Verkaufsgenie – Teil II

Alles muss raus! Aus den Schränken raus war mein ganzer Krempel bereits und nun musste er noch raus aus der Küche bzw. dem Wohnzimmer und meinem Leben.

„Nichts einfacher als das!“, sagte ich entschlossen zu mir selber und stellte mein Hab und Gut auf einer Facebook-Seite ein, deren einziger Sinn und Zweck es ist, den ca. 35.000 Menschen, die in unserem damaligen Wohngebiet leben, eine Verkaufsplattform zu bieten. Mehrfach hatte ich dort bereits Spielsachen der Kinder mit Erfolg veräußert und da man aus Erfahrungen bekanntlich lernt, war ich dieses Mal so schlau, mich gar nicht erst auf ein „Können Sie das bitte für mich reservieren“ einzulassen (der sehr gedächtnisstarke Leser erinnert sich an das Schaukelpferd und seinen Verkauf) sondern schrieb entschieden, am folgenden Tag um Schlag Fünf Uhr Abends könne zu meinem Haus kommen, wer wolle und sich aus dem ganzen Plunder aussuchen was er wolle und es sogar – gegen Entgelt – mit nach Hause nehmen. Weiterlesen

Verkaufsgenie!

Um es gleich vorweg zu sagen – ein Verkaufsgenie bin ich nicht, aber das Internet.  Und so begab es sich, dass ich bevor ich Dubai für immer verlassen habe, auch sehr große Teile meines früheren Lebens dort gelassen habe. Der standhafte Leser erinnert sich (alle anderen können es hier nachlesen), dass eines Tages nach acht wunderbaren Jahren der Tag gekommen war, an dem ich die Augen nicht länger vor dem verschließen konnte, was die Sterne für mich vorgesehen hatten: Es war Zeit, nach Deutschland zurückzukehren.

Eine der ersten Fragen, die nach dem Entschluss aufkamen, war schlicht: Was nehme ich mit? Ein Ticket sicher hatten die Kinder und der Hund. Hinter dem dicken, schwarzen Kater stand ein großes Fragezeichen (Sonderbericht folgt), unser wunderschönes Haus konnte leider nicht mit (Sonderbericht über den Verkauf folgt) – aber was war mit dem Rest? Möbel, über die Jahre angesammelte Dekoration, Küchenkram, Bücher, Spielzeug? Weiterlesen

Ein Jahr? Ein Jahr!

Kann es wirklich sein, dass wir seit einem Jahr in Deutschland leben? War das nicht erst gestern, als ich mit Hund und dickem, schwarzen Kater ins Flugzeug gestiegen bin? Nein, es ist wirklich ein Jahr her – ein Blick auf das alte Flugticket und den dicken Stapel Papier, den es braucht, um einen Hund und eine Katze aus Dubai in die EU zu importieren, bestätigen, was der Blick auf den Kalender mich zuvor nur vermuten ließ – fast genau auf den Tag vor einem Jahr sind wir in Berlin gelandet.

Viel ist in diesem Jahr passiert, so viel, dass ich darüber doch tatsächlich vergaß, verdrängte und verschob, was ich so alles auf diesem Blog eigentlich hatte berichten wollen über die letzten Wochen in Dubai und die ersten in Berlin. Vielleicht gelingt das in der Zukunft wieder besser, vielleicht auch nicht, aber heute ist heute und gerade heute war die Erinnerung an den „Heimflug“ mit acht Pfoten so präsent, dass ich diese Erinnerung hier und jetzt aufschreibe. Weiterlesen

Die perfekte Welle

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Es ist ruhig geworden in der „Wüste“ – in den letzten Wochen habe ich immer weniger gebloggt, dabei habe ich jede Menge erledigt: Ich habe unser Haus ausgeräumt, Möbel verkauft und dabei die merkwürdigsten Sachen erlebt, eine Wohnung gemietet und Flüge nach Deutschland gebucht. Diesmal allerdings nicht nur für Menschen sondern auch für den Hund und den dicken schwarzen Kater. Und ach ja, ein Interview über das Leben in Dubai habe ich auch noch gegeben, das steht hier und darin steht der Grund, warum ich all diese Dinge getan habe. Weiterlesen

Die Polizei & Ich

Ach Jahre Dubai und nicht ein Autounfall – damit gehörte ich bis vor kurzem zu den ca. 0,000001 Prozent der Bevölkerung, die noch keine Bekanntschaft mit der Verkehrspolizei in Dubai gemacht haben. Die Betonung liegt auf „gehörte“, denn statt endlich den Orden für vorbildliches Fahren in einer Stadt, in der es Verkehrsregeln nur gibt, damit sie gebrochen werden können, zu bekommen hatte ich einen Unfall.

Es geschah bei der Ausfahrt aus einer der für Dubai typischen Kreisverkehre: Ich war schon fast draußen als es krachte. Ein Taxi war meinem kleinen, himmelblauen Auto seitlich hinten in den „Popo“ gefahren. Weiterlesen

Mein Freund, der Hund

Seit einigen Wochen gehen bei mir im Haus die Handwerker ein und aus. Und selbstverständlich sind auch die Handwerker in Dubai anders als anders wo. Die Herren, die allesamt aus Indien stammen, erscheinen bevorzugt im Rudel (sprich mindestens zu fünft), stehen gerne rum und überprüfen durch intensives Starren den Zustand der Luft im Haus. Natürlich arbeiten sie auch – wenn sie wirklich gar nichts anderes zu tun finden, vermessen sie die Wände fünf Mal nacheinander, um nach fünf verschiedenen Ergebnissen einen Schätzwert zu nehmen.

All dies geschieht allerdings erst seitdem sie die Angst vor der furchteinflößenden Höllenbestie, die bei mir im Haus wohnt, verloren haben. Diese Bestie sieht so aus: Weiterlesen

Der feine Unterschied

In Dubai bewegt man sich nicht gern. Braucht man auch nicht. Man kann sich wirklich alles nach Hause liefern lassen, Rechnungen am Computer bezahlen und in den Malls stehen die Autos in zweiter und dritter Reihe und warten auf einen freien Parkplatz direkt am Eingang während die Parkreihen im hinteren Bereich gähnend leer sind. Selbst der leere Tank nach der Parkplatz-Warte-Orgie wird einem von einer freundlichen Service-Kraft gefüllt, die auch gleich abkassiert. Wenn man schon aus dem Haus muss, dann bitte wenigstens nicht aus das Auto verlassen.

Selbstverständlich gilt diese Bewegungsvermeidung nur im Alltag – die Fitnessstudios brummen, in den Morgenstunden sieht die Bürgersteige oder Parkwege kaum, so viele Jogger sind unterwegs. Wenn es um Bewegung geht, muss man eben einen feinen aber kleinen Unterschied machen. Weiterlesen

Verschlimmbessert…

Wer im Ausland lebt muss zur deutschen Botschaft, wenn er etwas erledigen möchte, das mit Deutschland zu tun hat. Da in Dubai zwar sehr viele Deutsche leben, es aber nicht die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ist (das ist Abu Dhabi) gibt es in Dubai keine Botschaft sondern ein Generalkonsulat. Was es nicht besser macht.

Ein Besuch beim Generalkonsulat war bis vor kurzem ungefähr so angenehm wie eine Weisheitszahn-OP ohne Narkose – und dauerte mindestens zehn Mal so lange. Stunde um Stunde saß man im Wartebereich des Generalkonsulats mit einem Nümmerchen in der Hand und wartete, dass die Visa-, Pass- und sonstige Begehren der Nümmerchen vor einem abgearbeitet wurden.

Besonders fies: Am Eingang des Konsulats wurde einem heimtückischerweise das Handy abgenommen. Stundenlange Wartezeiten ohne Handy in einer Zeit, in der die meisten Menschen es nicht mal eine Mahlzeit lang ohne ihr Smartphone aushalten. Brutal.

Doch seit Mitte Mai ist alles anders. Man kann nicht nur, nein, man muss beim Generalkonsulat einen Termin ausmachen, um zu erledigen, was nur das Konsulat erledigen kann. Nun könnte man meinen, ist doch prima, kein stundenlanges Warten mehr, einfach Termin ausmachen, hingehen, fertig.

Wenn es nur so einfach wäre. Musste ich doch bei meinem heutigen Besuch beim Konsulat feststellen, dass so ein Terminvergabesystem Auswirkungen hat. Dramatische Auswirkungen. Weltweit. Weiterlesen