Un-er-schütt-er-lich!

Wo ich gerade dabei bin, mich über unnütze Dinge der Gesellschaft aufzuregen, mach ich gleich mal weiter: Warum schafft der Mensch sich eine Katze an?

Edgar. Das ist unser schwarzer Kater. Seit fünf Jahren gehört er zur Familie und auf der Straße tut er immer noch so, als würde er mich nicht kennen. Dabei geht es Edgar nicht schlecht in unserem Haus. Wenn er sich mal auf die Waage stellen würde, wäre das vielleicht auch ihm klar. Das und die Tatsache, dass er nicht miauen muss, als wäre er nur einen Katzensprung vom Hungertod entfernt weil sein Napf leer ist. Mitten in der Nacht.

Das ist es aber alles gar nicht. Es ist seine grenzenlose Selbstüberschätzung, die mich fertig macht. Der Edgar kämpf für sein Leben gern. Und ich meine, Edgar kämpft für sein Leben gern. Die Nachbarskatzen sind alle ganz friedlich. Stelle ich immer wieder fest, wenn ich sie gemütlich beim Plausch auf der Straße oder beim sinnlosen Rumliegen auf den Mülltonnen sehe. Friede, Freude, Eierkuchen. Und dann kommt Edgar.

7,5 Kilo blutrünstiges, schwarzes Übergewicht, quasi ohne Fell (auf den großflächigen, alten Kampfwunden wächst nichts mehr), dafür aber für eine Katze erstaunlich unbeweglich, blöd wie Brot und hat noch nie einen Kampf gewonnen. Und doch, wenn Edgar eine andere Katze in seinem Garten sieht, verwandelt er sich sofort von einem behäbigen Couch-Kater in einen gewaltbereiten Super-Ninja. Meint er. Die nachfolgenden Kampfszenen lassen eher den Schluss zu, dass die Verwandlung vor allem in seinem Kopf stattfindet.

Der Tierarzt schippert dank Edgar jedes Wochenende auf seiner Yacht über die Weltmeere und ich frage mich, wann macht es bei Edgar klick und er versteht, dass er nicht der unglaubliche Hulk ist?

Letztens habe ich versucht, mal in Ruhe mit Edgar über sein Problem zu sprechen. Ich habe mich zu ihm auf die Couch gesetzt und ihm erklärt:

„Hör mal Edgar, du musst aufhören zu denken, du seist ein Kater mit Superkräften. Du kannst nicht fliegen. Du bist nicht übernatürlich stark nur weil du übernatürlich dick bist. Und spätestens seit du auf der Flucht vor der Katze, die du angegriffen hast, mit voller Wucht gegen die Fensterscheibe gelaufen bist, bist du auch kein Einstein mehr, der Kämpfe mit dem Kopf gewinnen könnte.“

Was soll ich sagen. Edgar hat mich einfach nur angeschaut. Mit ein bisschen Verachtung im Blick. So als wolle er sagen: „Nur weil du nicht Gisele Bündchen bist, musst du mir nicht einreden, dass ich nicht Supercat bin.“

Vielleicht sollte ich mir von Edgars unerschütterlichem Selbstbewusstsein eine Scheibe abschneiden, statt mich darüber aufzuregen.

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13 Gedanken zu „Un-er-schütt-er-lich!

  1. Vielleicht hast Du bei den Nachbarskatzen mehr Glück? Bitte sie einfach beim nächsten Angriffsversuch, demonstrativ gähnend davonzuschlendern…..

  2. Ich wuerde Dir ja raten zu einem Katzenpsychologen zu gehen (der dann zusammen mit Deinem Tierarzt ueber die Weltmeere segeln kann), aber das waere herausgeworfenes Geld: Edgar ist einfach ein Maennchen!

  3. Er will doch nur sein Heim, den Hof und vor allen Dingen seine Futtergeber beschützen und verteidigen. Dass Du das aber auch nicht verstehen willst … 😉 😀

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