Eine „schmerzhafte“ Überraschung

Sieben Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 50.000 Dirhams (ca. 10.000 Euro) – so hart bestrafte ein Gericht in Dubai einen Amerikaner, weil seine Mutter ihm ein Päckchen aus der Heimat geschickt hatte. Das Päckchen hatte allerdings einen brisanten Inhalt: 592 Tramadol-Schmerztabletten und deren Einfuhr in die Emirate ohne behördlich beglaubigtes Rezept ist verboten. Gleiches gilt unter anderem für Hustensaft mit Codein oder Mohnsamen. Reiseveranstalter, Konsulate und Fluglinien empfehlen daher, sich vor dem Besuch der Emirate beraten zu lassen, welche Substanzen mitgebracht werden dürfen, um eine Haftstrafe, wie sie dem Amerikaner droht, zu vermeiden.

Der Mann, ein Veteran des ersten Golfkriegs, war vor kurzem in die Vereinigten Arabischen Emirate gezogen, um Arbeit zu finden, berichtet die Zeitung „7Days“. Seine Verletzung aus dem Kriegsdienst machte ihm dabei allerdings schwer zu schaffen. Der Mann wandte sich an verschiedene Ärzte in den Emiraten, um legal an das Schmerzmittel Tramadol zu kommen. Die Ärzte verschrieben ihm zwar das Medikament, doch der Mann beklagte in einem Telefonat mit seiner Mutter, die sieben Tabletten, die täglich nehmen dürfe, reichten kaum aus, um dem Schmerz Herr zu werden.

Die besorgte Mutter wandte sich an das US-Gesundheitsministerium und erhielt die 592 Tabletten, die sie ihrem Sohn als „Überraschung“ schickte, so der Anwalt des Angeklagten Amerikaners vor Gericht. Der Zoll in Dubai öffnete das Paket und nahm den Mann zu seiner großen „Überraschung“ fest.

Ein Berufungsverfahren läuft, doch der Kriegsveteran bleibt bis zur Urteilsverkündung Ende des Monats in Haft.

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4 Gedanken zu „Eine „schmerzhafte“ Überraschung

  1. Naja, da es als Rauschmittel missbraucht werden kann, ist es meiner Meinung nach nachvollziehbar, dass der Import nicht einfach so geduldet werden kann. Ich hoffe, dass der Amerikaner nachweisen kann, dass er es nur für sich braucht und das Gericht ein Einsehen haben wird.
    Man muss nur mal kurz googeln und kommt schon auf Seiten, wo das Medikament empfohlen wird, um high zu werden, aber auch gewarnt, weil es abhängig mache und starke Nebenwirkungen haben könne.

  2. 7 Tramadol täglich sind schon ne Hausnummer… wer damit nicht klakommt, dem wird auch ne Dosiserhöhung nicht helfen. Übrigens muss selbst jemand, der innerhalb des Schengenraumes verreist, vom Arzt ausgefüllte und vom Amtsapotheker (in NRW) beglaubigte Formulare mit sich führen, wenn er mit Opiaten unterwegs ist. Die müssen auch beim Zoll deklariert werden, sonst riskiert man auch innerhalb Europas eine Haftstrafe. Leider kenn ich das Prozedere…

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