Hat der Typ nen (grauen) Schatten, oder was?

Wie der geneigte Leser sich denken kann, geht es nicht um graugewaschene Wäsche sondern den Film des Jahres: „Fifty Shades of Grey“.

Nachdem der Filmstart in den Emiraten bereits von einigen Kinos für den 5. März angekündigt wurde, hat der Filmverleiher den Streifen kurzfristig selber zurückgezogen. Begründung: 35 Minuten der Originallänge von 125 Minuten sollten in den Emiraten der Zensur-Schere zum Opfer fallen.

Ich habe es ja immer gewusst (siehe hier). Doch mit meinem Wissen war ich offenbar allein. Weiterlesen

Weniger ist mehr

Das Kinoereignis des Jahres steht an – Fifty Shades of Grey. Die Bücher habe ich nicht gelesen, umso mehr freute es mich zu sehen, dass der Film in Dubai in die Kinos zu kommen scheint. Zumindest wird er auf der Webseite eines Kinobetreibers angekündigt. Man darf allerdings gespannt sein, wie viel von dem Film in Dubai gezeigt wird. Hier wird ja gern mit heißer Schere ordentlich zensiert. Weiterlesen

Verfluchter Wolf!

Ein Kinoabend gehörte einstmals zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Einstmals, leider. Wenn ich dieser Tage ins Kino gehe, dann ist es keine Abendbeschäftigung mehr, sondern ein Kinonachmittag und für gewöhnlich sehe ich mit meinen Popcorn mampfenden Kindern einen „Familienfilm“ über Prinzessinnen, Ritter oder ähnliches.

Nun stände es mir natürlich frei, trotzdem Abends ohne Kinder ins Kino zu gehen, aber irgendwie steht dem erwachsenen Kinovergnügen in Dubai so einiges im Wege. Weiterlesen

Früher war alles besser!

Bond – James Bond. Genau, den habe ich gestern Abend im Kino gesehen und was soll ich sagen, mir hat „Skyfall“ gut gefallen. Mit Freude haben meine Freundin und ich gleich zu Beginn des Filmes festgestellt, dass der Daniel Craig ja auch alt geworden ist – genau wie wir. M. ist ebenfalls nicht jünger geworden und wird es nun auch nicht mehr. Und in meinen besten Träumen wird mir endlich nicht mehr Javier Bardem erscheinen, denn dank „Skyfall“ ist nun bestätigt, dass ein schöner Mensch doch entstellt werden kann. Weiterlesen

Öffnungszeiten an den Feiertagen

Kaum sind die Sommerferien vorbei, stehen schon wieder die nächsten Feiertage vor der Tür. Ende Oktober wird in der muslimischen Welt Eid Al-Ahda gefeiert, das Opferfest, mit dem das Ende der Haddsch, der Pilgerreise der Muslime nach Mekka, begangen wird.

Gefeiert wird auf die verschiedensten Weisen, unter anderem hat Scheich Mohammed angekündigt, dass die Malls in Dubai für zwei Wochen lang jeden Tag 24 Stunden geöffnet sein werden. Shopping nonstop – nicht schlecht, aber bei normalen Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr bzw. an den Wochenenden von 10 bis 24 Uhr ist hat man sowieso kaum Probleme, den Wochengroßeinkauf irgendwie unterzubringen oder schnell ein Geschenk zu besorgen.

Im Gegenteil, vor einiger Zeit kam ich mit einer Freundin gegen 1 Uhr Nachts aus dem Kino – die sind ebenfalls in den großen Malls angesiedelt – und sie blickte sich ganz glücklich in der Mall um und sagte: „Endlich sind mal die Geschäfte zu!“

Und weil ich gerade bei der Haddsch bin, hier noch ein Foto, dass ich vor vielen Jahren mal während einer Reise nach Jeddah in Saudi-Arabien gemacht habe. Die Hafenstadt Jeddah liegt nur wenige Kilometer von Mekka, dem heiligsten Ort der Muslime, entfernt – den Nicht-Muslime nicht besuchen dürfen, wie dieses Autobahnschild eindeutig klar macht.

Mir ist kalt!

Ein Kinoabend – ein toller Film und eine gute Gelegenheit, die warmen Wintersachen aus dem Schrank zu holen, die man in Dubai sonst nicht gebrauchen kann. Die Kinos in den Emiraten sind auf gefühlte -18 Grad herunter gekühlt und ohne dicken Pulli geht gar nichts.

Eine Studie belegt nun, dass die -18 Grad nicht gefühlt sondern echt und die – von Ehemännern gerne kritisierten – Sonderausgaben für warme Kleidung in der Wüste durchaus gerechtfertigt sind. 1000 Menschen wurden befragt, 20 Gebäude untersucht und das Resultat: Eiseskälte in den meisten Räumen.

Ich geh jetzt die Winterkollektion anschauen. Nächste Woche ist ein Kinoabend geplant.

Harry & Sally & Ich

Die Zeit bis zum EM-Halbfinale Spanien gegen Portugal habe ich mir mit dem Film „When Harry met Sally“ vertrieben – zuvor hatte ich im Internet gelesen, dass Nora Ephron, die Frau hinter diesem wunderbaren Film gestorben ist.

Nora Ehpron verdanken wir nicht nur den Orgasmus von Sally am Restaurant-Tisch, sondern auch noch Filme wie „You’ve got mail“ und natürlich „Sleepless in Seattle“. Ach, ich komme aus dem Seufzen gar nicht mehr raus, wenn ich an diese Filme denke – und ich bin überhaupt kein Meg Ryan oder Tom Hanks-Fan. Ich weiß aber noch genau wann, in welchem Kino und mit wem ich diese Filme zum ersten, zum zweiten und zum dritten Mal gesehen habe. Den Taschentuch-Verbrauch bei „Sleepless in Seattle“ kann ich nur schätzen. Auswendig mitsprechen konnte ich die meisten der Dialoge (wie war das noch mal mit dem toten Kapital?) und selbstverständlich habe ich über Monate nichts anderes zu Hause und im Auto gehört als die Filmmusik.

Gestern Abend also „When Harry met Sally“ – ich konnte die DVD von „Sleepless in Seattle“ nicht finden. Immer noch ein toller Film, aber irgendwie hat er mich nicht mehr so ganz vom Hocker gerissen wie früher. Vielleicht habe ich ihn nun doch schon zu oft gesehen. Oder – und mir lief es richtig kalt den Rücken runter, als mir dieser Gedanke zum ersten Mal kam, gestern Abend auf dem Sofa – werde ich langsam zu alt und vor allem zu abgebrüht für solche Filme?

Seit Jahren habe ich nun schon keine romantische Komödie mehr gesehen, die mich so mitgenommen hat, wie damals während der Studienzeit die Filme von Nora Ephron. Ich habe sehr viele, sehr gute Filme in den vergangenen Jahren im Kino gesehen, aber bei denen, die mir im Gedächtnis geblieben sind, ging es nie um Romantik und Liebe. Es bleibt der Schluss, dass es seit Jahren keine guten, romantischen Komödien mehr im Kino gegeben hat, oder, dass ich einfach mittlerweile zu viel erlebt habe, als dass diese Filme noch ihre volle Wirkung auf mich ausüben könnten.

Ich befürchte, der unbedingte Glaube an Geschichten über die einzige, große, alles überschattende Liebe wie Nora Ephron sie erzählt hat, ist mir irgendwo in den letzten 20 Jahren abhanden gekommen. Das Leben, diverse Beziehungen und zwei Kinder haben mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ich bin keine Sally, kein Harry war jemals über Jahre hinweg für mich bestimmt und wusste es nur nicht. Noch weniger wartet jemand oben auf dem Empire State Building auf mich. Ich habe keinen Sohn (und erst recht keine Tochter), der für mich beim Radio anrufen würde. Ich würde mich niemals trauen, in einem Restaurant einen derartigen lautstarken Auftritt hinzulegen wie Sally und die Menschen, die beim ersten Kennenlernen blöd sind, wären es bestimmt auch noch, wenn ich sie später nochmal als Blinddate übers Internet treffen würde. Schade eigentlich. Obwohl ich gar nicht sagen kann, dass ich früher, als ich noch diese klitzekleine Hoffnung hatte, dass mir auch mal solche tollen, romantischen Dinge wie im Kino passieren könnten, glücklicher war.

Psst….was Verbotenes

In Dubai sind die einheimischen Frauen meistens verhüllt. Bevorzugt komplett. Also sogar die Augen. Gemeinerweise habe ich einen ziemlichen Spaß daran, die Damen in der Mall beim Essen zu betrachten, wenn sie für jeden Bissen den Schleier heben müssen. Aber darum geht es heute nicht, es geht eher um Damen, die gar nichts anhaben und sich dabei mit ebenfalls unbekleideten Herren filmen lassen. Manche verkaufen diese Filme hinterher sogar. Habe ich das jetzt deutlich genug ausgedrückt, ohne DAS Wort zu benutzen? Denn schon das Wort allein ist nicht erlaubt. Nur der Gedanke daran, dass man auf die Idee kommen könnte, dass Männer und Frauen sich auskleiden und Dinge tun, ist nicht erwünscht.

Gottseidank gibt es für all so etwas ja die gute, alte Zensur. Die wird in Dubai gern für diese ganzen lästerlichen Dinge genutzt und so bekommt man hier auch sehr harmlose Frauenzeitschriften wie die Brigitte nur mit dicken, handgemalten, schwarzen Balken über allem was die weibliche Brust auch nur andeuten könnte. Weiterlesen