Der Teufel liegt im Detail

Als Frau in den besten Jahren weiß man dank Funk und Fernsehen, dass man sich fit halten sollte, damit die besten Jahre möglichst lange dauern. So bis 90 wäre schön. Entsprechend treibe ich jeden Tag Sport. Und musste eine fürchterliche Entdeckung machen: Sport nützt nix. Ehrlich. Ich absolviere jeden Morgen ein straffes Trainingsprogramm und das Ergebnis? Nüscht. Keine Muskeln, nicht abgenommen, kein gestählter Körper einer 20j-ährigen. Dabei gebe ich mir so viel Mühe: Weiterlesen

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Ja, aber…

Die ältere Tochter ist keine große Freundin von Sport. Oder von Bewegung im allgemeinen. Das hat sie vom Hund, der liegt auch am liebsten auf dem Sofa – ein amüsiertes Grinsen ziert das Hundemaul – und schaut dem dicken Kater zu, wie er durch den Garten rennt, um vermeintliche Feinde aufzuspüren.

So richtig in Schwung kommt die ältere Tochter eigentlich nur, wenn sie hinter der jüngeren herjagt, um sie im Streit zu hauen. Genau dies geschah am heutigen Nachmittag ausgiebig. Weiterlesen

In 12 Stunden um die Welt…

Einmal um die Welt reisen, das wärs. Einmal um die Welt schwimmen, naja. Wie auch immer, beides kommt für den Durchschnittsmenschen nicht in Frage. Außer natürlich, man reist oder schwimmt um „The World“ in Dubai. Das ist irgendwie machbar. Vor allem das Reisen, das Schwimmen ist schon eine ganze Ecke anstrengender. Weiterlesen

Dubai macht die Welle…

Die Olympiade im Sommer hatte es mir ja angetan, wie der ein oder andere Leser sich vielleicht erinnern wird. Und nein, nicht nur wegen der Ritter Sport Olympia, obwohl ich zugeben muss, dass mit dem Ende der Spiele mein Interesse nicht nur an den Randsportarten drastisch abgenommen hat.

Dennoch habe ich beschlossen, in zwei Wochen die Zuschau-Sportfanatikerin in mir wieder aufleben zu lassen. Diesmal allerdings live und vor Ort. In Dubai werden die 9ten Asien-Meisterschaften im Schwimmen ausgetragen.

Ich gebe zu, dass asiatische Schwimmwettkämpfe vielleicht nicht so der absolute Renner sind, aber ich freu mich trotzdem drauf. Aus zwei Gründen. Zum einen hoffe ich, die chinesische Wunderschwimmerin Ye Schiwen – das war die, die bei Olympia schneller als die Männer geschwommen ist – mal von ganz nah und in Farbe zu sehen. Vielleicht ist die mittlerweile auch größer und breiter als die meisten Männer?

Zum anderen – und das ist der wirkliche Grund, warum ich hingehen werde – finde ich das Schwimmstadium in Dubai wirklich toll. Den Bau des Hamdan Bin Mohammed Bin Rashid Sports Complex habe ich von der Grundsteinlegung an verfolgt. Irgendwann vor ein paar Jahren, sah man an einer Autobahn, die mitten durch die Wüste führt, plötzlich Kräne und Baufahrzeuge. Irgendwann stand da dann etwas, was ein bisschen aussah wie ein dickes, unförmiges Bonbon und schließlich und endlich ein blaues Gebäude, das an eine riesige Welle erinnert, die mitten aus dem Wüstensand droht, auf die Autobahn zu schwappen. Das Ding hat es mir angetan und jedes Mal, wenn ich daran vorbeifahre, freue ich mich über „die Welle“, die da auf mich zuzukommen scheint.

Und weil ich im Internet kein vernünftiges Photo gefunden habe, bin ich heute Morgen losgefahren und habe eins für euch gemacht – ist ja heutzutage in der Bloggerwelt eh sicherer, sonst wird man noch verklagt:

Um Tickets für das sportliche Großereignis mache ich mir keine Sorgen, bei den letzten Veranstaltungen, wie der Kurzbahnweltermeisterschaft 2010, in der „Welle“ gab es die Eintrittskarten an jeder Ecke umsonst. Die Araber haben es halt noch nicht so wirklich mit den Sportereignissen.

P.S. Eine Tafel Ritter Sport Olympia mitgebracht aus dem Sommerurlaub in Deutschland habe ich noch. Ich glaub, die nehm ich mit in die „Welle“.

Was Gesundes, bitte?

Der Aufenthalt in Deutschland kombiniert mit der Olympiade wird langsam zum Problem für die Gesundheit meiner Familie.

Irgendwie hat das tägliche, intensive Sportschauen im Fernsehen bei mir eine gewisse Trägheit ausgelöst. Diese führt dazu, dass ich den Einkauf im Supermarkt aufs Nötigste beschränke: Das Auffüllen der Ritter Sport Olympia-Vorräte für den nächsten Fernsehabend.

Dummerweise wollen meine Kinder aber neben Ritter Sport Olympia auch noch etwas anderes essen. Man stelle sich vor. Meine jüngere Tochter hat mich tatsächlich gestern nach „was Gesundem“ gefragt. Die Kinder von heute, also wirklich.

Ins Restaurant wollen die beiden auch nicht mehr gehen. „Immer nur Schnitzel,“ haben sie gemault, als ich ihnen auf die Frage nach dem „Gesundem“ vorschlug, wir könnten ja essen gehen. Also, ich konnte als Kind von Schnitzel und Pommes Frites nicht genug kriegen. Irgendetwas muss ich falsch gemacht haben bei meinen Kindern.

Obwohl ich ihnen ein ganz kleines bisschen zustimmen muss. Im Geheimen, natürlich. Aber auch mir ist aufgefallen, dass die Restaurants, Landgasthöfe und Wirtschaften im Sauerland vor allem ein Gericht auf der Karte haben: Schnitzel. Dies allerdings in einer Variationen-Vielfalt, die den teilnehmenden Olympia-Nationen Konkurrenz macht.

Jäger-Schnitzel, Zigeuner-Schnitzel, Schnitzel „Wiener Art“, Gourmet-Schnitzel, Schnitzel „Sauerland“, Schnitzel „Westfalen“, Feuer-Schnitzel, Holzfäller-Schnitzel – der Phantasie für Schnitzel-Gerichte im Sauerland sind keine Grenzen gesetzt.

Ich befürchte, wir haben in den vergangenen zwei Wochen mehr Schokolade und Fleisch gegessen als im gesamten vergangenen Jahr. Es sieht so aus, als müsste ich zum Äußersten schreiten und mal wieder selber kochen. Nur, wann? Ich habe keine Vorstellung wie ich auch noch Einkaufen und Kochen in meinem Olympia-Tag unterbringen soll.

Immerhin steht heute das 10 Kilometer Schwimmen der Frauen auf dem Programm. Und das Boxen im Fliegengewicht der Frauen. Das kann ich doch unmöglich verpassen. Von den Kanuten, der Dressur, dem Frauen-Ringen und dem Dreisprung der Männer will ich gar nicht erst anfangen. Ich habe doch frühestens in vier Jahren – bei der nächsten Olympiade – wieder Gelegenheit und vor allem Interesse mir diese Sportarten anzusehen.

Ich befürchte, meine Kinder müssen noch bis Samstag durchhalten. Erst dann bin ich wieder bereit, mich um unsere gesunde Ernährung zu bemühen. Und wer weiß, vielleicht sind sie bis dahin so ausgehungert nach „was Gesundem“ dass ich sie endlich mal dazu kriege, ein paar meiner Lieblingsgemüse zu probieren. Kohlrabi zu Beispiel. Oder Bohnen. Oder Erbsensuppe. Am Ende ist der Entzug der gesunden Ernährung sogar noch zu etwas gut.

Sagen Sie was dazu!

Ich bin süchtig – nach Olympia. Gut, ich bin auch süchtig nach Hanuta, Duplo und der Ritter Sport mit den drei Sorten Premium-Nüssen, aber nur weil es die in Dubai nicht gibt. Zusammengenommen macht das Sinn, Olympia gibt es ja auch nicht immer.

Irgendwie frage ich mich angesichts meiner gesammelten neuen Abhängigkeiten allerdings: Warum bin ich süchtig? Weder Duplo, Hanuta oder Ritter Sport sind wirklich außergewöhnlich gut oder erlesen und gleiches kann man auch über so einiges sagen, was man von den Olympischen Spielen zu sehen bzw. zu hören kriegt.

Das fängt an bei den Jacken der russischen Athleten – die haben ein so wirres Muster, dass man sofort Kopfschmerzen bekommt, wenn die ins Stadium laufen. Ich frage mich ja, warum noch keine der anderen Mannschaften Protest eingelegt hat, gegen diesen offenkundigen Versuch, die Gegner schon im Vorfeld des Kampfes zu schwächen.

Oder das Turnen der Frauen. Mehrkampf der Nationen. Würde man sich sonst nie ansehen, aber bei Olympia ist es dann doch irgendwie interessant. Wenn da nicht der Kommentator wäre, der die ganze Zeit was von „Verbindungszehnteln“ beim Stufenbarren erzählt. Und einem beim Schwebebalken mit viel Ernst in der Stimme erklärt, dass der Doppel-Twist gebückt, gehockt, gestreckt oder wie auch immer echt schwierig ist – natürlich ist er das, wer jemals auf einem Schwebebalken gestanden hat, der weiß, dass schon das Draufbleiben allein nicht wirklich einfach ist.

Schwimmen stand am gestrigen Dienstag auch noch auf dem Programm. Die ARD bescherte uns „uns“ Franziska van Almsick als Kommentatorin. Was sie gesagt hat, weiß ich nicht so genau, da ich die ganze Zeit auf ihre Backen starren musste, die aussahen wie die eines Hamsters, der dem Größenwahn verfallen war. Gut, da kann sie nichts für, für ihr T-Shirt schon. Darauf war das Bild einer französischen Bulldogge, die einen überdimensionalen roten Ping Pong-Ball als Nase zwischen Franzis Brüsten sitzen hatte – da war es sogar für mich als Frau nicht ganz leicht, mich noch aufs Schwimmen zu konzentrieren.

Rausreißen konnte es da auch der Beckenrand-Reporter nicht mehr, der den armen deutschen Schwimmer, kaum waren sie aus dem Wasser, sein Mikrofon unter die Nase hielt. Immer mit der viel Fachwissen vermittelnden Aufforderung: „Sagen Sie was dazu!“ Fragt sich nur, was die sagen sollen, wenn sie gerade doppelt so schnell geschwommen sind, wie die meisten von uns laufen können und trotzdem verloren haben.

Einiges wett machte immerhin Chad le Clos, der erstaunlicherweise kein französischer Rotwein sondern ein südafrikanischer Schwimmer ist, der die 200 Meter Schmetterling gewonnen hat. Chad und seine Eltern haben so hemmungslos geheult, dass sogar Michael Phelps warm ums Herz werden musste und der hatte wahrlich nichts zu lachen, dachte er doch, er hätte gewonnen. Ich bete, dass keins meiner Kinder jemals irgendein größeres Talent für irgendwas offenbart – ich würde wahrscheinlich schon bei jedem Aufbruch zum Training mit dem Heulen anfangen.

Keine Ahnung, ob die Eltern von Velimir Stepanovic geweint haben, aber dieser 19-Jährige Serbe wurde 6ter in dem Finale über 200 Meter Schmetterling. Das ist natürlich so unwichtig, dass es nicht mal hier beim Schwiegermutter-Wüsten-Blog einen Eintrag wert wäre, wenn der gute Junge nicht in Abu Dhabi geboren worden und in Dubai zur Schule gegangen wäre. Das musste ich mal schnell loswerden.

Aber zurück zu den Fernsehübertragungen. Denn da war dann noch das Interview mit den deutschen „vergoldeten“ Vielseitigkeitsreitern. Die wirkten echt nett, aber selbst mir als ganz großem Tierfreund und –versteher war es dann doch ein wenig viel, als Michael Jung sagte, sein Pferd Sam sei ein großer Sportler. Mmh. Und ich könnte schwören, dass der Sam einfach nur ein tolles Pferd, mit einem tollem Reiter ist. Und am Ende des Tages schlicht nur sein Heu will und eher wenig über Sport nachdenkt. Naja, ich will am Ende des Tages ja auch einfach nur meine Ritter Sport und bin jetzt einfach mal zufrieden, dass ich die bei Olympia essen kann und höre mit dem Meckern auf. Da fällt mir ein, gab es nicht mal eine Ritter Sport Olympia?