Kann Frau machen, muss sie aber nicht

Vieles ist eine Frage der Sichtweise – zum Beispiel, dass Männer im Islam bis zu vier Frauen gleichzeitig heiraten dürfen. Kann man gut finden, muss man aber nicht.

Sehr gut findet es ein emiratisches Regierungsmitglied. Und der Mann hat gute Gründe für seine Meinung. Der Trend in den Emiraten geht nämlich zur Einfach-Ehe und das wirft ungeahnte Probleme auf: Die ganzen unverheirateten Frauen liegen dem Staat auf der Tasche, so das Regierungsmitglied. Weiterlesen

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Mondsüchtig

Der Fastenmonat Ramadan neigt sich seinem Ende zu und so manch ein Muslime wird froh sein, es wieder für ein Jahr geschafft zu haben. Leider macht es der Mond es den Gläubigen in diesem Jahr nicht gerade leicht – oder vielleicht sollte man besser sagen, die Gelehrten, die sich mit der „Sichtung“ des Mondes beschäftigen, machen die Sache unnötig schwer. Weiterlesen

Reine Auslegungssache

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Kaum habe ich den Schreck mit dem Stillen von Pflegekindern zum Zwecke der Familienzugehörigkeit verdaut, stoße ich schon auf den nächsten Knüller.

Eigentlich wollte ich nur recherchieren, ob das Stillen durch die Pflegemutter auch für Mädchen die Zugehörigkeit zur Blutsfamilie bringt. Das weiß ich immer noch nicht, aber dafür weiß ich nun, dass vor zwei Jahren einige gewitzte Frauen in Saudi-Arabien die Still-Regel zu ihrem Vorteil ausnutzen wollten.

Die Damen, die in ihrem Land per Gesetz nicht Autofahren dürfen und daher von – männlichen, natürlich – Fahrern durch die Gegend chauffiert werden müssen, drohten damit, sich ihre Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes zur Brust zu nehmen und sie zu stillen. Dies habe den großen Vorteil, so die Damen, dass der Fahrer dann Mitglied der Familie sei und sie sich nicht jedes Mal komplett verschleiern müssten, wenn sie den Fahrer sehen.

Offensichtlich gilt die Still-Regel also auch für erwachsene Männer und daraus wurde die Kampagne der Saudi-Frauen: „Entweder wird dürfen selber fahren oder wir stillen unsere Fahrer“.

Wie gesagt gebracht hat es den Damen bislang nichts, Autofahren dürfen sie immer noch nicht, aber die Idee ist schon grandios und ich musste ziemlich lachen, auch wenn es im Grunde traurig ist, dass die Frauen zu solchen Mitteln greifen müssen, um so etwas für uns Normales wie Autofahren zu dürfen.

Über die folgenden Aussagen von Saudi-Frauen zu dem Thema musste ich auch ziemlich schmunzeln:

„Der Islam erlaubt mir tatsächlich einen fremden Mann zu stillen, aber ich darf mein eigenes Auto nicht fahren?“

„Ich denke, dann sollten die weiblichen Hausangestellten auch die Männer des Hauses stillen, dann können wir alle Brüder und Schwestern sein.“

„Dürfen die Frauen ihre Fahrer alleine stillen oder muss ihr Mann anwesend sein?“

Mit dieser Frage verabschiede ich mich schon mal ins Wochenende, das fängt hier schon am Freitag an und ich fahre mit den Kindern an den Strand – die Betonung liegt auf „ich fahre“…;-)

Aus 4 mach 1 – Scheidung auf Arabisch

Im Islam hat ein Mann das Recht, vier Ehefrauen zu haben. Die meisten Männer reagieren mit „Wow, wie cool ist das denn?“, wenn sie dies hören. Natürlich denken sie sofort nur an das „Eine“. Ich verweise in diesem Fall gerne darauf, dass sie dann aber auch viermal das Genörgel haben, wenn sie Abends nach Hause kommen und sich vier verschiedene Geburts- und Hochzeitstage merken müssen. Und schon sind vier Ehefrauen gar nicht mehr so toll.

Wenig erstrebenswert ist für die meisten Männer wohl auch das hier in Dubai öfter zu beobachtenden Szenario, wenn ein Mann mit seinen zwei oder drei Frauen im Restaurant am Tisch sitzt und die Damen sich prächtig unterhalten, während der Herr der Runde griesgrämig vor sich in starrt. Wer am Ende die Rechnung zahlt ist klar. Man(n) möchte sie gar nicht vorstellen, wenn die zwei, drei oder vier Frauen sich gegen den einen Ehemann verbünden.

Noch schlimmer ist wahrscheinlich nur, wenn die vier Ehefrauen sich nicht verstehen. So wie im Fall eines Emiratis, der zur Zeit in Dubai vor Gericht steht. Der Mann kam von der Arbeit nach Hause und statt vierfacher, liebevoller Begrüßung und vier Abendessen fand er seine Damen in einen handfesten Streit verwickelt vor. Streitpunkt: Ein Zimmer des Hauses. Der Ehemann machte kurzen Prozess und verprügelte alle vier – er hatte wahrscheinlich Angst, viermal den Streit ausdiskutieren zu müssen. Offensichtlich war er danach von der Vielehe geheilt und ließ sich von drei der Frauen scheiden – gleichzeitig. Warum er die Vierte behielt, bleibt sein Geheimnis.

Nun wäre Ruhe gewesen, wenn nicht eine der geschiedenen Frauen aufbegehrt und den Mann wegen Misshandlung angezeigt hätte. Angeblich hatte der Ex-Ehemann sie besonders schlimm geschlagen. Unterstützt wurde sie dabei von einem der 16 (!) Söhne des Mannes – bei so vielen Leute in der Bude versteht man, warum die Damen sich um ein Zimmer gestritten haben.

Das Gericht verurteilte den Mann zu einem Monat Haft und 2000 Dirhams Geldstrafe. Die Berufung scheiterte, obwohl der Sohn seine Anzeige zurückgezogen hat. So zumindest der Vater, der allerdings nicht sagen konnte, wo sein Sohn sich aufhielt. Zum Gerichtstermin war er jedenfalls nicht erschienen. Auf die Frage des Richters, ob er die 16 Söhne denn überhaupt auseinanderhalten könne, lautete die Antwort des Mannes: Nicht so richtig, aber deswegen habe er ein Markierungssystem eingeführt und er sei ziemlich sicher, dass er vom richtigen Sohn spreche. Hoffentlich konnte er wenigstens die Frauen auseinanderhalten und hat nicht am Ende die Falsche behalten.