Der Fußball-Fan und die Fernbedienung

Männer können so rücksichtsvoll sein. Ein Herr aus Saudi-Arabien beweist das – ausgerechnet während und mit der Fußball-WM. Fußball ist in Saudi-Arabien äußerst beliebt, auch wenn die letzte WM-Teilnahme ein paar Jahre her ist (2006 in Deutschland).

Die WM-Spiele werden dennoch mit großer Begeisterung verfolgt und ein fürsorglicher Ehemann hat für seine Frau extra einen „Vertrag“ ausgearbeitet, damit es wegen seiner Fußballbegeisterung nicht zum Ehestreit kommt. Weiterlesen

Wie lang kann ein Tag sein?

In der muslimischen Welt ist heute ein besonderer Tag – der Ramadan beginnt. Ab sofort dürfen Muslime in der Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang keine Nahrung zu sich nehmen. Doch für manche Muslime sind die Tage bedeutend länger als für andere! Weiterlesen

Spieglein, Spieglein…

…an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land und nicht nur hier, sondern auch noch hinter den sieben Bergen?

Diese Frage dürften sich drei Männer aus den Emiraten ab sofort jeden Morgen nach dem Aufstehen stellen. Und das zu Recht. Die drei Emiratis wurden vor einigen Tagen von einem Kulturfest in Saudi-Arabien „entfernt“- Begründung, sie seien zu attraktiv. Weiterlesen

Freitags-Skurrilitäten

Freitag ist in Dubai der erste Tag des Wochenendes und eigentlich wollte ich heute mal „blog-frei“ machen, aber dann bin ich im Internet und in der freien Natur doch wieder auf etwas gestossen, das meinen Mitteilungsdrang geweckt hat. Und da die drei Dinge so überhaupt nicht zusammenhängen, schreib ich sie einfach als gesammelte Freitags-Skurillitäten auf. Weiterlesen

Schatz, wo bist du?

Als Frau hat man es in Saudi-Arabien bekanntlich nicht leicht – man darf kein Auto fahren und in der Öffentlichkeit darf man sich nur komplett verhüllt zeigen. Im Restaurant wird peinlichst genau darauf geachtet, dass „Frau“ nicht in Kontakt mit einem Mann kommt, der nicht ihr Ehemann ist usw.

Dazu fällt einem nicht viel ein, außer vielleicht schlimmer geht’s nimmer. Aber genau da liegt man falsch, es geht noch schlimmer. Weiterlesen

Du sollst nicht rauchen!

In Saudi-Arabien sorgt zur Zeit ein Zeitungsartikel für Aufsehen, in dem berichtet wird, dass die Frage, ob ein Elternteil raucht oder nicht, demnächst mit in die Entscheidungsfindung bei einem Sorgerechtsstreit eingehen soll. Also, der der NICHT raucht kriegt dann eher das Kind, nur um das mal kurz klarzustellen, bei den Saudis weiß man ja nie so genau.

Das nenne ich mal den Nichtraucherschutz vorantreiben. Und die Saudis machen wirklich ernst. Erst im Sommer hat ein Gericht entschieden, dass Frauen, die vor der Ehe nicht gewusst habe, dass ihr Mann raucht, ohne größere Probleme die Scheidung verlangen können. Ist ja auch wirklich nicht in Ordnung, wenn Frau so was vorher verheimlicht wird. Obwohl, der saudische Mann weiß bis zur Hochzeit ja nicht mal wie die Alte aussehen wird, die er da gerade heiratet….

Öffnungszeiten an den Feiertagen

Kaum sind die Sommerferien vorbei, stehen schon wieder die nächsten Feiertage vor der Tür. Ende Oktober wird in der muslimischen Welt Eid Al-Ahda gefeiert, das Opferfest, mit dem das Ende der Haddsch, der Pilgerreise der Muslime nach Mekka, begangen wird.

Gefeiert wird auf die verschiedensten Weisen, unter anderem hat Scheich Mohammed angekündigt, dass die Malls in Dubai für zwei Wochen lang jeden Tag 24 Stunden geöffnet sein werden. Shopping nonstop – nicht schlecht, aber bei normalen Öffnungszeiten von 10 bis 22 Uhr bzw. an den Wochenenden von 10 bis 24 Uhr ist hat man sowieso kaum Probleme, den Wochengroßeinkauf irgendwie unterzubringen oder schnell ein Geschenk zu besorgen.

Im Gegenteil, vor einiger Zeit kam ich mit einer Freundin gegen 1 Uhr Nachts aus dem Kino – die sind ebenfalls in den großen Malls angesiedelt – und sie blickte sich ganz glücklich in der Mall um und sagte: „Endlich sind mal die Geschäfte zu!“

Und weil ich gerade bei der Haddsch bin, hier noch ein Foto, dass ich vor vielen Jahren mal während einer Reise nach Jeddah in Saudi-Arabien gemacht habe. Die Hafenstadt Jeddah liegt nur wenige Kilometer von Mekka, dem heiligsten Ort der Muslime, entfernt – den Nicht-Muslime nicht besuchen dürfen, wie dieses Autobahnschild eindeutig klar macht.

Reine Auslegungssache

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus. Kaum habe ich den Schreck mit dem Stillen von Pflegekindern zum Zwecke der Familienzugehörigkeit verdaut, stoße ich schon auf den nächsten Knüller.

Eigentlich wollte ich nur recherchieren, ob das Stillen durch die Pflegemutter auch für Mädchen die Zugehörigkeit zur Blutsfamilie bringt. Das weiß ich immer noch nicht, aber dafür weiß ich nun, dass vor zwei Jahren einige gewitzte Frauen in Saudi-Arabien die Still-Regel zu ihrem Vorteil ausnutzen wollten.

Die Damen, die in ihrem Land per Gesetz nicht Autofahren dürfen und daher von – männlichen, natürlich – Fahrern durch die Gegend chauffiert werden müssen, drohten damit, sich ihre Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes zur Brust zu nehmen und sie zu stillen. Dies habe den großen Vorteil, so die Damen, dass der Fahrer dann Mitglied der Familie sei und sie sich nicht jedes Mal komplett verschleiern müssten, wenn sie den Fahrer sehen.

Offensichtlich gilt die Still-Regel also auch für erwachsene Männer und daraus wurde die Kampagne der Saudi-Frauen: „Entweder wird dürfen selber fahren oder wir stillen unsere Fahrer“.

Wie gesagt gebracht hat es den Damen bislang nichts, Autofahren dürfen sie immer noch nicht, aber die Idee ist schon grandios und ich musste ziemlich lachen, auch wenn es im Grunde traurig ist, dass die Frauen zu solchen Mitteln greifen müssen, um so etwas für uns Normales wie Autofahren zu dürfen.

Über die folgenden Aussagen von Saudi-Frauen zu dem Thema musste ich auch ziemlich schmunzeln:

„Der Islam erlaubt mir tatsächlich einen fremden Mann zu stillen, aber ich darf mein eigenes Auto nicht fahren?“

„Ich denke, dann sollten die weiblichen Hausangestellten auch die Männer des Hauses stillen, dann können wir alle Brüder und Schwestern sein.“

„Dürfen die Frauen ihre Fahrer alleine stillen oder muss ihr Mann anwesend sein?“

Mit dieser Frage verabschiede ich mich schon mal ins Wochenende, das fängt hier schon am Freitag an und ich fahre mit den Kindern an den Strand – die Betonung liegt auf „ich fahre“…;-)