Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit?

Wenn man einen Blog und Bücher schreibt bekommt man viel Resonanz. Leser kommentieren die Blogartikel oder schreiben Emails. Ziemlich oft bekomme ich die Frage gestellt, ob ich alles wirklich erlebt habe worüber ich schreibe. Heute gibt es die Antwort und dazu noch ein paar Erinnerungen an meine Jugend, die ich bestimmt besser für mich behalten sollte, aber was tut man nicht alles für seine Leser!

Die persönlichen Erlebnisse, über die ich im Blog berichte sind mir tatsächlich passiert. Hier und da schmücke ich vielleicht ein wenig aus, aber im großen und ganzen schreibe ich die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Bei meinem Büchern sieht das anders aus. Ganz anders. Sie entspringen zu 90 Prozent meiner Phantasie. Leider oder Gott sei Dank. Kommt aufs Buch an.

Und was sind die 10 Prozent Wahrheit? Das kann ich am Beispiel meines neuen Buches „Verliebt. Verlobt. Vorhergesehen.“ wunderbar erklären. Um es gleich vorneweg zu sagen: Ich kann nicht in die Zukunft sehen. Gott sei Dank, denn wer das Buch gelesen hat, weiß, das ist gar nicht so toll wie e es klingt. Was stimmt ist, dass ich als junger Hüpfer ein Jahr in Paris war und einen Französisch-Kurs belegt habe. Meine Zimmergenossin hieß Oliva und wir haben tatsächlich in einer winzigen Besenkammer, dafür aber in einem grandiosen Haus im schönsten Bezirk von Paris gewohnt. In meinen Kurs gab es – genau wie im Buch – Terese, David, Sun-Yin und auch Paul. Der sah in Wirklichkeit noch viel besser aus, als im Buch beschrieben. Das war es dann mit den 10 Prozent Wahrheit. Paul war seiner Verlobten in Amerika mindestens so treu wie sämtliche Mädels im Kurs in ihn verschossen waren. Bruno? Aivan? Reine Erfindung, genau wie der Rest der Geschichte.

Wie das Leben manchmal so ist, habe ich vor ein paar Tagen beim Aufräumen und Entmisten (wir erinnern uns, die Kinder weilen bereits in der Urlaubsfrische, eine bessere Gelegenheit wird sich nicht finden) eine Kiste mit Erinnerungen an die Pariser Zeit gefunden. Herrje. War ich wirklich mal so jung? Und wo bitte habe ich damals, auch wenn es gegen Ende der 80er Jahre war, einen Friseur gefunden, der bereit war diese Frisur zu verbrechen?

Im Alter ist einem oder zumindest mir nichts mehr peinlich, also lasse ich meine Leser (nur die mit starken Nerven, alle anderen lesen besser nicht weiter) an zwei Erinnerungen aus der Kiste teilhaben. Das erste Erinnerungsstück ist eine Single (!), die meine liebe Mitbewohnerin Olivia mir zum Abschied vermacht hat, wir haben das Lied jeden Tag mindestens 50 Mal auf ihrem alten Plattenspieler abgespielt. Und nein, wir haben nicht dazu getanzt. Kein Platz in der Besenkammer. Youtube sei Dank ist dieser „Klassiker“ der französischen 80er-Jahre-Popmusik trotz der Ausrottung der Plattenspieler nicht für immer verloren gegangen (wie gesagt, nur mit starken Nerven anschauen):

Das zweite Erinnerungsstück ist mein Studentenausweis und dafür braucht man noch stärkere Nerven. Bei dem Foto wundert mich nicht mehr, dass der Paul damals seiner Verlobten ohne Mühe treu bleiben konnte:
IMG_5260
So, und jetzt gehe ich und erfinde die „In-den-80er-sah-ich-eigentlich-viel-besser-aus-App“. Und morgen berichte ich, was David Hasselhof und die Wende „nicht“ mit meinem Aufenthalt in Paris zu tun haben!

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11 Gedanken zu „Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit?

  1. Guten Morgen, liebe Anne! 🙂
    Der Tag hat begonnen und die
    Luft ist bei uns noch angenehm kühl.
    Die Tomaten sind gewässert und der Tag
    kann starten. 😉
    Ich hoffe heute auch zum Lesen zu kommen. 😉
    So schlimm ist doch Deine Frisur gar nicht.
    Meine sah 1986 schlimmer aus… 😉
    Habe einen schönen Tag. ❤
    Gruß Karen

  2. …und in Deutschland mal wieder nicht zu sehen…. argh..
    Dein Foto sieht doch süß aus…. wenn ich mal „in die Wüste“ geschickt werde, zeige ich dir mein Führerscheinfoto.. DAS ist lustig“ 😉

    • Das Photo aus meinem Reisepass aus der Zeit zeige ich lieber niemand. Meine Kinder haben sich fürchterlich erschreckt, als sie das neulich gesehen haben. Sie halten ihre eigene Mutter jetzt nicht mehr für die schönste Frau der Welt…seufz. Und das Video kann man in D. nicht sehen. Schade, dass ist ein 80er-Klassiker…;-)

  3. Schlimmer als die Frisuren der Damenwelt war in den 80ern doch wohl eher noch deren Kleidung. Wie gut, daß wengistens die Männer seinerzeit dank Don Johnson und Miami Vice in ihren geschmackvollen Textilien immer gut aussahen. 😉

  4. Hehe, das Foto – oh, also der Friseur 😉

    Und hey, die Klamotten waren doch damals von Miami Vice genial. Ich war happy, als ich die Schuhe entdeckt hatte.

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