Das Ding kann ja nicht mal fliegen…

In Dubai gibt es mal wieder etwas Besonders zu bestaunen – einen der teuersten Teppiche der Welt. Sechs Millionen US-Dollar soll der zwei mal drei Meter große Lappen kosten und dabei kann das Ding nicht mal fliegen!

Allerdings haben drei Männer in den vergangenen 14 Jahren nichts anderes gemacht, als eben diesen Teppich per Hand zu knöpfen. Aus reiner Seide, selbstverständlich und nur mit natürlichen Farben gefärbt. 44 Millionen Knoten habe der persische Teppich, so der stolze Besitzer, ein iranischer Teppichhändler, der sein Prachtstück in Dubai ausstellt. Die Teppichweber, die in dem Fall wohl eher „Knoter“ heißen müssten, hätten außerdem spezielle Vergrößerungsgläser tragen müssen, so klein seien die Knoten, die sie gemacht hätten.

Und trotzdem, sechs Millionen US-Dollar für einen Teppich, das erscheint nicht gerade günstig. Aber vielleicht liegt der hohe Preis auch darin begründet, dass es Teppiche wie diesen in Zukunft immer seltener geben könnte: Der Berufsstand des Teppichwebers stirbt nach Angaben zahlreicher Teppichhändler langsam aber sicher aus. Den jungen Leuten von heute fehle schlicht die Geduld für das aufwendige Handwerk des Teppichknotens, so ein Händler aus Dubai. Der Händler geht sogar davon aus, dass handgeknöpfte, persische Teppiche irgendwann so selten und wertvoll wie ein Picasso-Gemälde sein könnten. Am Ende sollte ich meinen nächsten Teppich doch nicht bei Ikea kaufen…

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13 Gedanken zu „Das Ding kann ja nicht mal fliegen…

  1. Manche schätzen einfach den Wert nicht 😉 letzte Woche für meine Großeltern einen echten Perser gekauft. Gebraucht, für 120 Euro ^^ Weil die Besitzer ihn loswerden wollten, ohne großen Aufwand. Sonst hätten sie ihn weggeschmissen.

  2. 6 Millionen Dollar durch 3 sind 2 für jeden Mann. Das geteilt durch 14 Jahre, macht 142857 pro Jahr und 11904 pro Monat. Wenn man dann Krankenversicherung, Materialkosten, Werkstattmiete usw. abzieht, dann ist das doch gar nicht mehr so viel 😉
    LG Susann

    • Wenn es denn so wäre, dass die Weber das Geld bekämen.. ist aber nicht so. Das Meiste davon, sicher mindestens die Hälfte, bekommt der Händler. Davon kann man ausgehen…. trotzdem ist der Preis immer noch angemessen, finde ich. Für 14 Jahre Arbeit unter solchen Bedingungen.. kein Wunder, dass es wenig Nachwuchs gibt. Das wird sich nur ändern, wenn solche Preise gezahlt werden…

  3. Ich denke auch, bei der langen Herstellungszeit muss der Preis einfach sehr hoch sein. Generell sollten wir echte Handwerkskunst einfach mehr schätzen, unabhängig davon, ob man sich das finanziell leisten kann oder nicht.

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