Piiiiiieeeeep!

Ein ganz normaler Morgen vor einigen Wochen. Panik. Hetze. Ungemach. Dazwischen das Läuse-Kind, das dank nicht-wirkendem Läuse-Shampoo Nr.1 am Tag zuvor von der Schule nach Hause geschickt worden war und nun gemütlich am Frühstückstisch sitzt, denn es darf/muss nochmal daheim bleiben und auf eventuell auch dem zweiten Läuse-Mittel trotzende Krabbeltiere achten.

Ich habe bereits einen großen Teil meines Arbeitstages vor dem Arbeitstag geschafft und habe Frühstück gemacht, Pausenbrote geschmiert, die Spülmaschine ausgeräumt, Wäsche gefaltet, war mit dem Hund und bin nun fast auf dem Weg zur Arbeit. Da passiert es. Ein ohrenbetäubendes Piepen schallt durchs Haus und ich falle fast die Treppe runter, auf der ich gerade stehe. Was kann das sein? Weiterlesen

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Die Sache mit dem Lolli…

…war ja noch nicht ausgestanden. Zwei Tage nach meiner öffentlichen Beichte hatte mein Kind noch immer nichts bemerkt. Und ich war ein Wrack. Geplagt von einer Mischung aus Schuldgefühlen und Panik vor der Entdeckung wandelte ich wie ein Geist durchs Haus.

Im Kopf spielte ich immer wieder die möglichen Lösungen meines persönlichen Dramas durch:

–       Hund, Kater oder der kleinen Schwester die Schuld in die Schuhe schieben. Verführerischer Gedanke, aber bin ich wirklich eine sooooo schlechte Mutter?

–       So tun, als hätte ich keine Ahnung, wo der Lolli geblieben ist – gleichbedeutend mit Hund, Kater oder kleiner Schwester die Schuld in die Schuhe schieben.

–       Meine Koffer packen und das Land verlassen.

–       Den Kühlschrank heimlich ausstellen und dann alles, was sich darin befindet wegschmeißen, weil das „doch vermodert Kind, es ist Hochsommer und es sind 35 Grad in der Küche“.

–       Die Wahrheit sagen.

Selbstverständlich hat das Gute in mir gesiegt und ich habe das Land verlassen. Nein, ich habe natürlich die Wahrheit gesagt. Kurz und schmerzlos.

„Kind, ich habe deinen Lolli gegessen.“

„Welchen Lolli?!

„Ach, nichts, geh ruhig wieder spielen.“ Sollte es wirklich einmal im Leben so einfach sein?

„Etwa den goldenen Lolli, den ich zum Geburtstag bekommen habe?“

Nichts im Leben ist einfach.

„Ja, genau den.“

Mein Kind schaut mich mit großen, fassungslosen Augen an. Dann beginnt ihre Unterlippe leicht zu zittern. Ihre Augen werden feucht. Da ich mich als schlechte Mutter etabliert hat, schrecke ich ganz im Sinne von „ist der Ruf erst ruiniert…“ vor nichts zurück und greife zur beliebtesten Erziehungsmethode aller Rabenmütter: Bestechung.

„Ich kaufe dir dafür 2 neue Lollis, wenn wir jemals wieder zu dem Laden kommen. Und bis dahin darfst du die ganze Schokolade essen, die noch im Kühlschrank ist. Und ich mache diese Woche jeden Tag Pfannkuchen. Und morgen fahren wir in die Mall und ich kaufe dir was.“

Ich würde alles tun, damit das Kind nicht weint. Ein Wutanfall wäre so viel besser zu ertragen.

Derweil bebt die Unterlippe der Tochter immer noch. Auf der Richterskala würde sie in den zweistelligen Bereich vorstoßen. Und dann passiert es. Eine dicke Träne schafft den Sprung über den Lidrand und kullert langsam ihre Backe hinunter. Mein Herz blutet. Ich bin ein schlechter Mensch.

„Ich mache deine Hausaufgaben bis ich nicht mehr weiß, wie es geht“, ich werfe alles in die Waagschale, was mir geblieben ist und bete, dass mein Kind nicht ahnt, dass das bei dem Tempo in ihrer Schule wahrscheinlich nächstes Jahr sein wird, wenn sie in die dritte Klasse kommt.

Mein Kind sieht mich ernst an. Sie schluckt und reibt sich mit beiden Händen die Tränen aus den Augen.

„Ist ok, Mama. Jetzt wirst du total dick und ich bleibe dünn.“

Der Wille war stark, doch der Lolli war stärker

Ich bin ein schlechter Mensch. Seit gestern Abend ist es offiziell. Ich habe den ultimativen Verrat begangen – an meinem eigenen Kind. Nie wird sie mir verzeihen, was ich getan habe. Es gibt auch keine wirkliche Entschuldigung dafür, außer vielleicht: Der Wille war stark, doch das Fleisch war schwach.

Seit genau einem Monat lag er bei uns im Kühlschrank. Ganz in Gold und verführerisch. Ein riesiger Schokoladen-Lolli in Herzform, den meine Tochter zu ihrer Geburtstagsparty geschenkt bekommen hat. Der Hersteller-Name auf dem Lolli ließ feinste Schokolade vermuten und jedes Mal, wenn ich den Kühlschrank aufgemacht habe, lief mir das Wasser im Munde zusammen und mein eigenes Herz klopfte vor Begierde. Weiterlesen

Gut, dass es die Oma gibt!

Oma

Aus der Reihe, unglaubliche Geschichte, die das Leben schrieb:

Eine Frau duscht, ihr zwei-jähriger Sohn hüpft derweil fröhlich auf dem Bett – neben dem halb geöffneten Fenster. Die Frau kommt just in dem Moment aus der Dusche, als der Junge stolpert und aus dem Fenster fällt. Mit einem Hechtsprung stürzt die Mutter dem Sohnemann nach und kann tatsächlich seinen Fuss fassen. Beide hängen nun halb auf Brüstung und laufen Gefahr gemeinsam die zwei Stockwerke nach unten zu fallen. Weiterlesen