Mütter-Einkaufs-Mut-mach-Post

Es ist wirklich alles nur eine Phase. Diese Erkenntnis traf mich gestern wie ein Blitz mitten auf dem Westenhellweg in Dortmund. Ich lief mit meinen Mädchen über die Haupteinkaufsstraße der Stadt als mir plötzlich auffiel, dass meine Kinder nicht maulten, nicht ungebremst gegen andere Passanten rannten, nicht alle zwei Meter ein Eis wollten oder auf die Toilette mussten. In den Geschäften benahmen sie sich ebenfalls wie zivilisierte Menschen und nicht wie Eingeborene eines kurz zuvor entdeckten Amazonas-Stammes bei ihrem ersten Besuch in der großen Stadt.

Das war früher anders. Meine Kinder waren Einkaufsterroristen. Während wir so durch die Geschäfte schlenderten fiel mir ein Blogpost ein, den ich vor zwei Jahren geschrieben habe und den ich unten einfach noch mal anhänge, damit er Millionen Müttern Mut macht: Es ist alles wirklich nur eine Phase! Der Einkaufsterror geht vorbei. Und bis dahin geht man am besten in Dubai einkaufen. Weiterlesen

Paranoia auf japanisch oder das kann doch kein Zufall sein!

In Dubai gibt es seit einiger Zeit ein „neues“ Geschäft: Muji. Neu ist Muji natürlich nicht wirklich, aber in Dubai gibt es diese japanische „Lifestyle-Kette“ (ich hätte Kaufhaus gesagt, die haben nämlich so ziemlich alles, aber bei Wikipedia nennen die das so) eben erst seit ein paar Monaten. Weiterlesen

Ufo im Supermarkt…

Mein fast täglicher Besuch im Supermarkt, um frisches Brot zu kaufen (das hält sich im Dubai-Klima höchstens 3 Stunden, dann wird es oll und fad), wurde gestern von einem schier unglaublichen Vorfall überschattet.

Ich gehe also, mein Brot bereits in der Hand, noch schnell in die Körperpflegeabteilung, um Seife zu kaufen, als plötzlich aus dem Nichts heraus, vor mir ein Paket aus dem Regal fliegt.

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Öffnungszeiten an den Feiertagen

Kaum sind die Sommerferien vorbei, stehen schon wieder die nächsten Feiertage vor der Tür. Ende Oktober wird in der muslimischen Welt Eid Al-Ahda gefeiert, das Opferfest, mit dem das Ende der Haddsch, der Pilgerreise der Muslime nach Mekka, begangen wird.

Gefeiert wird auf die verschiedensten Weisen, unter anderem hat Scheich Mohammed angekündigt, dass die Malls in Dubai für zwei Wochen lang jeden Tag 24 Stunden geöffnet sein werden. Shopping nonstop – nicht schlecht, aber bei normalen Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr bzw. an den Wochenenden von 10 bis 24 Uhr ist hat man sowieso kaum Probleme, den Wochengroßeinkauf irgendwie unterzubringen oder schnell ein Geschenk zu besorgen.

Im Gegenteil, vor einiger Zeit kam ich mit einer Freundin gegen 1 Uhr Nachts aus dem Kino – die sind ebenfalls in den großen Malls angesiedelt – und sie blickte sich ganz glücklich in der Mall um und sagte: „Endlich sind mal die Geschäfte zu!“

Und weil ich gerade bei der Haddsch bin, hier noch ein Foto, dass ich vor vielen Jahren mal während einer Reise nach Jeddah in Saudi-Arabien gemacht habe. Die Hafenstadt Jeddah liegt nur wenige Kilometer von Mekka, dem heiligsten Ort der Muslime, entfernt – den Nicht-Muslime nicht besuchen dürfen, wie dieses Autobahnschild eindeutig klar macht.

Ja, ist denn schon Weihnachten?

Auf die Gefahr hin, dass ich mich als Schocoholic oute, aber gestern habe ich in der Süßwarenabteilung des Supermarkts mal wieder was erlebt. Ich war fast fertig mit dem gefürchteten Großeinkauf bei Carrefour, einem gigantischen Hypermarkt, wo es wirklich alles gibt, als ich sie sah: Dominosteine zu Pfingsten.

Ich konnte es kaum glauben, dass mir da original Lambertz-Packungen aus dem Regal entgegen lachten. Auch kaum zu glauben, dass ein Land, in dem Weihnachten gar nicht gefeiert wird, es schafft, jeden deutschen Supermarkt im Rennen um die ersten Weihnachtsartikel in den Regalen zu schlagen.

Natürlich bin ich strikter Gegner von Weihnachtskeksen vor November, dennoch schaute ich mir die Packungen genauer an. Die Würfel waren schon ein wenig zermatscht und die Schokolade weiß angelaufen. Bis zum Ablaufdatum war es gerade noch eine Woche. Messerscharf kombinierte ich: „Aha, es handelt sich offensichtlich um Ware aus dem Vorjahr.“ Nur, warum lag die jetzt auf einmal im Regal? Weihnachten hatte ich vergeblich jedes Sandkorn in Dubai auf der Suche nach meinen heißgeliebten Dominosteinen umgedreht.

Die Frage ließ mir den ganzen Tag keine Ruhe und nach intensivem Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es ungefähr so gewesen sein muss: Irgendwann im Oktober oder November 2011 kam ein großes Frachtschiff aus Deutschland in Dubai an. Vollgeladen mit deutschen Lebensmitteln für Carrefour. Nachdem der Frachter ausgeladen und die Waren an die Carrefour-Märkte verteilt worden waren, hatte keiner eine Ahnung, was die komischen Schokoladenwürfel sein sollten. Also hat man sie erst mal im Was-soll-das-sein-Bereich der Lagerhallen abgelegt. Am Ende ist das Zeug nicht halal oder noch schlimmer, mit Schweinegelantine gemacht.

Mehrere Memos an diverse Abteilung, ob und wie diese suspekten Dinger verkauft werden sollten, blieben unbeantwortet. Das vorwiegend indische und philippinische Personal fühlte sich nicht zuständig für deutsche Delikatessen. Dann fiel das Memo in die Hände eines Mitarbeiters, der zwar auch nicht zuständig war, aber weil der Sohn eines Bekannten seiner Oma mal in Deutschland für ein paar Jahre Taxi gefahren war, wusste er, dass es sich um Dominosteine handelte und man die unbesorgt verkaufen konnte. Da das Verfallsdatum drängte, eben zu Pfingsten. Wenn bei Carrefour keiner weiß, dass die für Weihnachten sind, dann wissen es die Kunden bestimmt auch nicht. Außer den paar Deutschen, die die vergammelten Dominosteine mit angewidertem Gesicht wieder ins Regal gestellt haben, natürlich.