Hamburgaaaaaaaahhh!

Ich werde nie wieder in meinem Leben einen Hamburger essen. Was ganz furchtbar ist, denn Hamburger gehörten einst zu meinen absoluten Lieblingsgerichten. Nicht unbedingt die Hamburger von Fast-Food-Ketten sondern dicke, saftige, medium-gebratene Hamburger mit weichen Brötchen, Tomaten, Salat, Zwiebeln und einer Gurke. Köstlich. Ganz köstlich. Also früher, jetzt wird mir schlecht, wenn ich nur an Hamburger denke. Dabei habe ich seit Wochen schon keinen mehr gegessen. Was passiert ist?

Es begann an einem ganz normalen Morgen. Wie jeden Tag brachte ich die Kinder zur Schule und wie bei jeder Fahrt hörten wir das Duell „Radiomoderatorin gegen Schulkinder“, das meine Kinder in der Meinung bekräftigt, dass sie „viel smarter denn Mama are.“

Vor dem Duell kam ein Werbeblock. In diesem Block wurde für einen Hamburger, nennen wir ihn mal „den Hamburger“ Werbung gemacht. Durchaus appetitanregend. Nach dem Quiz ein weiterer Werbeblock, wieder mit ihm „dem Hamburger“. Was zunächst nicht weiter störte, wurde bald anstrengend. Wenn das Radio lief kam sie, die Werbung für ihn, „den Hamburger“. Wegschalten nützte nichts, auch auf allen Sendern lief sie, die Werbung für „ihn“.

Also kein Radio mehr, um der Hamburger-Hölle zu entkommen. Am nächsten Tag sah ich die erste Werbung in der Zeitung. Immerhin wusste ich jetzt, wie „er“ aussah. Der „Kennenlern-Effekt“ verblasste schnell, ich begann die Zeitung zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Die ersten Plakate am Straßenrand tauchten auf. Ich durchforstete das Internet, ob es verboten sei, in Dubai mit Scheuklappen Auto zu fahren.

Doch selbst das nützte nichts. Nichtsahnend und befreit von aller Werbung ging ich mit dem Hund spazieren. Die Nachbarn entschlossen sich im gleichen Moment zu grillen. Das ganze Wohngebiet roch nach Hamburgern. Ich werde jetzt oft beim Spaziergang angesprochen, warum ich eine Maske trage.

War es am Anfang nur eine Abneigung gegen die Werbung für ihn „den Hamburger“ kann ich dieser Tage nicht mal mehr das Wort denken, ohne das mir schlecht wird. Sollte die Hauptfigur des nächsten Romans zunächst noch gerne Hamburger essen (wir erinnern uns, am Anfang war die Werbung durchaus appetitanregend), liegt das Manuskript nun in der Ecke: Ich schreibe an einem Sachbuch über die Machenschaften der Hamburger-Industrie. Teil Zwei wird die Gesundheitsrisiken von Hamburger-Hack so detailliert darstellen, dass niemand jemals wieder einen Hamburger essen wird.

Ich gehe davon aus, dass ich mir mit meinen Enthüllungen Feinde machen werde. Nicht weiter schlimm, ich plane eh in die Mongolei auszuwandern, wo ich mir irgendwo in der verlassenen Steppe ein großes Grundstück mit hohen Mauern umzäunen und isoliert von allen Medien leben werde. Keine Werbung, kein Rind und erst recht kein Hamburger wird Einlass finden. Vielleicht finde ich dann wieder Frieden…

 

 

 

 

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5 Gedanken zu „Hamburgaaaaaaaahhh!

  1. Guten Morgen, liebe Anne! 🙂
    Siehst Du und bei mir wäre so rein gar nichts passiert.
    Ich mag nämlich keine Hamburger!
    Weder aus Schnellrestaurants, noch hausgemacht, noch vegetarisch.
    Gegen diese Dinger bin ich immun. 😉
    Habe auch einen schönen Tag. ❤
    Gruß Karen

  2. Ich mag nur selbstgemachte…eigentlich…aber dieser Effekt mit der Werbung hält mich ja ab ein bestimmtes Müsli zu konsumieren. Die Werbung ist SO dämlich…das kann ich nicht untetstützen…

  3. Hmpf. Jetzt habe ICH Lust auf Hamburger….ist sowas ansteckend, durch die Datenleitung?

    Ich stapfe jetzt mal wütend in die Küche und mache mir einen GESUNDEN und SCHÖNEN und LECKEREN….Salat. Fast genauso gut.

    Echt jetzt.

  4. Wir machen unsere Hamburger generell selbst. Praktischerweise verkauft jeder Fleischer bei uns Hackfleisch als flache, runde Hamburgerscheibe… die Brötchen findet man auch ganz leicht und dann braucht man nur noch raufzupacken, was einem so schmeckt. Das ist ganz unkompliziert… und macht auch wirklich satt.

    McD. & Co. habe ich vielleicht vor 10 Jahren zum letzten Mal besucht – aber auch nur weil meine Geschwister so versessen darauf waren.

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