Piiiiiieeeeep!

Ein ganz normaler Morgen vor einigen Wochen. Panik. Hetze. Ungemach. Dazwischen das Läuse-Kind, das dank nicht-wirkendem Läuse-Shampoo Nr.1 am Tag zuvor von der Schule nach Hause geschickt worden war und nun gemütlich am Frühstückstisch sitzt, denn es darf/muss nochmal daheim bleiben und auf eventuell auch dem zweiten Läuse-Mittel trotzende Krabbeltiere achten.

Ich habe bereits einen großen Teil meines Arbeitstages vor dem Arbeitstag geschafft und habe Frühstück gemacht, Pausenbrote geschmiert, die Spülmaschine ausgeräumt, Wäsche gefaltet, war mit dem Hund und bin nun fast auf dem Weg zur Arbeit. Da passiert es. Ein ohrenbetäubendes Piepen schallt durchs Haus und ich falle fast die Treppe runter, auf der ich gerade stehe. Was kann das sein? Weiterlesen

Nobelpreis(verdächtig)

Gute Nachrichten für alle Wüstenleser – ihr kennt die Mutter einer künftigen Nobelpreisträgerin. Die ältere Tochter kann komplizierteste Sachverhalte in wenigen Worten für jeden Laien verständlich erklären. Und das geht so:

Tochter: „Mama, ich muss ein Rede über Erdwärme, Kraftwerke und Energie halten.“ Weiterlesen

Deutsch-englische Koproduktion

Das Leben im Ausland bringt allerlei Vorteile mit sich, unter anderem wachsen die Kinder zweisprachig auf. In unserem Fall sprechen beide Kinder perfekt Deutsch und Englisch. Theoretisch. Praktisch sieht es eher so aus, dass sie im Alltagsgebrauch ein fröhliches Mischmasch aus Deutsch und Englisch plappern. Sätze wie „Ich bin ready mit meiner Homework“, „Ich gehe raus playen“ oder auch neuerdings – seitdem die ältere Tochter sich für Mode interessiert – „Das kann ich unmöglich damit combinen“ sind bei uns an der Tagesordnung.

Gute Mutter, die ich bin, verbessere ich den Nachwuchs natürlich sanft und ohne Lachen, obwohl Sätze, wie die Frage der vermeintlich vernachlässigten jüngeren Tochter „Und what about ich?“ das nicht immer leicht machen. Weiterlesen

Kein Morgen ohne Sorgen

Der Morgen fing nicht gut an. Verschlafen, Kinder meckern, Stau auf dem Weg zur Schule. Die Laune müsste eigentlich im Keller sein. Ist sie aber nicht, dank der Gratiszeitung, die jeden Morgen vor meiner Haustür liegt. In dieser Zeitung steht allerlei Zeug über Dubai und was hier so passiert drin. Das kann man getrost überspringen und ich bin sicher jeder zweite Leser tut dies auch. Denn wirklich gut wird es erst kurz vor Schluss, wenn man die Leserbriefe erreicht hat.

Diese Leserbriefe sind so voller Emotionen, Schicksale und Unglaublichkeiten, dass man sofort seine eigenen Probleme vergisst. Weiterlesen

Hoch auf dem gelben Wagen…

So ein Hund ist schon etwas Wunderbares. Er oder in meinem Fall sie liebt einen abgöttisch, mault nie, frisst, was in die Schüssel kommt, man kommt an die frische Luft und für Bewegung ist gesorgt. Und Frauchen weiß alles. Alles! Wer wo neu eingezogen ist, wer Streit mit dem Ehemann hat, wer wann am Abend ins Bett geht, wo eine neue Sofacouch gekauft worden ist und vieles mehr. Ich nenne meine morgend- und abendlichen Spaziergänge durch unsere Nachbarschaft auch gerne meine Patrouillengänge.

Dank dieser Gänge weiß ich zum Beispiel, was eine Leserin der örtlichen Tageszeitung offenbar erst mühevoll lernen musste: Schulbusse sind weniger Segen als man meint.

Was? Wie kann man denn gegen einen Bus-Service sein? Ist doch eigentlich eine prima Sache. Die lieben Kleinen werden morgens vor der Haustür abgeholt, treffen im Bus Schulkameraden und Nachmittags stehen sie wie durch ein Wunder und als wäre nichts gewesen wieder vor der Tür.

Doch mit eben der Haustür fängt es an. Wenn ein Bus für bis zu 30 Kinder jedes Kind daheim abholt, kann man sich vorstellen, wie lange er dafür braucht. Die Leserin der Tageszeitung beklagte sich in einem Brief bitterlich, dass ihre Kinder jeden Tag drei volle Stunden im Bus sitzen würden.

Böse Zungen könnten nun sagen: Ist doch prima, nochmal drei Stunden, die man die Blagen nicht am Hals hat. Das Blöde ist nur, dass man die Brut erst mal in den Bus kriegen muss. Weiterlesen

Stadt der Frauen

„Girls rule“ – Mädchen herrschen/entscheiden/bestimmen oder auch „Mädchen an die Macht“. Dies sagte die neue Klassenlehrerin gestern zu meiner älteren Tochter, als sie ihr die „frohe“ Botschaft überbrachte, in ihrer Klasse seien doppelt so viele Jungs wie Mädchen.

Mmh. Eigentlich bin ich eher für eine ausgewogene Mischung, aber ich kann verstehen, dass die Frau der anstehenden Übermacht der „Jungs“ in ihrer Klasse schon mal vorsorglich begegnen möchte. Als wolle das Schicksal es, dass ich mir über das Thema weitere Gedanken mache, las ich am Abend in der Zeitung über ein ungewöhnliches Dorf hinter den sieben Bergen in Brasilien. Dort nehmen die Bewohner das Motto „Girls rule“ der neuen Klassenlehrerin wörtlich: In dem Dörfchen leben 600 Menschen und fast alle sind weiblichen Geschlechts. Weiterlesen

Jagd-Fieber in Dubai

Nächste Woche beginnt in Dubai das neue Schuljahr und ein von jeder Mutter gefürchteter Gang muss abgearbeitet werden: Die Kinder brauchen neue Schuluniformen. Gefürchtet vor allem, da die Uniformen sich durch kratzige Materialien, nicht vorhandene Passform und mittelalterliche Schnitte zu erschreckend hohen Preisen auszeichnen. Entsprechend gestaltete sich die Anprobe der Sprößlinge ungefähr so dufte, als hätte ich ihnen dicke Bohnen mit Speck zum Abendessen serviert und dazu erklärt, dass Internet und Fernsehen leider auf unabsehbare Zeit kaputt seien.

Erschwerend kam hinzu, dass die Kinder auf eine andere Schule wechseln, was sie nicht unbedingt fröhlicher beim Uniformkauf gestimmt hat. Auch der Hinweis, dass die neue Uniform ihrer alten Schule eine Bluse mit Krawatte (wer bitte lässt sich so etwas für Erstklässler einfallen?) beinhalte nutzte nichts. Weiterlesen

Buchstaben- und Zahlensalat

Namen. Was kann man seinem Kind damit antun. Viel. Obwohl es am Ende eine Frage der Kultur oder der Gewöhnung ist, wenn man auf besonders merkwürdige Namen trifft. In Dubai, zum Beispiel, habe ich mich an so einiges gewöhnt: Vandago, Melker, Nirvana, Saga, Mohammed Ali – alles Namen aus der Kindergartengruppe meiner jüngeren Tochter.

Und doch war ich überrascht, als die ältere Tochter mir letzthin, als ich sie und die jüngere Tochter von der Schule abhole, im Auto erzählt:

„Mama, wir haben einen neuen Jungen in der Klasse. Der heißt One Pablo.“

Selbstverständlich liegt mir sofort auf der Zunge zu sagen:

„Wirklich? Oder heißt er vielleicht One Direction oder One Republic?“. Weiterlesen