Wir warten aufs…Essen

Seit sieben Jahren lebe ich in Dubai und die Stadt kann mich immer noch überraschen. Wie letztens, als ich mit meinen Kindern am Abend in die Dubai Mall gefahren bin und geradezu gespenstische Szenen im Food Court erlebt habe.

Zur Zeit ist Ramadan, was bedeutet die muslimischen Bewohner der Stadt fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und alle anderen machen mit – zumindest in der Öffentlichkeit. Was Nicht-Muslime in den eigenen vier Wänden tun, ist ihre Sache, aber sobald sie auf die Straße gehen, wird eine Strafe fällig, wenn sie sich tagsüber beim Essen oder Trinken erwischen lassen. Weiterlesen

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Ramadan, der schwarze Kater und die WM

Die Töchter sitzen auf dem Sofa. Der dicke, schwarze Kater neben ihnen.

Ältere Tochter: „Ich will, dass Deutschland heute Abend gewinnt.“

Jüngere Tochter: „Ich auch.“

Ältere Tochter: „Eddie, was willst du? Wer soll gewinnen?“

Der dicke, schwarze Kater schaut die Tochter mit großen, grünen Augen.

Ich: „Ich glaube, dem Eddie ist das egal.“

Jüngere Tochter empört: „Aber alle Deutschen sind doch für Deutschland!“

Ich: „Ja, aber der Eddie ist aus Dubai, der ist hier geboren. Der ist ein Araber.“ Weiterlesen

Sommer, Sonne, Eis und Schnee

Sommerferien. Juhu! Nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen, um Pausenbrote und Frühstück vorzubereiten und mit dem Hund noch vor Schulbeginn spazieren zu gehen. Sommerferien. Oh Gott! Die Kinder sind den ganzen Tag zu Hause.

Zu allem Überfluss ist Ramadan und alle Restaurants haben tagsüber zu, da die Muslime im Fastenmonat erst nach Sonnenuntergang essen dürfen. Erwachsene, egal welcher Religion sie angehören, lassen sich besser in der Öffentlichkeit nicht beim Essen erwischen. Ein längerer Ausflug in die Mall bietet sich eher nicht an. Kino ebenfalls nicht, das ist für die Kinder ohne Popcorn unvorstellbar. Weiterlesen

Mondsüchtig

Der Fastenmonat Ramadan neigt sich seinem Ende zu und so manch ein Muslime wird froh sein, es wieder für ein Jahr geschafft zu haben. Leider macht es der Mond es den Gläubigen in diesem Jahr nicht gerade leicht – oder vielleicht sollte man besser sagen, die Gelehrten, die sich mit der „Sichtung“ des Mondes beschäftigen, machen die Sache unnötig schwer. Weiterlesen

Wie lang kann ein Tag sein?

In der muslimischen Welt ist heute ein besonderer Tag – der Ramadan beginnt. Ab sofort dürfen Muslime in der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang keine Nahrung zu sich nehmen. Doch für manche Muslime sind die Tage bedeutend länger als für andere! Weiterlesen

Ja, ist denn schon Weihnachten?

Sommerferien, Wochenende, 45 Grad im Schatten – wie beschäftige ich meine Kinder? Ganz klar, wir fahren in die Mall. Es gab auch noch einiges für den anstehenden Deutschland-Aufenthalt zu besorgen, also ab ins Auto und auf in die Dubai Mall.

Schon beim Parken wird klar, wir sind nicht allein auf die grandiose Idee eines Mall-Besuchs gekommen. Die Mall platzt aus allen Nähten, was – wenn man rechtzeitig dran denkt – nicht weiter verwundert: Der große Sommerschlussverkauf nähert sich seinem Ende und Ramadan steht vor der Tür. Einkaufen ohne die Möglichkeit etwas zu essen oder zu trinken (zumindest bis Sonnenuntergang) ist nur ein bisschen lustig, also lieber vorher nochmal ordentlich shoppen. Weiterlesen

Ramadan – Lama – Ding – Dong!

Es ist wieder soweit: mit Kanonenschüssen wird – wenn die Prophezeiungen der Gelehrten stimmen – der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, am 20. Juli eingeläutet. Die Zeitungen sind voll mit Meldungen wer, was, wann und wo im Ramadan tun oder nicht tun darf. Angestellte können sich zum Beispiel darüber freuen, dass die Regierung der Emirate die Arbeitszeit für ALLE Arbeitnehmer auf sechs Stunden täglich reduziert hat. Ausnahmen nicht gestattet.

Das Sommerloch tut wohl ein Übriges, es wird kaum noch über etwas anderes berichtet als über den Ramadan. So habe ich meinen ausgesprochen ruhigen, kinderfreien Freitag Morgen mit intensiver Zeitungslektüre verbracht und dabei einige interessante Dinge über den Ramadan herausgefunden. Selbstverständlich will ich die nicht für mich allein behalten, sondern teile großzügig mit meinen Blog-Lesern.

Ganz im Sinne des Ramadan, übrigens. Denn, Zakat, eine der fünf Säulen des Islams sieht vor, dass jeder Muslim 2,5 Prozent seines jährlichen Einkommens an Bedürftige spendet – ok, ich spende Wissen, aber das zählt bestimmt auch. Die meisten Muslime nutzen den Ramadan, um ihrer Spendenpflicht nachzukommen, angeblich weil sie sich davon den größten spirituellen Nutzen für sich selber erhoffen. Nicht ganz uneigennützig also, aber immerhin. Das Ende des Ramadans wird übrigens mit einem drei-tägigen Fest „Eid Al Fitr“ begangen und es ist verpflichtend für jeden Muslim, einem Bedürftigen ein Festmahl zu dieser Gelegenheit zu ermöglichen.

Aber auch die nicht ganz so Bedürftigen können Geld mit dem Ramadan verdienen. Denn das sitzt während des Fastens offensichtlich ziemlich locker in den Taschen der Muslime. Der Ramadan ist der Monat mit den zweithöchsten privaten Ausgaben. Entsprechend stecken die großen Unternehmen ca. die Hälfte ihrer jährlichen Werbeausgaben in den Fastenmonat. Der Monat mit den höchsten Ausgaben ist allerdings der Weihnachtsmonat Dezember und das obwohl die Muslime gar kein Weihnachten feiern. Erklären lässt sich dieses Phänomen wohl nur durch die zahllosen westlichen Ausländer, die in der Region leben.

Eine Hausfrau, die das Iftar-Mahl (das Essen mit dem das Fasten nach Sonnenuntergang gebrochen wird) für die Familie kocht und versehentlich probiert, ob es denn auch schmeckt, hat übrigens keine Konsequenzen zu fürchten. Die Fastenzeit gilt nicht als unterbrochen. Aber nicht schummeln, wer alle paar Minuten die Geschmacksprobe macht, der muss den Fastentag wiederholen. Genau wie alle Kranken, Reisenden, Schwangeren oder Frauen, die ihre Periode haben, die vom Fasten befreit sind. Auch für die ist Nachholen Pflicht.

Wer sich vom Fasten eine bessere Figur erhofft, wird oft enttäuscht. Viele Muslime nehmen sogar zu während sie fasten. Grund hierfür ist das sogenannte „binge-eating“ – kaum geht die Sonne unter wird bis der Morgen graut gefuttert, was das Zeug hält, um eine Grundlage für den nächsten Fastentag zu schaffen. Wer während des Ramadans nach Sonnenuntergang in die großen Malls geht, findet in den heillos überfüllten Food-Courts kaum einen Platz und die Schlangen vor McDonald’s und anderen Fast Food-Restaurants sind unendlich lang. Soviel zum Thema Abnehmen.