkt, dass die Lichter ausgehen und hat dann doch nichts gemacht? Er hätte dem Apotheker ja auch einfach eins reinhauen können. Hm……..ich schüttle noch den Kopf und denke.

  2. Mother hold her little daughter
    fifteen minutes under water
    not to make her any troubles
    but to see the funny bubbles

    Dieser böse Limerick machte zu Schulzeiten mal die Runde – komischerweise musste ich genau jetzt wieder daran denken.

  3. Da fehlen einem tatsächlich die Worte. Was soll das gewesen sein? Mord auf esoterisch? Ach ne, Geisteraustreibung. Meine Güte, hoffentlich hat er nicht auch noch dafür bezahlt.

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