Dumm gelaufen

Der Burj Khalifa ist das höchste Haus der Welt und eine der teuersten Adressen in Dubai. Rund 900 Privatwohnungen befinden sich in den Stockwerken 19 bis 108, ein kleines Studio-Appartment schlägt bereits mit rund 100.000 AED (20.000 Euro) Miete im Jahr zu Buche. Nach oben gibt es keine Grenzen. Typisch Burj Khalifa eben. Dafür bekommen die Mieter aber auch einiges geboten: Den unglaublichen Ausblick, Prestige, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants – alles da.

Wenn es nach dem Willen des Turmbetreibers Emaar geht, kommt demnächst noch eine ganz spezielle Attraktion für die Bewohner des Turmes hinzu: Die Fahrstühle sollen abgeschaltet werden und die Bewohner die Treppenhäuser benutzen. Fitnesstechnisch ist das natürlich ein großer Gewinn, mal eben Müll rausbringen könnten für die Mieter im 108 Stock allerdings zum Problem werden.

Hintergrund der geplanten Maßnahme sind Instandhaltungsgebühren, die von zahlreichen Besitzern nicht gezahlt werden. Fensterreinigung, Wartung der Klimaanlagen, Schwimmbäder, Fitnessstudios und eben der Lifts, all das muss im Rahmen einer sogenannten „Service Fee“ bezahlt werden. Und genau diese zahlen einige Besitzer von Wohnungen im Burj Khalifa nicht, mit der Konsequenz, dass Emaar droht, die Lifts für alle abzustellen. Man darf gespannt sein, ob es wirklich so weit kommt – das wäre im wahrsten Sinne des Wortes „dumm gelaufen“, vor allem für die Mieter und Besitzer, die gezahlt haben.

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8 Gedanken zu „Dumm gelaufen

  1. Es ist schon erstaunlich, dass sie bei den Mietpreisen so kleinlich sind und auch noch Nebenkosten verlangen. Gibt es eigentlich in Dubai keinen Mieterverein???
    Ich liebe deine kuriosen Geschichten.
    LG sk

  2. Wenn die Nebenkosten hier auch irgendwann mal höher als die eigentliche Miete sind, kann mein Vermieter auch gern den Lift abstellen 😉 (gut, dass ich gar keinen habe…. )

  3. Irgendwie scheinen mir 20.000,- Euro Jahresmiete gar nicht sooo viel für eine solche Unterkunft. Doch wie hoch sind die Service-Gebühren? Lohnt es sich, dafür 100 Stockwerke Treppen zu steigen???

  4. Ich muss zum Glück nur in den dritten Stock steigen. Sollte ich zum 100sten Stock hinauf müssen, würde ich mir überlegen, ob ich jemals wieder runtergehen würde.

    Die Lösung für das Problem könnten vielleicht „schlüsselbetriebene“ Aufzüge sein, die mit einer Chipkarte funktionieren. Wer nicht bezahlt, kann den Fahrstuhl mit seiner nicht in Gang setzen. ;

  5. Man muss sich nur wundern über die Reichen und Schönen, denen würde doch sicherlich kein Zacken aus der Krone brechen, wenn sie die fälligen Nebenkosten pünktlich und gewissenhaft abdrücken würden…
    Wer wohnt eigentlich ganz, ganz oben im Burj Khalifa? So ab dem 108. Stock? 😉

  6. Ich denke dies wäre bei uns schon wegen dem Feuerschutz (die Vorschreiberin erwähnte es schon) verboten und auch sonst. Ab Stockwerk 20 ( bei mir) wären die Wohnungen so nicht mehr benützbar. Andere würden schon kein Stockwerk zu Fuss hochwollen.

  7. Gibt es nicht einen alljährlichen Wettbewert im „Treppenhochlaufen“ im Empire-State-Building in NY? siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Empire_State_Building_Run_Up Vielleicht wäre das ja was für die Betreiber. Würde auf jeden Fall Touristen bringen. Und wenn man für den Lauf eine Startgebühr nimmt, kann man ja vielleicht mit dem eingenommenen Geld die Fahrstühle warten lassen… (Und wer wieder runter laufen will, darf nochmal Startgebühr bezahlen *kicher*)

    Davon abgesehen denke ich, dass nach deutschem (Miet-)Recht so eine Gemeinschaftsstrafe nicht zulässig wäre und den Vermieter vor ernste juristische Probleme stellen würde, allein schon, weil man „unschuldige“ Mieter in eine Art „Geiselhaft“ nimmt und somit der Selbstjustiz Vorschub verleiht, da wahrscheinlich einige der „unschuldigen Mieter“ über kurz oder lang einen gewissen „Einfluss“ auf die säumigen Zahler nehmen wollen werden, um dem Problem Abhilfe zu schaffen. Wie das die lokalen Juristen sehen weiß ich aber nicht…

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