Nur eine Kleinigkeit…

Weihnachtsgeschenke. Alle Jahre wieder. Für die ganze Familie. Obwohl jene Familie nach dem letzten Weihnachtsfest übereingekommen ist, dass man im nächsten Jahr auf Geschenke verzichten werde. Nur die Kinder, die kriegen natürlich noch was.

Mitte November geht es los. Die ersten Anfragen trudeln ein, was die Kinder – „wir schenken uns ja dieses Jahr nichts“ – denn gerne hätten. Ideen werden ausgetauscht, dabei immer wieder darauf verwiesen, wie froh man doch sei, dass man sich gegenseitig dieses Jahr nichts schenke.

Irgendwann, es ist mittlerweile Anfang Dezember, wird Vollzug vermeldet: Die Geschenke für die Kinder seien „erledigt“ und ein stress- weil geschenkfreies Weihnachten stehe bevor. Und dann passiert es. In einem kleinen, fast überhörten Nebensatz sagt irgendjemand: „Ich habe eine Kleinigkeit für dich besorgt. Wirklich nichts Besonderes. Du brauchst mir deswegen nichts schenken. Ist ja nur eine Kleinigkeit.“ Weiterlesen

Advertisements

Sinnvoll, sinnvoller, meine Apps-Ideen

Das neue iPhone ist da – die liebe Frau Vau möchte keins, ich schon. Die Begierde verstärkt wurde durch die SMS eines Elektronikshops am gestrigen Abend: Ich solle mich doch bitte – rechtzeitig – anstellen, man habe ab Freitag um Mitternacht – pünktlich – das neue iPhone im Angebot.

Um Mitternacht in der Mall mit zwei kleinen Kindern bin ich am liebsten – das wäre also nicht das Problem. Auch das Anstellen nicht, zumindest nicht wenn genügend Einheimische in der Schlange sind: Wenn ich meine beiden Mädels in hübsche Kleidchen gewande und jeder in jede Backe ein Dauergrinsen hervorrufendes Bonbon stecke, kann ich gewiss sein, dass ich in null komma nix am Anfang der Schlange bin. Da ist der Emirati an sich gerne höflich, wenn es um Kinder geht.

Das Problem liegt also woanders: Kein Geld fürs neue iPhone. Obwohl, wenn das Ding wirklich so toll und so groß ist, wie es heißt, dann könnte man da doch wunderbar eine App draufladen, mit der man das Telefon in einen Drucker verwandeln kann, der dann Geldscheine ausdruckt. Eine „Geld-Scheiß-App“ sozusagen. Das wär mal eine sinnvolle App. Weiterlesen

Sommer, Sonne, Eis und Schnee

Sommerferien. Juhu! Nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen, um Pausenbrote und Frühstück vorzubereiten und mit dem Hund noch vor Schulbeginn spazieren zu gehen. Sommerferien. Oh Gott! Die Kinder sind den ganzen Tag zu Hause.

Zu allem Überfluss ist Ramadan und alle Restaurants haben tagsüber zu, da die Muslime im Fastenmonat erst nach Sonnenuntergang essen dürfen. Erwachsene, egal welcher Religion sie angehören, lassen sich besser in der Öffentlichkeit nicht beim Essen erwischen. Ein längerer Ausflug in die Mall bietet sich eher nicht an. Kino ebenfalls nicht, das ist für die Kinder ohne Popcorn unvorstellbar. Weiterlesen

Ich hätte gern die Haare schön….

Das Leben in Dubai ist teuer. Denkt man. Aber man denkt auch, dass es in der Wüste viel Sand gibt – wobei, das stimmt. Wirklich. Habe ich überprüft und kann bestätigen, die Wüste in Dubai ist voller Sand.

Dubai ist auch teuer, aber eben nicht immer und nicht überall. Es kommt ganz darauf an. Zum Beispiel kann ein Friseurbesuch sich in Dubai ausgesprochen günstig gestalten oder eben ausgesprochen teuer. Nun lebe ich schon lange nicht mehr in Deutschland und habe keine Vorstellung, wie teuer ein Friseurbesuch dort mittlerweile ist, aber ich weiß, die Spannbreite in Dubai ist riesig. In den großen Malls gibt es Salons „weltbekannter“ Friseure und unter einem Hunderter (wir sprechen von Euro) läuft da nichts. Andere Salons an nicht ganz so prominenter Stelle verlangen in der Regel zwischen 40 und 60 Euro für Waschen, Schneiden, Fönen. Weiterlesen

Toilettendüfte

Öffentliche Toiletten stinken zum Himmel – und werden von vielen Menschen gemieden wie der Vorhof zur Hölle.

Das muss nicht sein, haben sich die Betreiber einer Mall in Dubai überlegt und locken die Kunden mit duftenden WCs. Geld verdient das Einkaufszentrum auch damit – nicht viel, aber immerhin. In den Toiletten der Mall wurden Parfümautomaten aufgestellt, wo man sich für umgerechnet 60 Cent eine kleine Flasche Parfüm kaufen kann. Jeder Kunde, der sich „einduftet“, sorgt damit auch für eine Wolke Wohlgeruch auf den ehemals müffelnden Toiletten. Warum nur werde ich das Gefühl nicht los, dass die ganze Mall stinkt wie ein Harem?

Der Würstchen-Boogie

Als ich heute morgen in den Kühlschrank blickte, blickte nichts zurück. Will heißen, es herrscht – in Abwesenheit der Kinder – gähnende Leere im Kühlschrank. Ich genieße zwei Wochen ohne Kochen und vor allem ohne Sonderwünsche. Etwas weniger genossen habe ich die Tatsache, dass ich nichts zum Frühstück hatte.

Also rief ich schnell eine der wenigen Freundinnen an, die noch in Dubai ausharren und überredete sie, mit ihr zum Frühstück in eine der zahlreichen Malls zu fahren. Auf dem Weg dorthin standen wir an einem Kreisverkehr mit ausgesprochen langer, roter Ampelphase.

Plötzlich kreische meine Freundin auf: „Hör mal!“ und stellte das Radio auf eine Lautstärke, die sonst nur meine Kinder bei Katy Perry einfordern. Die Musik, die nun mein Trommelfell bis aufs Äußerste strapazierte, war leider nur wenig besser, rief dafür aber viele, schöne Erinnerungen hervor: „Words“ von FR David.

„Dazu habe ich in der Tanzschule was weiß ich für einen Tanz gelernt,“ seufzte meine Freundin und wippte mit dem ganzen Körper mit.

„Ich auch,“ stimmte ich begeistert ein und begann ebenfalls zu wippen.

„Ach, was war ich damals in den Jörg verliebt,“ meine Freundin seufzte, „den hab ich letztes Jahr im Sommerurlaub zufällig in der Stadt gesehen. Total fett und schmierig. Gut, dass manche Teenie-Träume nicht wahr werden.“

Während wir weiter in Erinnerungen schwelgten, blickte ich versonnen nach rechts und dachte mich trifft der Schlag. Im Auto neben uns saßen vier Frauen, die offensichtlich den gleichen Radiosender wie wir hörten, denn auch sie wippten begeistert mit – allerdings waren die vier vollverschleiert und sahen ein bisschen aus wie schwarze Würste, die im Takt der Musik schunkelten.

Ich musste ziemlich lachen, vor allem als die Damen zu uns rüber schauten und die eine im Takt der Musik ihren Gesichtsschleicher hoch- und runterwippen ließ. Wusste ich es doch! Unter den Schleiern geht es auch nicht anders zu als bei uns!

Schönes Wochenende!

Gestern war wie bereits geschrieben Kinder-Tag und wir haben tatsächlich das ganze Programm durchgezogen. Zu meinem großen Erstaunen habe ich überlebt UND war heute Morgen richtig traurig, als die beiden ins Taxi gestiegen sind. Meine ersten zwei Wochen Kinder-frei jemals – mal sehen, wie ich mich in ein paar Tagen fühle.

Gott sei Dank hatte ich heute Morgen schon eine kleine Ablenkung. Die Mall, in der sich das Kino befindet, hat ein paar leere Geschäfte, deren Schaufenster mit riesigen Plakaten zugeklebt sind. Auf den Plakaten stehen Sprüche übers Einkaufen. Jedes Mal, wenn ich in der Mall bin (was nicht selten ist, da sich dort IKEA befindet und meine Kinder der Meinung sind, dass man nirgends besser essen kann) muss ich über einen Spruch auf diesen Plakaten lachen. Er ist von dem Komiker Henry Youngman.

Heute Morgen habe ich mir mal die Mühe gemacht, Henry Youngman zu googeln (ja, ich frage mich gerade auch, ist mir wirklich schon langweilig ohne die Kinder?). Und siehe da, der Gute ist zwar längst tot, aber ich habe herzhaft gelacht und mal kurz meinen Abschiedsschmerz vergessen. Hier seine besten Sprüche für einen hoffentlich ebenfalls „freundlichen“ Start ins Wochenende:

Wir halten uns immer an den Händen. Wenn ich sie loslasse, geht sie shoppen. (Das ist der Spruch aus der Mall)

Manche Leute fragen nach dem Geheimnis unserer langen Ehe. Wir nehmen uns die Zeit und gehen zwei Mal in der Woche essen. Kerzenlicht, leise Musik, ein wenig tanzen. Sie geht Dienstags, ich gehe Freitags.

Wie treibt man einen Mann in den Wahnsinn? Ganz einfach: Man schickt ihm ein Telegramm und schreibt oben drauf „Seite Zwei“.

Ich komme gerade zurück von einem Erholungstrip. Ich habe meine Schwiegermutter zum Flughafen gebracht.

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende!