Stadt der Frauen

„Girls rule“ – Mädchen herrschen/entscheiden/bestimmen oder auch „Mädchen an die Macht“. Dies sagte die neue Klassenlehrerin gestern zu meiner älteren Tochter, als sie ihr die „frohe“ Botschaft überbrachte, in ihrer Klasse seien doppelt so viele Jungs wie Mädchen.

Mmh. Eigentlich bin ich eher für eine ausgewogene Mischung, aber ich kann verstehen, dass die Frau der anstehenden Übermacht der „Jungs“ in ihrer Klasse schon mal vorsorglich begegnen möchte. Als wolle das Schicksal es, dass ich mir über das Thema weitere Gedanken mache, las ich am Abend in der Zeitung über ein ungewöhnliches Dorf hinter den sieben Bergen in Brasilien. Dort nehmen die Bewohner das Motto „Girls rule“ der neuen Klassenlehrerin wörtlich: In dem Dörfchen leben 600 Menschen und fast alle sind weiblichen Geschlechts.

Männer sind nicht wirklich unerwünscht, aber „frau“ möchte sie nur in gut dosierten Portionen. So müssen die Herren, die eine der Dorfbewohnerinnen ehelichen, sich eine Arbeitsstelle suchen, die nicht weniger als 60 Kilometer entfernt liegt. Die berühmte Wochenendehe ist ein „Muss“ in Noiva do Cordeiro.

Ihre Stadt sei hübscher, besser organisiert und harmonischer ohne Männer behauptet eine der Einwohnerinnen. Das glaube ich gerne. Vor allem, wenn die nächste Dame berichtet, „frau“ habe sich neulich getroffen, um gemeinsam eine Großleinwand zu errichten. Nicht für Fußballspiele. Für Soap-Operas. Alles werde geteilt, Konkurrenzkampf gebe es nicht. Dafür immer Zeit für ein Pläuschen und um sich gegenseitig die Nägel und Haare zu machen.

Ich bin gespannt. Wenn es in der Klasse meiner älteren Tochter in diesem Schuljahr drunter und drüber geht, schicke ich sie nächstes Jahr zum Erholen nach Noiva do Cordeiro ins Internat.

Mehr Infos (in Englisch) über die Stadt der Frauen gibt es hier: Klick.

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3 Gedanken zu „Stadt der Frauen

  1. Guten Morgen, so ganz kann ich nicht an die traute Harmonie in Brasilien glauben… ich bin wohl auch eher ein Vertreter der „ausgewogenen Mischung“..

  2. Mir ist eine ausgewogene Mischung auch lieber. Ich habe lange Zeit in einem Betrieb gearbeitet, in dem die Frauen deutlich in der Mehrheit waren. Was da intrigiert, gezickt, gezofft, gelogen und verleumdet wurde…

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