Piiiiiieeeeep!

Ein ganz normaler Morgen vor einigen Wochen. Panik. Hetze. Ungemach. Dazwischen das Läuse-Kind, das dank nicht-wirkendem Läuse-Shampoo Nr.1 am Tag zuvor von der Schule nach Hause geschickt worden war und nun gemütlich am Frühstückstisch sitzt, denn es darf/muss nochmal daheim bleiben und auf eventuell auch dem zweiten Läuse-Mittel trotzende Krabbeltiere achten.

Ich habe bereits einen großen Teil meines Arbeitstages vor dem Arbeitstag geschafft und habe Frühstück gemacht, Pausenbrote geschmiert, die Spülmaschine ausgeräumt, Wäsche gefaltet, war mit dem Hund und bin nun fast auf dem Weg zur Arbeit. Da passiert es. Ein ohrenbetäubendes Piepen schallt durchs Haus und ich falle fast die Treppe runter, auf der ich gerade stehe. Was kann das sein? Weiterlesen

Hoch auf dem gelben Wagen…

So ein Hund ist schon etwas Wunderbares. Er oder in meinem Fall sie liebt einen abgöttisch, mault nie, frisst, was in die Schüssel kommt, man kommt an die frische Luft und für Bewegung ist gesorgt. Und Frauchen weiß alles. Alles! Wer wo neu eingezogen ist, wer Streit mit dem Ehemann hat, wer wann am Abend ins Bett geht, wo eine neue Sofacouch gekauft worden ist und vieles mehr. Ich nenne meine morgend- und abendlichen Spaziergänge durch unsere Nachbarschaft auch gerne meine Patrouillengänge.

Dank dieser Gänge weiß ich zum Beispiel, was eine Leserin der örtlichen Tageszeitung offenbar erst mühevoll lernen musste: Schulbusse sind weniger Segen als man meint.

Was? Wie kann man denn gegen einen Bus-Service sein? Ist doch eigentlich eine prima Sache. Die lieben Kleinen werden morgens vor der Haustür abgeholt, treffen im Bus Schulkameraden und Nachmittags stehen sie wie durch ein Wunder und als wäre nichts gewesen wieder vor der Tür.

Doch mit eben der Haustür fängt es an. Wenn ein Bus für bis zu 30 Kinder jedes Kind daheim abholt, kann man sich vorstellen, wie lange er dafür braucht. Die Leserin der Tageszeitung beklagte sich in einem Brief bitterlich, dass ihre Kinder jeden Tag drei volle Stunden im Bus sitzen würden.

Böse Zungen könnten nun sagen: Ist doch prima, nochmal drei Stunden, die man die Blagen nicht am Hals hat. Das Blöde ist nur, dass man die Brut erst mal in den Bus kriegen muss. Weiterlesen

Der Schatten in meinem Baum

Frühstück im Garten. Die Temperaturen sind wunderbar, die Kinder haben Ferien. Das Leben ist schön. Ich trinke entspannt meinen Kaffee, als ich einen Schatten durch einen Baum huschen sehe. Einen großen Schatten.

„Das kann nicht sein“, denke ich mir und wende mich wieder meinem Kaffee zu.

Da wieder. Ein riesiger Schatten huscht durch den ebenfalls riesigen Baum, der neben dem Haus steht. Weiterlesen

Möbel-Frühstück

Möbel

In den UAE gibt es gefühlte 350 Feiertage pro Jahr – gestern war mal wieder einer. Manchmal ist man fast erstaunt, dass in den Emiraten überhaupt gearbeitet wird. Fällt ein Feiertag, so wie gestern, mal zufällig nicht auf einen Donnerstag oder Sonntag und umrahmt damit das Wochenende, dann wird der Brückentag oder die Brückentage eben von offizieller Seite freigegeben.

Dummerweise erkennen meine geliebten Kinder Feiertage aber nur in sofern an, dass sie ein besonderes Entertainment verlangen, das mit Feiertage für gewöhnlich verbundene Ausschlafen dagegen erscheint ihnen vollkommen unnötig. Weiterlesen

Der Würstchen-Boogie

Als ich heute morgen in den Kühlschrank blickte, blickte nichts zurück. Will heißen, es herrscht – in Abwesenheit der Kinder – gähnende Leere im Kühlschrank. Ich genieße zwei Wochen ohne Kochen und vor allem ohne Sonderwünsche. Etwas weniger genossen habe ich die Tatsache, dass ich nichts zum Frühstück hatte.

Also rief ich schnell eine der wenigen Freundinnen an, die noch in Dubai ausharren und überredete sie, mit ihr zum Frühstück in eine der zahlreichen Malls zu fahren. Auf dem Weg dorthin standen wir an einem Kreisverkehr mit ausgesprochen langer, roter Ampelphase.

Plötzlich kreische meine Freundin auf: „Hör mal!“ und stellte das Radio auf eine Lautstärke, die sonst nur meine Kinder bei Katy Perry einfordern. Die Musik, die nun mein Trommelfell bis aufs Äußerste strapazierte, war leider nur wenig besser, rief dafür aber viele, schöne Erinnerungen hervor: „Words“ von FR David.

„Dazu habe ich in der Tanzschule was weiß ich für einen Tanz gelernt,“ seufzte meine Freundin und wippte mit dem ganzen Körper mit.

„Ich auch,“ stimmte ich begeistert ein und begann ebenfalls zu wippen.

„Ach, was war ich damals in den Jörg verliebt,“ meine Freundin seufzte, „den hab ich letztes Jahr im Sommerurlaub zufällig in der Stadt gesehen. Total fett und schmierig. Gut, dass manche Teenie-Träume nicht wahr werden.“

Während wir weiter in Erinnerungen schwelgten, blickte ich versonnen nach rechts und dachte mich trifft der Schlag. Im Auto neben uns saßen vier Frauen, die offensichtlich den gleichen Radiosender wie wir hörten, denn auch sie wippten begeistert mit – allerdings waren die vier vollverschleiert und sahen ein bisschen aus wie schwarze Würste, die im Takt der Musik schunkelten.

Ich musste ziemlich lachen, vor allem als die Damen zu uns rüber schauten und die eine im Takt der Musik ihren Gesichtsschleicher hoch- und runterwippen ließ. Wusste ich es doch! Unter den Schleiern geht es auch nicht anders zu als bei uns!