Verkaufsgenie – Teil II

Alles muss raus! Aus den Schränken raus war mein ganzer Krempel bereits und nun musste er noch raus aus der Küche bzw. dem Wohnzimmer und meinem Leben.

„Nichts einfacher als das!“, sagte ich entschlossen zu mir selber und stellte mein Hab und Gut auf einer Facebook-Seite ein, deren einziger Sinn und Zweck es ist, den ca. 35.000 Menschen, die in unserem damaligen Wohngebiet leben, eine Verkaufsplattform zu bieten. Mehrfach hatte ich dort bereits Spielsachen der Kinder mit Erfolg veräußert und da man aus Erfahrungen bekanntlich lernt, war ich dieses Mal so schlau, mich gar nicht erst auf ein „Können Sie das bitte für mich reservieren“ einzulassen (der sehr gedächtnisstarke Leser erinnert sich an das Schaukelpferd und seinen Verkauf) sondern schrieb entschieden, am folgenden Tag um Schlag Fünf Uhr Abends könne zu meinem Haus kommen, wer wolle und sich aus dem ganzen Plunder aussuchen was er wolle und es sogar – gegen Entgelt – mit nach Hause nehmen. Weiterlesen

Pferdeverkauf

Eine begnadete Verkäuferin bin ich nicht. Zumindest nicht, wenn man einer Dame glaubt, die mir vor ein paar Tagen eine Nachricht über Facebook hat zukommen lassen. Der geneigte Leser wird sich erinnern, dass ich über den Verkauf von „Willow“ dem Schaukelpferd, warum „Willow“ gehen musste und die Reaktion meiner Kinder auf seinen Auszug berichtete. Nicht aufgeschrieben habe ich bislang, was hinter den Kulissen geschah. Weiterlesen

Der blanke Wahnsinn

Die Sonne hat das Sauerland – zumindest für heute – verlassen, meine Kinder sind Kika-süchtig (wenn ich noch einmal den Gesang „Kika, Kika, Kikaninchen“ höre, drehe ich durch) und ich habe einen ruhigen Morgen vor dem Computer genossen, wo ich mich durch so allerlei Internet-Nachrichtendienste gelesen habe. Leider musste ich dabei feststellen, dass die Welt, während ich gemütlich Olympia gesehen habe, offensichtlich dem Wahnsinn verfallen ist.

Allein bei den folgenden drei Meldungen bin ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr herausgekommen – und die waren nur der Anfang.

–       Ein verheirateter Mann in England hat eine Affäre. Gut, das kommt in den besten Familien vor. Die Frau ahnte nichts, bis sie Hochzeitsfotos ihres Ehegatten bei (!) Facebook entdeckte. Leider nicht ihre eigenen. Der Mann redete sich raus („alles Fake“) und die Frau glaubte ihm. Schön blöd. Ein paar Monate später kam ihr die Sache doch spanisch vor und sie stellte Nachforschungen an. Mit wenig schönen Resultaten: ihr Mann hatte seit sechs Jahren eine Affäre mit der anderen und diese tatsächlich vor einem Jahr geheiratet. Über die Photos bei Facebook komm ich ja schon nicht weg, aber was hat sich die zweite Ehefrau gedacht? Oder wusste die auch nicht, dass der Kerl schon verheiratet war?

–       Die Discount-Firma Groupon hat versucht, in den Vereinigten Emiraten ein besonders „sinnvolles“ T-Shirt unters Volk zu bringen und damit für öffentlichen Ärger gesorgt. Dabei war auf dem T-Shirt nichts als ein dicker, schwarzer Strich zu sehen. Der war allerdings so platziert, dass er aussehen sollte, wie ein Sicherheitsgurt, um bei Polizeikontrollen nicht schon von weitem aufzufallen. Zum Bericht mit Photo geht es hier.

–       In den Vereinigten Emiraten gibt es ein massives Problem mit Verkehrssündern – die Schwiegermutter berichtete bereits. Nun will die Verkehrsbehörde härter durchgreifen. Vor allem gegen Fahrer, die ihre Verkehrsstrafen nicht bezahlen. Wie zum Beispiel die 17 Fahrer, die Bußgelder in Höhe von 2,9 Millionen Dirhams (ca. 550 000 Euro) angehäuft haben. Ihre künftige Strafe? Sie dürfen das Land nicht mehr verlassen, bevor sie bezahlt haben. Blöd nur, wenn es sich um Emiratis handelt….

Ich glaub, ich klapp das Laptop jetzt zu. Genug Wahnsinn für einen Tag. Da seh ich sogar lieber mit den Kindern gemeinsam Kika. Vielleicht schaffe ich es auch, sie zu einem Waldspaziergang zu überreden. Das ist auch ein gewisser Wahnsinn, wenn ich an den letzten Spruch meiner Tochter zu diesem Thema denke: „Wieso? Mama! Das ist doch blöd! Im Wald gibt es doch kein Kika!!“