Mein Tee & Ich – oder die Umfrage der Woche

In Dubai steht eine Maid vor Gericht. Dabei wollte die Dame aus Indonesien doch einfach nur, dass ihre Arbeitgeber, eine emiratische Familie, sie lieb haben sollte. Möglichst so lieb, dass sie ihre eine Gehaltserhöhung geben würde.

Die Suche nach Liebe versuchte die Maid etwas zu beschleunigen, nur dummerweise nicht mit Freundlichkeit, guter Arbeit oder Überstunden. Nein, nein, muss die 35-jährige sich wohl gedacht haben, am Besten geht das, wenn ich meinem Chef in den Tee pinkele. Dafür muss er mich doch einfach lieben. Weiterlesen

Romantik pur…

Romantik pur...

Also, die Jugend und von heute…und die Imame von heute, ich weiß ja nicht. Die folgende Geschichte, die sich in Pakistan und Dubai zugetragen hat und gerade vor Gericht verhandelt wird lässt, mich an beiden – der Jugend und den Imamen von heute – zweifeln. Und an der Romantik von heute ebenfalls. Weiterlesen

Eine glückliche Familie

Ich unterbreche das Gewinnspiel mal kurz für einen kleinen Bericht aus der Reihe „Haben die sie noch alle?“. Ich bin bei der folgenden Geschichte noch nicht ganz schlüssig, was ich am schlimmsten finden soll. Aber hier erst mal die Fakten:

In Dubai steht zur Zeit ein 15-jähriges Mädchen vor dem Jugendgericht. Ihr wird vorgeworfen, Sex vor der Ehe mit ihrem 17-jährigen Freund gehabt zu haben. Der junge Mann weist alle Vorwürfe kilometerweit von sich. Jetzt könnte man meinen, dass die Tatsache, dass das Mädchen in der 29ten Woche schwanger ist, Beweis genug für die Anschuldigung ist. Aber nicht in den Vereinigten Emiraten.

Hier bestätigte ein vom Gericht bestellter Arzt nun nämlich, dass das Mädchen noch Jungfrau sei. Ja, ist denn schon Weihnachten, war mein erster Gedanke, als ich von dem medizinischen Gutachten las. Ist es nicht und das Gericht hat sich erst mal vertagt, bis ein Vaterschaftstest klärt, ob der Freund des Mädchens nun der Vater ist oder nicht.

Und was, wenn sich herausstellt, dass er es nicht ist…den Gedanken will ich ja lieber gar nicht weiterspinnen. Die Eltern des Mädchens bestimmt auch nicht. Mit denen scheint nämlich nicht zu spaßen zu sein, schließlich waren sie selber es, die ihre Tochter bei der Polizei angezeigt haben.

Wie gesagt, ich kann mich nur schwer entscheiden, was ich bei dieser Geschichte am übelsten finde. Immerhin soviel kann man mit Sicherheit sagen: Eine glückliche Familie sieht anders aus. Und ich weiß endlich, dass „wie die Jungfrau zum Kinde gekommen“ nicht nur ein dummer Spruch ist.

Geld oder Leben?!

Es gibt ja Menschen, die sind nicht so nett. Manche sind sogar so gar nicht nett. Wie der Mann zum Beispiel, der einen anderen erst würgte, dann verbrannte und die Leiche schließlich auf eine verlassene Autobahn warf. Ein Gericht im Emirat Sharjah verurteilte ihn zur Todesstrafe.

Doch obwohl die Berufungsverhandlung das Todesurteil aufrechterhielt, wird der Mann nun doch nicht hingerichtet. Die Familie des Opfers entschied, von dem Mann „Blutgeld“ in Höhe von 300.000 Dirhams (60.000 Euro) anzunehmen. Die Todesstrafe wurde gemäß der muslimischen Rechtsprechung damit aufgehoben und in eine Gefängnisstrafe umgewandelt.

Interessant, wenn man zahlen kann, entgeht man der verhängten Strafe. Doch so einfach ist es nicht immer. Denn, wer das in der Sharia festgeschriebene Blutgeld für den verschuldeten Tod eines anderen nicht zahlen kann, der sieht ganz schön alt aus.

Gemäß Sharia muss jeder, der bewusst oder zufällig das Leben einen anderen Menschen beendet, Blutgeld in Höhe von 200.000 AED an die Angehörigen des Opfers zahlen. (An dieser Stelle ein kleiner Einschub in Sachen Gleichberechtigung: seit 2009 gilt in allen Emiraten der gleiche Satz für den Tod eines Mannes oder einer Frau, davor musste für den Tod einer Frau in manchen Emiraten nur die Hälfte der Summe aufgebracht werden).

Schlagzeilen machte vor einiger Zeit der Fall eines Busfahrers, der 2006 einen Unfall verursachte, bei dem 10 Menschen starben. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt und 2008, nach zwei Jahren hinter Gittern, begnadigt. Aus dem Gefängnis entlassen wurde er allerdings erst vor ein paar Wochen. Der Mann konnte die 2 Millionen Dirhams Blutgeld für die 10 Opfer des Unfalls nicht aufbringen – kein Wunder, denn dies entspricht ca. 90 Jahresgehältern, die der Mann als Busfahrer verdiente.

Vier Jahre musste der Mann im Gefängnis ausharren, bis eine Wohltätigkeitsorganisation sich seines Falles annahm und die 2 Millionen Dirhams aus Spendengeldern für ihn zahlte. Fazit der Geschichte: Sein Leben kann man sich, seine Freiheit muss man sich mit Geld erkaufen.

Schwiegerdrache – mal umgekehrt

Ein gutes Verhältnis zur Schwiegermutter – das haben nicht viele. Es soll sogar Personen geben, die ein ganzes Buch über ihre Schwiegermutter schreiben. Ein Mann in den Vereinigten Arabischen Emiraten wollte die Fronten wohl von Anfang an klären und prügelte seine eventuelle Schwiegermutter gleich beim ersten Treffen Krankenhausreif.

Nun mag es Menschen geben, die dieses Handeln durchaus nachfühlen können, in diesem speziellen Fall erscheint es allerdings doch recht verfrüht – die Tochter der Frau hatte seinen Heiratsantrag gar nicht angenommen. Im Gegenteil, sie plante einen anderen Mann zu heiraten, was wohl der Auslöser für die Prügelattacke war.

Jetzt steht der Mann vor Gericht und sollte die Frau seinen Heiratsantrag wider Erwarten doch noch annehmen, kann er sich zumindest sicher sein, dass das Verhältnis zu seiner Schwiegermutter schlechter nicht mehr werden kann.

Abaya gegen Geldsorgen?

Warum arabische Frauen sich mit Abayas verhüllen, war mir ja immer ein wenig schleierhaft, die Lektüre der heutigen Zeitung hat allerdings ein ganz neues Licht auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten dieses mantelähnlichen, schwarzen Kleidungsstücks geworfen.

Man kann es zum Beispiel anziehen, um einen Juwelier zu überfallen – sieht einen ja keiner. Das hat wohl auch ein französischer Geschäftsmann gedacht, der in seinem Heimatland vollkommen überschuldet war und dringend Geld brauchte. Schnell setzte er sich mit der Abaya seiner Frau ins Flugzeug und kam nach Dubai. Dort legte er die Abaya samt Gesichtsschleier an, steckte eine Plastikpistole und ein Hotelmesser ein und schon ging es auf zum Gold Souq, einer der Touristenattraktionen Dubais.

Weit kam er nicht. Zwei Polizisten fiel der merkwürdige, sehr männliche Gang der verhüllten „Dame“ auf, die da durch den Souq schlenderte. Also folgten sie ihr in eins der Juwelier-Geschäfte und fragten nach dem Ausweis der verhüllten Unbekannten. Der Versuch, mit einer hohen Frauenstimme zu sprechen, nutze nichts mehr, der Dieb war enttarnt.

Dumm gelaufen. Vor allem weil der Franzose nun nicht nur wegen versuchtem Diebstahls vor Gericht steht, sondern auch noch wegen Transvestie.

Aus 4 mach 1 – Scheidung auf Arabisch

Im Islam hat ein Mann das Recht, vier Ehefrauen zu haben. Die meisten Männer reagieren mit „Wow, wie cool ist das denn?“, wenn sie dies hören. Natürlich denken sie sofort nur an das „Eine“. Ich verweise in diesem Fall gerne darauf, dass sie dann aber auch viermal das Genörgel haben, wenn sie Abends nach Hause kommen und sich vier verschiedene Geburts- und Hochzeitstage merken müssen. Und schon sind vier Ehefrauen gar nicht mehr so toll.

Wenig erstrebenswert ist für die meisten Männer wohl auch das hier in Dubai öfter zu beobachtenden Szenario, wenn ein Mann mit seinen zwei oder drei Frauen im Restaurant am Tisch sitzt und die Damen sich prächtig unterhalten, während der Herr der Runde griesgrämig vor sich in starrt. Wer am Ende die Rechnung zahlt ist klar. Man(n) möchte sie gar nicht vorstellen, wenn die zwei, drei oder vier Frauen sich gegen den einen Ehemann verbünden.

Noch schlimmer ist wahrscheinlich nur, wenn die vier Ehefrauen sich nicht verstehen. So wie im Fall eines Emiratis, der zur Zeit in Dubai vor Gericht steht. Der Mann kam von der Arbeit nach Hause und statt vierfacher, liebevoller Begrüßung und vier Abendessen fand er seine Damen in einen handfesten Streit verwickelt vor. Streitpunkt: Ein Zimmer des Hauses. Der Ehemann machte kurzen Prozess und verprügelte alle vier – er hatte wahrscheinlich Angst, viermal den Streit ausdiskutieren zu müssen. Offensichtlich war er danach von der Vielehe geheilt und ließ sich von drei der Frauen scheiden – gleichzeitig. Warum er die Vierte behielt, bleibt sein Geheimnis.

Nun wäre Ruhe gewesen, wenn nicht eine der geschiedenen Frauen aufbegehrt und den Mann wegen Misshandlung angezeigt hätte. Angeblich hatte der Ex-Ehemann sie besonders schlimm geschlagen. Unterstützt wurde sie dabei von einem der 16 (!) Söhne des Mannes – bei so vielen Leute in der Bude versteht man, warum die Damen sich um ein Zimmer gestritten haben.

Das Gericht verurteilte den Mann zu einem Monat Haft und 2000 Dirhams Geldstrafe. Die Berufung scheiterte, obwohl der Sohn seine Anzeige zurückgezogen hat. So zumindest der Vater, der allerdings nicht sagen konnte, wo sein Sohn sich aufhielt. Zum Gerichtstermin war er jedenfalls nicht erschienen. Auf die Frage des Richters, ob er die 16 Söhne denn überhaupt auseinanderhalten könne, lautete die Antwort des Mannes: Nicht so richtig, aber deswegen habe er ein Markierungssystem eingeführt und er sei ziemlich sicher, dass er vom richtigen Sohn spreche. Hoffentlich konnte er wenigstens die Frauen auseinanderhalten und hat nicht am Ende die Falsche behalten.