Valentinstag…

Valentinstag! Der ist heute und ich bekam eine Rose und ein Schokoladenherz von meinen Kindern. Ich kann mich also nicht beklagen und ich mag den Valentinstag. Mochte ihn schon immer.

Ganz anders sah es bei dem Pärchen aus, die ich beim morgendlichen Hundespaziergang traf. Während mir die Frau irgendwie sehr laut und sehr betont „Einen frohen Valentinstag“ wünschte, brummelte der Mann hinter ihr etwas Unverständliches und ging weiter.

„Oha!“, dachte ich bei. „Ein Valentins-Schwarz-Weiß-Paar!“ Das wird kein guter Tag für die beiden.

Der Valentinstag ist der Rosenkohl unter den Feiertagen – man hasst ihn oder man liebt ihn. Dazwischen gibt es nichts. Selbst wenn man den Partner wirklich liebt. Die Seite der glühenden Verehrer zeichnet sich durch Herzchen in allen Größen und Farbschattierungen, rote Stoffteddybären, Schokolade, Romantik, Rosen und ganz viel Liebe aus.

Ihnen gegenüber stehen die Valentin-Verächter, die sich von einem Brauch aus einem anderen Land, der sowieso von der Blumenhändler-Mafia erfunden worden ist, unter Druck gesetzt fühlen. Wut erfüllt sie ab Anfang Februar, wenn die ersten Vorboten des Valentins-Tags in den Geschäften auftauchen. Alarmstufe Rot ist angesagt.

„So eine Konsum-Kacke mache ich nicht mit“, schimpfen sie bei jeder Sichtung eines Herzens. Um bloß nicht zu vergessen, dass sie gegen diesen Kommerz-Zwang im Namen der Liebe sind, schreiben sie sich eine Erinnerung „VALENTINSTAG UNBEDINGT VERGESSEN!“ in den Kalender ihres iPhone 6, für das sie mit religiösem Eifer in der Nacht vor dem Erscheinen am Geschäft angestanden haben – wie schon beim iPhone 5, 4, 3, 2, 1 und allen S-Modellen.

Es steht Herz gegen Kommerz, Liebe gegen Vergessen, Blumen gegen Wut. Die Lösung? Gibt es nicht. So einfach ist das. Es ist ja auch noch nie jemand zum Rosenkohl-Liebhaber bekehrt worden. Es hat sich aber auch noch nie jemand scheiden lassen, weil der andere seine Rosenkohl-Leidenschaft nicht teilte. In diesem Sinne: Froher Valentinstag!

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4 Gedanken zu „Valentinstag…

  1. Prima, mir gefällt der Rosenkohl vergleich.
    Mir war der Valentinstag immer sehr gleichgültig. Ich war aber auch die meiste Zeit meines Lebens Single. Jetzt bin ich verheiratet und lebe in Amerika, den Erfindern des Valentinstages. Hier scheint der Druck, etwas Besonderes an diesem Tag zu machen oder kleine Geschenke auszutauschen, erheblich größer zu sein, als in Deutschland. Mein Mann hasst Valentinstag und dein Absatz über die Valentinsverächter fasst seine Haltung zu diesem Tag perfekt zusammen. Er dankt jedes Jahr dem Herrgott auf Knien, dass er eine Frau geheiratet hat, der dieser Tag so gleichgültig ist.
    Aber jetzt kommts: Dadurch dass ich mitbekommen, was andere Paare so alles veranstalten, fühlt es sich komisch an, dass wir so gar nichts machen. Ich werde wohl gerade Opfer des Gruppenzwanges. Das gefällt mir gar nicht.

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