Camping-Abenteuer – Teil 1

Am Wochenende habe ich etwas getan, was ich nie wieder tun wollte: Ich war campen. In der Wüste. Mitten drin. Und jetzt weiß ich auch wieder, warum ich nie wieder campen wollte. In der Wüste. Mitten drin.

Aufopfernde Mutter, die ich bin, habe ich es natürlich für die Kinder getan. Das Campen. Mitten in der Wüste. Selbst von so Kleinigkeiten wie der Tatsache, dass ich kein wüstentaugliches Auto, kein Zelt und keine Schlafsäcke habe, habe ich mich nicht abschrecken lassen. Wofür hat man schließlich Freunde? (Danke, an dieser Stelle übrigens nochmals an eben diese).

Auf dem Beifahrersitz, mit geliehenem Zelt und den preiswertesten Schlafsäcken, die ich in Dubai auftreiben konnte, ausgestattet ging es am Freitagnachmittag bei Windstärke 10 los.

Unser wagemutiges Trüppchen brach auf, um einmal mehr der Natur zu zeigen aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Aus keinem sehr windfesten, das stellte sich schnell heraus. Anstatt die Zelte im orkanartigen Wind aufzubauen, stellten wir die Campingstühle auf (ich hatte meine natürlich vergessen), ließen den Sand ein Natur-Gesichtspeeling durchführen und tranken erst mal einen Sekt. Danach war der Zeltaufbau nicht einfacher, aber viel lustiger. Bis der Zeltbau-Anführer feststellte, dass die Heringe nicht im Sand hielten. Was so normal zu sein scheint, dass bei meinem Leih-Zelt die Heringe gleich mal ganz fehlten.

Auf den Schreck tranken wir zügig einen Sekt und schon fiel dem Daniel Düsentrieb unser Wüstenfuchs-Truppe ein, dass man die Zelte mit den mitgebrachten 6-Packs Wasserflaschen beschweren könnte. Dies klappte ganz wunderbar, nur leider hatten wir nun nichts mehr zu trinken. Außer Sekt. Und Bier. Und Wein. Und Gin Tonics. Und Caiphirinas (ja, richtig gelesen, man gönnt sich ja sonst nichts bei so einer Wüstentour).

Durch unzählige Wüstentouren für den Überlebenskampf gestählt, beschlossen wir, dass diese Flüssigkeitszufuhr für die Erwachsenen ausreichend sein sollte und die Kinder eben mal haushalten lernen müssten mit den zwei Wasserflaschen, die nicht für den Zeltbau von Dubai gebraucht worden waren. Wenn sie später mal in einem Dürregebiet wohnen sollten, werden sie uns dankbar sein. Wir stießen mit einem Caiphirina auf unsere pädagogische Meisterleistung an.

Der Wind hatte derweil auch keinen Spaß mehr daran, unsere kichernde Truppe zu ärgern und verzog sich. Was ganz prima war – bis zu dem Moment, an dem es unangenehm frisch wurde. Aber so ein bisschen Kälte macht einer echten Wüstenexpedition natürlich nichts aus, dicke Jacken, Schals und Decken wurden übergezogen und ein Lagerfeuer entzündet. Gegen die innere Kälte half ein Gläschen Wein und es wurde richtig gemütlich. Vor allem, da kein Terroristen-Suchkommando vorbeikam, das unsere Gruppe bis zur Unkenntlichkeit Vermummter, die da abgeschieden von jeder Zivilisation konspirativ um ein Lagerfeuer herumsaß, auffällig fand.

Mittlerweile war es Abend und der Grill wurde angeheizt. Von den ca. 4000 mitgebrachten Würstchen landeten sogar ein paar in den Mägen der Kinder, der Rest landete im Sand. Was den Hund, der den Wüstenausflug bis dato eher überschaubar fand, ganz unglaublich erfreute. Die gute Laune des Tieres hielt allerdings nicht lange, da es ihm ganz unbegreiflich war, dass ich ihm sein eigentliches Fressen nach dem Wurstfest verwehrte. Was ich selber gegessen habe, weiß ich nicht, Nachts in der Wüste ist es ziemlich dunkel. War aber lecker.

Mit vollem Magen und nach einem weiterem Glas Wein war ich sogar in einem Zustand, in dem ich fast verdrängen konnte, dass a) der unvermeidbare Gang auf die Wüsten-Toilette sekündlich näher rückte, und b) die Zeit bis zum Schlafengehen im Wüstenzelt so schnell verrann wie in einer Sanduhr mit zu großem Loch.

Und was in der Nacht noch so alles geschah, das berichte ich morgen in Teil 2.

 

 

 

 

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16 Gedanken zu „Camping-Abenteuer – Teil 1

  1. Beim Lesen stelle ich mir immer alles bildlich vor. Macht es Dir wirklich nicht so viel aus, dass Du was vergessen hast (wie den Stuhl oder dass keine Heringe dabei waren) oder schreibst Du das hier „nur“ nicht? Ich würde mich grün und blau ärgern und es dann auch schreiben.

    LG Rena

    • Nein, in dem Fall hat es mir wirklich nicht viel ausgemacht…vor allem, da die Freude einen Extra-Stuhl mithatten, wenn ich den ganzen Abend auf der Kühlbox hätte sitzen müssen, hätte ich wohl noch ein paar Gläser Wein mehr gebraucht, um mich nicht zu ärgern…und ansonsten ist beim Camping eher so, dass ich es wirklich überhaupt und gar nicht mag. Besonders in der Wüste. Ich finde es grauenvoll und habe es wirklich nur für die Kinder gemacht. Wenn du mit so einer negativen Grundhaltung losfährst kann es eigentlich nur besser werden….;-)

  2. Ha, ha, so lustig!
    Ich persönlich lese ja viel lieber über die Campingerlebnisse anderer, als mich selbst in so ein Abenteuer zu begeben! 🙂
    Viele Grüße
    Maria

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