Valentinstag…

Valentinstag! Der ist heute und ich bekam eine Rose und ein Schokoladenherz von meinen Kindern. Ich kann mich also nicht beklagen und ich mag den Valentinstag. Mochte ihn schon immer.

Ganz anders sah es bei dem Pärchen aus, die ich beim morgendlichen Hundespaziergang traf. Während mir die Frau irgendwie sehr laut und sehr betont „Einen frohen Valentinstag“ wünschte, brummelte der Mann hinter ihr etwas Unverständliches und ging weiter.

„Oha!“, dachte ich bei. „Ein Valentins-Schwarz-Weiß-Paar!“ Das wird kein guter Tag für die beiden.

Der Valentinstag ist der Rosenkohl unter den Feiertagen – man hasst ihn oder man liebt ihn. Weiterlesen

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Sinnvoll, sinnvoller, meine Apps-Ideen

Das neue iPhone ist da – die liebe Frau Vau möchte keins, ich schon. Die Begierde verstärkt wurde durch die SMS eines Elektronikshops am gestrigen Abend: Ich solle mich doch bitte – rechtzeitig – anstellen, man habe ab Freitag um Mitternacht – pünktlich – das neue iPhone im Angebot.

Um Mitternacht in der Mall mit zwei kleinen Kindern bin ich am liebsten – das wäre also nicht das Problem. Auch das Anstellen nicht, zumindest nicht wenn genügend Einheimische in der Schlange sind: Wenn ich meine beiden Mädels in hübsche Kleidchen gewande und jeder in jede Backe ein Dauergrinsen hervorrufendes Bonbon stecke, kann ich gewiss sein, dass ich in null komma nix am Anfang der Schlange bin. Da ist der Emirati an sich gerne höflich, wenn es um Kinder geht.

Das Problem liegt also woanders: Kein Geld fürs neue iPhone. Obwohl, wenn das Ding wirklich so toll und so groß ist, wie es heißt, dann könnte man da doch wunderbar eine App draufladen, mit der man das Telefon in einen Drucker verwandeln kann, der dann Geldscheine ausdruckt. Eine „Geld-Scheiß-App“ sozusagen. Das wär mal eine sinnvolle App. Weiterlesen

Die Sache mit dem Lolli…

…war ja noch nicht ausgestanden. Zwei Tage nach meiner öffentlichen Beichte hatte mein Kind noch immer nichts bemerkt. Und ich war ein Wrack. Geplagt von einer Mischung aus Schuldgefühlen und Panik vor der Entdeckung wandelte ich wie ein Geist durchs Haus.

Im Kopf spielte ich immer wieder die möglichen Lösungen meines persönlichen Dramas durch:

–       Hund, Kater oder der kleinen Schwester die Schuld in die Schuhe schieben. Verführerischer Gedanke, aber bin ich wirklich eine sooooo schlechte Mutter?

–       So tun, als hätte ich keine Ahnung, wo der Lolli geblieben ist – gleichbedeutend mit Hund, Kater oder kleiner Schwester die Schuld in die Schuhe schieben.

–       Meine Koffer packen und das Land verlassen.

–       Den Kühlschrank heimlich ausstellen und dann alles, was sich darin befindet wegschmeißen, weil das „doch vermodert Kind, es ist Hochsommer und es sind 35 Grad in der Küche“.

–       Die Wahrheit sagen.

Selbstverständlich hat das Gute in mir gesiegt und ich habe das Land verlassen. Nein, ich habe natürlich die Wahrheit gesagt. Kurz und schmerzlos.

„Kind, ich habe deinen Lolli gegessen.“

„Welchen Lolli?!

„Ach, nichts, geh ruhig wieder spielen.“ Sollte es wirklich einmal im Leben so einfach sein?

„Etwa den goldenen Lolli, den ich zum Geburtstag bekommen habe?“

Nichts im Leben ist einfach.

„Ja, genau den.“

Mein Kind schaut mich mit großen, fassungslosen Augen an. Dann beginnt ihre Unterlippe leicht zu zittern. Ihre Augen werden feucht. Da ich mich als schlechte Mutter etabliert hat, schrecke ich ganz im Sinne von „ist der Ruf erst ruiniert…“ vor nichts zurück und greife zur beliebtesten Erziehungsmethode aller Rabenmütter: Bestechung.

„Ich kaufe dir dafür 2 neue Lollis, wenn wir jemals wieder zu dem Laden kommen. Und bis dahin darfst du die ganze Schokolade essen, die noch im Kühlschrank ist. Und ich mache diese Woche jeden Tag Pfannkuchen. Und morgen fahren wir in die Mall und ich kaufe dir was.“

Ich würde alles tun, damit das Kind nicht weint. Ein Wutanfall wäre so viel besser zu ertragen.

Derweil bebt die Unterlippe der Tochter immer noch. Auf der Richterskala würde sie in den zweistelligen Bereich vorstoßen. Und dann passiert es. Eine dicke Träne schafft den Sprung über den Lidrand und kullert langsam ihre Backe hinunter. Mein Herz blutet. Ich bin ein schlechter Mensch.

„Ich mache deine Hausaufgaben bis ich nicht mehr weiß, wie es geht“, ich werfe alles in die Waagschale, was mir geblieben ist und bete, dass mein Kind nicht ahnt, dass das bei dem Tempo in ihrer Schule wahrscheinlich nächstes Jahr sein wird, wenn sie in die dritte Klasse kommt.

Mein Kind sieht mich ernst an. Sie schluckt und reibt sich mit beiden Händen die Tränen aus den Augen.

„Ist ok, Mama. Jetzt wirst du total dick und ich bleibe dünn.“

Der Wille war stark, doch der Lolli war stärker

Ich bin ein schlechter Mensch. Seit gestern Abend ist es offiziell. Ich habe den ultimativen Verrat begangen – an meinem eigenen Kind. Nie wird sie mir verzeihen, was ich getan habe. Es gibt auch keine wirkliche Entschuldigung dafür, außer vielleicht: Der Wille war stark, doch das Fleisch war schwach.

Seit genau einem Monat lag er bei uns im Kühlschrank. Ganz in Gold und verführerisch. Ein riesiger Schokoladen-Lolli in Herzform, den meine Tochter zu ihrer Geburtstagsparty geschenkt bekommen hat. Der Hersteller-Name auf dem Lolli ließ feinste Schokolade vermuten und jedes Mal, wenn ich den Kühlschrank aufgemacht habe, lief mir das Wasser im Munde zusammen und mein eigenes Herz klopfte vor Begierde. Weiterlesen

Lauter Lügner?!

Der Sommer in Dubai ist da und damit auch die immer wiederkehrende Frage: Bikini oder kein Bikini? Mit Interesse las ich entsprechend – gemütlich auf einer Liege am Pool ruhend – einen kleinen Artikel in einem Magazin über die besten Nahrungsmittel für die Bikini-Figur. Dann schaute ich verblüfft an mir herunter.

Ich esse – fast täglich – alle der in dem Bericht aufgeführten Lebensmittel: Paprika, Pfefferminz, Salat, Yoghurt, Vollkornbrot, Olivenöl, Äpfel, Eier, Mandeln, Lachs und Broccoli.

Und trotzdem trage ich ausschließlich Badeanzug – aus gutem Grund. Ich bin nicht so richtig fett, aber besonders um die Bauchgegend herum ein wenig, sagen wir mal, weich. Ein Blick in den Spiegel und ich weiß: Bikini lieber nicht.

Wer lügt hier also? Der Spiegel, das miese, kleine Biest, der mich dicker aussehen lässt als ich bin? Oder wollte da wieder mal so ein Schreiberling schnelles Geld mit dem Frauenwunsch nach der Bikini-Figur machen?

Oder hat die Tatsache, dass ich keine Bikini-Figur habe, etwa etwas damit zu tun, dass ich meine Paprika auf Pizza, den Yoghurt nur vollfett, den Broccoli und die Eier im Sahneauflauf und die Mandeln und Äpfel vorwiegend als Bestandteil von Kuchen zu mir nehme? Am besten esse ich ein Stück Pfefferminzschokolade während ich darüber nachdenke.