Gut gebrüllt?

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Willow ist weg!

Meine Kinder sind keine Kinder mehr. Meinen sie zumindest. Und drücken diese Meinung auch lautstark aus. So sitze ich neulich nichtsahnend an meinem Schreibtisch, als die ältere Tochter zu mir kommt, einen großen Müllsack gefüllt mit Barbies, Puppen und anderem Spielzeug neben mich stellt und anklagend sagt: „Für diesen Babykram bin ich viel zu groß!“

„Prima“, denke ich, „das Zeug lag eh immer nur unaufgeräumt auf der Erde rum, eine Sorge weniger.“

Natürlich ist es so einfach nicht. Am nächsten Tag komme ich vom Hundespaziergang zurück und höre die Kinder schreien, bevor ich unser Haus überhaupt sehen kann. Die Erfahrung hat mich gelehrt, es ist nichts Schlimmes passiert, die beiden streiten. Ich gehe so langsam ich kann den restlichen Weg, dann stelle ich mich dem Drama. Weiterlesen

Kein Morgen ohne Sorgen

Der Morgen fing nicht gut an. Verschlafen, Kinder meckern, Stau auf dem Weg zur Schule. Die Laune müsste eigentlich im Keller sein. Ist sie aber nicht, dank der Gratiszeitung, die jeden Morgen vor meiner Haustür liegt. In dieser Zeitung steht allerlei Zeug über Dubai und was hier so passiert drin. Das kann man getrost überspringen und ich bin sicher jeder zweite Leser tut dies auch. Denn wirklich gut wird es erst kurz vor Schluss, wenn man die Leserbriefe erreicht hat.

Diese Leserbriefe sind so voller Emotionen, Schicksale und Unglaublichkeiten, dass man sofort seine eigenen Probleme vergisst. Weiterlesen

Echte Probleme!

Es gibt Momente im Leben, da tut man sich selbst leid. Der Tag war furchtbar, die Kinder noch schlimmer, nichts lief wie geplant und überhaupt, egal welchen Winkel seines Lebens man betrachtet: Alles Mist!

In solchen Fällen ist es immer gut, von „wirklichen“ Problemen bzw. womit andere Menschen sich so rumschlagen müssen zu hören. Da wäre zum Beispiel der Fall einer Mutter in Dubai, der das Schicksal wirklich „grausam“ mitgespielt hat. Weiterlesen

Doofe Mama!

Doofe Mama

Ein neuer Tag und wieder mal ist klar: Ich bin keine Respektsperson für meine Kinder.

Große Tochter sagt zur kleinen Tochter: „Weißt du, die Mama ist ganz doll doof.“

Kleine Tochter empört zur großen Tochter: „Das finde ich nicht.“

Große Tochter: „Doch. Die doofe Mama hat mir nur eine kleine Packung Gummibärchen nach der Schule gegeben.“ Weiterlesen

Vom Glück und Fußschmerzen

Schmerzen

Meine Füße schmerzen, der Hund humpelt – aber das Kind ist glücklich. Was geschehen ist? Meine ältere Tochter hat zu Weihnachten das langersehnte „große“ Fahrrad bekommen.

Ob das Fahrrad vom Weihnachtsmann, Christkind oder Christmann geliefert worden ist, bleibt unklar, war meiner Tochter am Ende aber auch egal, Hauptsache Fahrrad. Zunächst sah es nämlich so aus, als würde ihr größter Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Mit viel Mühen hatten die anwesenden Erwachsenen die Geschenke im offenen einsehbaren Wohnzimmer verteilt, ohne dass die Kinder etwas merkten – bei 10 Personen waren es so viele Präsente, dass unter dem Weihnachtsbaum nicht genügend Platz war und das Wohnzimmer aussah wie ein Kaufhaus, das Fahrrad stand allerdings wegen Platzmangel weiter in der Garage. Weiterlesen

Mama ist die Beste!

Bei Mama schmeckt es am besten! Seufz. Also im Fall von meiner Mama stimmte das auf jeden Fall, die hat super gekocht und noch heute denke ich gerne zurück an ihren legendären Sauerbraten.

Nun ist meine Mutter schon vor langer Zeit gestorben, ich kann aber trotzdem mit großer Gewissheit sagen, dass ich selbst für ihren Sauerbraten nicht den Aufwand betrieben hätte, den einigen indischen und pakistanischen Expats in Dubai das selbstgekochte Essen von Muttern wert ist.

Da wäre zum Beispiel Obaid Rathore aus der pakistanischen Provinz Punjab, der, seit er in Dubai lebt, noch nicht einen Tag auf das selbstgekochte Essen seiner Mama – die immer noch in Punjab lebt – verzichtet hat. Rathore ist seit 4,5 Jahren in Dubai.

Mama packt ihm immer einen tiefgefrorenen 2-Wochen-Vorat an Kebabs, Curries und Reis ein und schickt ihn dann per „Luftpost“ mit Freunden und Bekannten, die nach Dubai reisen, zum Sohnemann. Der nimmt das ganze, immer noch tiefgefroren, am Flughafen in Empfang und taut sich zu Hause auf, was er so braucht.

Und Obaid Rathore ist nicht allein, laut einem Zeitungsbericht gibt es zahllose Junggesellen, die sich in Dubai auf diesem Wege mit Essen aus der Heimat versorgen. Ich frage mich allerdings doch, wie viele Freunde haben diese Leute und wie oft fliegen die? Ich bin ja schon froh, wenn ich zwei Mal im Jahr Besuch bekomme und den so rechtzeitig, dass er mir die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei mitbringen kann.

Ich bin sprachlos!

Ich gebe gerne zu, dass ich eine gewisse Freude daran habe, meine Leser mit besonders skurrilen Anekdoten aus Dubai zu erschrecken. Aber wie das immer im Leben so ist, kommt alles zu einem zurück und ich gebe offen zu, dass die folgende Zeitungsmeldung mich auch umgehauen hat. Komplett. Ganz. Und total.

Vor einiger Zeit habe ich mal über Babys berichtet, die in den Emiraten aus den verschiedensten Gründen ausgesetzt werden. Die meisten dieser Babys werden in Pflegeheimen untergebracht oder von emiratischen Familien aufgenommen. Ausländer dürfen in den Vereinigten Arabischen Emiraten keine Kinder aufnehmen. Eine Adoption ist gemäß dem Scharia-Gesetz weder durch Emiratis noch durch Ausländer möglich.

Und was muss ich nun heute in der Zeitung lesen? Einen Bericht darüber, dass emiratische Familien nur ungern Jungen aufnehmen. Eigentlich komisch, wo doch in der gesamten asiatischen Welt Jungen bevorzugt werden. Doch die Familien, die sich entschließen, ein fremdes Kind aufzunehmen haben einen „guten“ Grund. Sollte ein Junge aufgenommen werden, müssen sich sämtliche Frauen der Familie, sobald das Kind die Pubertät erreicht, in seinem Beisein verhüllen. Schließlich ist das Kind – das ja nicht adoptiert werden konnte – nach muslimischen Recht ein „Fremder“, der nicht zur Familie gehört. Also müssen die vermeintliche Mutter und etwaige Schwestern ihren Körper und das Gesicht vor dem vermeintlichen Bruder verstecken.

Umgekehrt gilt übrigens das Gleiche, Mädchen, die von einer Familie aufgenommen wurden, müssen sich ab Erreichen der Pubertät vor dem Vater und eventuellen Brüdern verhüllen. Offensichtlich wird dies als das kleinere Übel angesehen und Mädchen finden deswegen eher ein neues Zuhause.

Ich empfehle, an dieser Stelle mit dem Kopfschütteln zu warten, denn es kommt noch schlimmer. Sollte eine Mutter, die einen fremden Jungen (wohlgemerkt, in dem Artikel ist an dieser Stelle nur von Jungen die Rede) aufgenommen hat, diesen Jungen bevor er zwei Jahre alt wird noch selber stillen können – wie oder warum auch immer – dann ist dieser Junge damit eine „echter“ Sohn von Vater und Mutter und Bruder der Geschwister geworden.

Nein. Stopp. Noch nicht Kopfschütteln, es kommt immer noch besser. Sollte die Mutter aus verständlichen Gründen nicht in der Lage sein, den Jungen zu stillen, dann kann diese Aufgabe auch von ihrer Tochter, ihrer Schwester oder ihrer Schwägerin übernommen werden und aus dem Jungen ein echtes Familienmitglied gemacht werden.

Ich bin sprachlos. Und das bin ich nicht oft.

Die Teetassen-Schleuder

In Dubai erreichen die Temperaturen bereits locker die 40 Grad-Marke und man kann getrost sagen, der Sommer ist da. Mit dem Sommer kommt in Dubai wie überall das Sommerloch in der Berichterstattung der Medien. Hier muss das Loch entsprechend der Temperaturen besonders tief sein, anders ist die Schlagzeile der heutigen Tageszeitung nicht zu erklären:

„Rätselraten in Kuwait um Wurf mit heißer Teetasse“.

Offenbar hat eine Frau in einem Restaurant in Kuwait einer Teilnehmerin einer britischen Wirtschaftsdelegation eine Tasse mit brühend heißem Tee an den Arm geworden. Das Opfer erlitt Verbrennungen zweiten Grades. Die Täterin flüchtete unerkannt. Aha. Und wo ist der Nachrichtenwert der Geschichte für mich hier in Dubai? Gibt es nicht. Außer natürlich, man denkt um ein paar Ecken. Das kann ich besonders gut. Prompt schoss mir der Gedanke durch den Kopf, wen ich wohl gerne mit einer Tasse kochenden Tee bewerfen würde. Wäre das nicht herrlich, wenn man sich für die kleinen Gemeinheiten im Alltag mit einem Teetassen-Wurf rächen könnte? Weiterlesen