Farbwahl

Meine Kinder sind Ferkel. Echte Dreckfinken. Zusammen mit einem Hund, der sich bevorzugt so dicht es eben geht an die Wand stellt, um sich dann an selbiger in die liebste Schlafposition hinunter gleiten zu lassen und dem Berliner Schmuddel-Starkregen-Wetter hat dies dazu geführt, dass unser Flur nur ein Jahr nach dem Einzug nicht mehr Weiß  ist. Er ist auch nicht grau, oder braun. Er ist tiefschwarz, bis zu einer Höhe von ca. 1,20 Meter, darüber wird es etwas besser. Aber nicht viel. Schließlich wurde der Ball ja erfunden, um ihn zunächst draußen nach einem Regenschauer durch den Dreck zu rollen und dann gegen Flurwände zu schmeißen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Flur musste neu gestrichen werden. Weiterlesen

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Pubergrauen

Die Kinder werden größer. Die Probleme auch. Der Spruch meiner Großmutter: „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen“ ist auf fast unheimliche Art Realität geworden. Dabei stehen wir noch ganz am Anfang. Die ältere Tochter sollte – auf dem Papier – die Pubertät noch nicht mal erreicht haben, benimmt sich aber als wäre sie auf dem Zenit des „Scheußlichseins“.

So zum Beispiel an einem – eigentlich – schönen Samstagmorgen: Wir wollten gemütlich frühstücken und am Nachmittag ins Kino. Und was fällt mir, der furchtbarsten aller Mütter, ein? Bringe ich den Kinder doch tatsächlich vom Hundespaziergang ihre Lieblingsbrötchen – weiß, zuckrig und randvoll mit Schokostücken – mit. Die jüngere Tochter isst ihrs bereits als die ältere mit versteinerter Miene an den Tisch schlurft. Weiterlesen

Rationalisierungsmaßnahmen

Ältere Tochter aufgeregt: „Mama, ich werde später 4 Kinder haben. Zwei Jungen und zwei Mädchen.“

Ich: „Da hast du dir ja was vorgenommen.“

Ältere Tochter erstaunt: „Wieso?“

Ich: „Na, vier Kinder sind eine Menge Arbeit.“

Ältere Tochter überheblich: „Das wird kein Problem, ich mache das besser als du.“ Weiterlesen

Willow ist weg!

Meine Kinder sind keine Kinder mehr. Meinen sie zumindest. Und drücken diese Meinung auch lautstark aus. So sitze ich neulich nichtsahnend an meinem Schreibtisch, als die ältere Tochter zu mir kommt, einen großen Müllsack gefüllt mit Barbies, Puppen und anderem Spielzeug neben mich stellt und anklagend sagt: „Für diesen Babykram bin ich viel zu groß!“

„Prima“, denke ich, „das Zeug lag eh immer nur unaufgeräumt auf der Erde rum, eine Sorge weniger.“

Natürlich ist es so einfach nicht. Am nächsten Tag komme ich vom Hundespaziergang zurück und höre die Kinder schreien, bevor ich unser Haus überhaupt sehen kann. Die Erfahrung hat mich gelehrt, es ist nichts Schlimmes passiert, die beiden streiten. Ich gehe so langsam ich kann den restlichen Weg, dann stelle ich mich dem Drama. Weiterlesen

Verwöhnt

Die Vereinigten Arabischen Emirate werden zur Zeit von einem ordentlichen Sandsturm heimgesucht. Seit mehreren Tagen stürmt und sandet es, was das Zeug hält. Der Himmel hängt voller Wolken, die Haut fühlt sich nach wenigen Sekunden im Freien an wie Schmirgelpapier. Ist eigentlich mal ganz angenehm. Ein Gratis-Peeling und immer nur Sonne ist ja auch fad. Findet die jüngere Tochter nicht. Als sich heute Morgen auf der Fahrt zur Schule die Sonne mal kurz zeigt gibt sie zum Besten: Weiterlesen

Nobelpreis(verdächtig)

Gute Nachrichten für alle Wüstenleser – ihr kennt die Mutter einer künftigen Nobelpreisträgerin. Die ältere Tochter kann komplizierteste Sachverhalte in wenigen Worten für jeden Laien verständlich erklären. Und das geht so:

Tochter: „Mama, ich muss ein Rede über Erdwärme, Kraftwerke und Energie halten.“ Weiterlesen

Deutsch-englische Koproduktion

Das Leben im Ausland bringt allerlei Vorteile mit sich, unter anderem wachsen die Kinder zweisprachig auf. In unserem Fall sprechen beide Kinder perfekt Deutsch und Englisch. Theoretisch. Praktisch sieht es eher so aus, dass sie im Alltagsgebrauch ein fröhliches Mischmasch aus Deutsch und Englisch plappern. Sätze wie „Ich bin ready mit meiner Homework“, „Ich gehe raus playen“ oder auch neuerdings – seitdem die ältere Tochter sich für Mode interessiert – „Das kann ich unmöglich damit combinen“ sind bei uns an der Tagesordnung.

Gute Mutter, die ich bin, verbessere ich den Nachwuchs natürlich sanft und ohne Lachen, obwohl Sätze, wie die Frage der vermeintlich vernachlässigten jüngeren Tochter „Und what about ich?“ das nicht immer leicht machen. Weiterlesen

Früher war alles besser. Oder?

Vor ein paar Jahren machte ein Buch Schlagzeilen, das den schönen Namen „Generation Golf“ trug und die Verhaltensmuster der Anfang der 70er Jahre geborenen Deutschen beschrieb. Diese Deutschen waren damals, im Jahr 2000, so um die 30 Jahre alt und sind entsprechend mittlerweile so um die 40 und haben in den meisten Fällen Nachwuchs in die Welt gesetzt.

Da ich ein Paradebeispiel der genannten Generation bin, maße ich mir jetzt mal an zu erklären, dass eben dieser Nachwuchs aus der „Generation Golf“ die „Generation Golf war viel besser“ gemacht hat. Weiterlesen