Der feine Unterschied

In Dubai bewegt man sich nicht gern. Braucht man auch nicht. Man kann sich wirklich alles nach Hause liefern lassen, Rechnungen am Computer bezahlen und in den Malls stehen die Autos in zweiter und dritter Reihe und warten auf einen freien Parkplatz direkt am Eingang während die Parkreihen im hinteren Bereich gähnend leer sind. Selbst der leere Tank nach der Parkplatz-Warte-Orgie wird einem von einer freundlichen Service-Kraft gefüllt, die auch gleich abkassiert. Wenn man schon aus dem Haus muss, dann bitte wenigstens nicht aus das Auto verlassen.

Selbstverständlich gilt diese Bewegungsvermeidung nur im Alltag – die Fitnessstudios brummen, in den Morgenstunden sieht die Bürgersteige oder Parkwege kaum, so viele Jogger sind unterwegs. Wenn es um Bewegung geht, muss man eben einen feinen aber kleinen Unterschied machen.

Den machte auch eine Freundin von mir, als wir letzthin bei einer der in Dubai sehr beliebten „Ladies nights“ waren. Diese Damennächte gibt es in fast allen Bars und sie zeichnen sich dadurch aus, dass der weibliche Teil der Bevölkerung freien Eintritt und vor allem freie Drinks geniessen kann.

Die Freundin kam etwas später, da sie nach ihrer Power-Yoga-Stunde noch schnell schwimmen war.  Frisch und körperlich gestählt setzte sie sich bester Laune an unseren Tisch und fragte:

„Wo krieg ich hier was zu trinken her?“

Die Antwort auf die Frage wo SIE etwas zu trinken herbekomme, versetzte sie in einen Zustand der Schockstarre, als wir ihr erklärten, SIE müsse selber zur Bar gehen und sich ihr Freigetränk abholen.

„Die bringen mir mein Getränk nicht an den Tisch? Dubai geht wirklich vor die Hunde!“, erklärte sie entsetzt, stand aber dennoch auf und holte sich ein Glas Sekt, mit dem wir dennoch fröhlich – nachdem der erste Schreck vergangen war – auf den „unerhörten“ Service in der Bar anstießen.

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4 Gedanken zu „Der feine Unterschied

    • Ja es ist immer wieder herrlich mit dem SUV ins Fitnessstudio zu fahren, den Lift in die 3. Etage zu nehmen, um dann endlich die paar Kilometer am Laufband abzulaufen. Köstlich!!! 😉

      • Das ist in Deutschland nicht viel anders! Ich finde, der Fahrstuhl sollte erst Tasten für den dritten Stock haben und für wirklich bedürftige Leute sollte es eine Chipkarte oder sowas geben, damit sie auch in den ersten und zweiten Stock kommen…

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