Das „Gesetz“ auf der Straße

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten. So oder so ähnlich könnte man einige Neuerungen im Gerichts- und Polizeisystem der Vereinigten Arabischen Emirate erklären.

In Abu Dhabi wird ab Dezember ein „Gerichtsbus“ zum Einsatz kommen, der Urteile quasi im Vorbeifahren fällen kann. Der Bus – ein fulminanter, schwarzer Doppeldecker, ausgestattet mit „Gerichtssaal“ und Büros – soll bei aufwendigen Gerichtsverfahren mit vielen Beteiligten für eine Vereinfachung des Prozesses sorgen. Oder aber Menschen mit Behinderungen, die vor Gericht erscheinen müssen, den oft beschwerlichen Weg dorthin abnehmen. Auch Klagen können in dem mobilen Gericht eingereicht werden und Touch-Screens sollen die Bevölkerung mit Informationen versorgen.

Die Polizei in Dubai nutzt unterdessen moderne Kommunikationsformen, um ihre Arbeit zu erleichtern. Eine „App“ kann ab sofort den Polizeieinsatz bei kleineren Autounfällen ersetzen. Hintergrund ist ein Gesetz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, das vorschreibt, dass Autowerkstätten auch kleinere Blechschäden nur reparieren dürfen, wenn ein Polizeibericht vorliegt. Sogar wer selber gegen eine Mauer fährt, braucht einen Polizeibericht. Ab sofort genügt es, Unfallhergang, Ort und Zeit samt Photos via „App“ an die Polizei zu schicken und innerhalb von drei Minuten erscheint der Polizeibericht auf dem Bildschirm.

Doch damit nicht genug, auch Videos können hochgeladen werden. Zum Beispiel um Raser oder Drängler bei der Polizei anzuzeigen. Letzteres klingt am Ende allerdings etwas besser als es ist: schließlich macht sich in Dubai jeder selber strafbar, der während des Fahrens mit dem Handy filmt.

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6 Gedanken zu „Das „Gesetz“ auf der Straße

  1. Judge to go …

    Bei uns gibt es ja in ländlichen Gegenden den rollenden Supermarkt, den Bücherbus und den Getränke- und Kartoffelwagen.
    Ich sehe sie alle in der Reihe hintereinander und als letztes der rollende Gerichtssaal.
    Halt, als letztes müsste noch das rollende Gefängnis hinterher, damit die Verurteilten gleich den Bus wechseln und hinter Gitter kommen 🙂

  2. So ein Gerichtsbus hätte schon einige Vorteile. Z. B. könnten in Zukunft keine undurchsichtigen Auslosungen um Zuschauerplätze mehr statt finden wie vor dem NSU-Prozess, da im Bus ja mit Sicherheit kaum Publikum Platz finden wird. :mrgreen:

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