Das dreckige Kamel und das Meer

Das dreckige Kamel und das Meer – so könnte man eine Geschichte mit sehr traurigem Ausgang nennen, die sich an einem Strand in Sharjah, einem Nachbaremirat von Dubai, abgespielt hat.

Einem Emirati war die Körperhygiene seines Kamels ein Dorn im Auge, also beschloss er, das Kamel braucht ein Bad. Nun verfügt das gewöhnliche Haus selbst in den Emiraten meist nicht über eine eingebaute Kameldusche und so brachte der Mann sein Tier mit Hilfe von drei Angestellten zum Strand, wo es ein Bad im Meer nehmen sollte. Weiterlesen

Geld oder Leben?!

Es gibt ja Menschen, die sind nicht so nett. Manche sind sogar so gar nicht nett. Wie der Mann zum Beispiel, der einen anderen erst würgte, dann verbrannte und die Leiche schließlich auf eine verlassene Autobahn warf. Ein Gericht im Emirat Sharjah verurteilte ihn zur Todesstrafe.

Doch obwohl die Berufungsverhandlung das Todesurteil aufrechterhielt, wird der Mann nun doch nicht hingerichtet. Die Familie des Opfers entschied, von dem Mann „Blutgeld“ in Höhe von 300.000 Dirhams (60.000 Euro) anzunehmen. Die Todesstrafe wurde gemäß der muslimischen Rechtsprechung damit aufgehoben und in eine Gefängnisstrafe umgewandelt.

Interessant, wenn man zahlen kann, entgeht man der verhängten Strafe. Doch so einfach ist es nicht immer. Denn, wer das in der Sharia festgeschriebene Blutgeld für den verschuldeten Tod eines anderen nicht zahlen kann, der sieht ganz schön alt aus.

Gemäß Sharia muss jeder, der bewusst oder zufällig das Leben einen anderen Menschen beendet, Blutgeld in Höhe von 200.000 AED an die Angehörigen des Opfers zahlen. (An dieser Stelle ein kleiner Einschub in Sachen Gleichberechtigung: seit 2009 gilt in allen Emiraten der gleiche Satz für den Tod eines Mannes oder einer Frau, davor musste für den Tod einer Frau in manchen Emiraten nur die Hälfte der Summe aufgebracht werden).

Schlagzeilen machte vor einiger Zeit der Fall eines Busfahrers, der 2006 einen Unfall verursachte, bei dem 10 Menschen starben. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt und 2008, nach zwei Jahren hinter Gittern, begnadigt. Aus dem Gefängnis entlassen wurde er allerdings erst vor ein paar Wochen. Der Mann konnte die 2 Millionen Dirhams Blutgeld für die 10 Opfer des Unfalls nicht aufbringen – kein Wunder, denn dies entspricht ca. 90 Jahresgehältern, die der Mann als Busfahrer verdiente.

Vier Jahre musste der Mann im Gefängnis ausharren, bis eine Wohltätigkeitsorganisation sich seines Falles annahm und die 2 Millionen Dirhams aus Spendengeldern für ihn zahlte. Fazit der Geschichte: Sein Leben kann man sich, seine Freiheit muss man sich mit Geld erkaufen.

Volltanken, bitte!

In Sharjah, einem der sieben Emirate, gibt es so gut wie kein Benzin mehr und das schon seit über einem Jahr. An den Tankstellen gibt es lange Schlange, wenn überhaupt mal Benzin geliefert wird und einige der Pächter haben nun aufgegeben und damit begonnen, ihre Tankstellen stillzulegen und abzubauen.

Wie bitte? Die Vereinigten Arabischen Emirate nennen doch eins der größten Ölvorräte der Welt ihr Eigen und dann gibt es an den Tankstellen kein Benzin? Wie kann das sein? Es kann sein, weil die Ölvorkommen der VAE nicht gleichmäßig auf die sieben Emirate verteilt sind. Während Dubai und eben Sharjah zum Beispiel quasi auf dem Trockenen sitzen, könnte der Scheich von Abu Dhabi jeden Morgen ein fettes Ölbad nehmen.

In einem Zug geschwisterlicher Emirate-Liebe könnte man meinen, dass Abu Dhabi sein Öl ja vielleicht nicht gleich mit Sharjah teilen muss, aber ein bisschen Benzin abgeben sollte wohl drin sein.

Doch so einfach ist es natürlich nicht. Es gibt in den Emiraten zwar Öl, aber Raffinerien gibt es nur in Abu Dhabi und die schaffen nicht die gesamte Ölproduktion. Also muss zum Beispiel Enoc, einer der großen Tankstellen-Betreiber in den Emiraten, sein Benzin genauso auf dem Weltmarkt einkaufen, wie Tankstellenbetreiber aus anderen Ländern auch. Doch während diese das Benzin dann deutlich teurer weiterverkaufen, muss Enoc laut Beschluss der UAE-Regierung das Benzin unter dem Einkaufspreis wieder abgeben.

Der Preis für Benzin an den Tankstellen der Emirate gehört zu den günstigsten der Welt und wird staatlich stark subventioniert – in Sharjah nur leider nicht genug, damit die Tankstellenfirmen auch noch ein Geschäft machen können. Also gibt es eben kein Benzin mehr in Sharjah, daran konnte auch eine Verfügung der Regierung, die die sofortige Wiederaufnahme der Benzin-Lieferungen festsetzte, nichts ändern.

Ein Liter Benzin in den UAE kostet übrigens ungefähr 1,52 Dirhams, das sind ca. 30 Cents.

Baby an Bord

Gleich mehrere Überraschungen erlebte ein Auto-Dieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Wochenende. Zunächst musste er feststellen, dass er keinen gewöhnlichen Toyota sondern eine Art „Kinderwagen“ gestohlen hatte – auf dem Rücksitz schlief ein vier Wochen altes Baby.

Die verzweifelten Eltern riefen sofort die Polizei, die den Dieb nach sieben Stunden schließlich aufspürte – mit einer überraschenden Ermittlungsmethode. Die Polizisten „twitterten“ einen Aufruf nach dem gestohlenen weißen Prado mit Baby an Bord Ausschau zu halten. Was über 1700 besorgte „Twitterer“ auch mit Erfolg taten. Das Baby und das Auto wurden von einem Emirati gefunden, der den Dieb in Schach hielt bis die Polizei kam.

Es könnte die Frage aufkommen, wieso das Baby im Auto schlief und wo die Eltern waren. Ganz einfach, die beiden waren einkaufen. Im Supermarkt an der Tankstelle, den Motor ihres Autos hatten sie wegen der Hitze – in den Emiraten erreichen die Temperaturen im August bis zu 50 Grad – laufen lassen. Eine Angewohnheit, die sie mit vielen Bewohnern des Landes teilen und vor der die Polizei nun nochmals eindringlich warnte. Ich gebe diese Warnung jetzt mal nicht weiter, auch wenn es im Moment unglaublich heiß in Deutschland ist: Wir Deutschen hängen viel zu sehr an unseren Babies und Autos, um so etwas zu tun.

Wenn einer eine Reise tut…

…dann können die Leute am Flughafen etwas erleben. Zum Beispiel die Zöllner an der Handgepäckkontrolle am Flughafen von Sharjah, einem der sieben Emirate. Die müssen sich die Augen mehr als einmal gerieben haben bei dem Bild, das da vor ihnen auf dem Bildschirm auftauchte. Die Röntgenmaschine am Ausgang des Flughafens zeigte doch tatsächlich die Umrisse eines Babys.

Ein Mann und eine Frau aus Ägypten wurden sofort festgenommen, nachdem die Zöllner die wertvolle Fracht, die die beiden in ihrem Handgepäck versteckt hatten, entdeckten. Gegen beide wurde Anklage erhoben. Was mit dem einjährigen Jungen geschah ist unklar. Klar dagegen ist, dass er keinerlei Papiere hatte. Weder einen ägyptischen Pass noch ein Visum für die UAE. Da anzunehmen ist, dass er auch kein Flugticket hatte, fragt man sich, wo war der arme, kleine Kerl während der Reise? Und wie haben die Eltern ihn überhaupt ins Flugzeug gekriegt? Laut Zeitungsbericht hatten beide Eltern Pässe und gültige Visa für die Emirate, warum sie ihren Sohn ohne Dokumente in der Handtasche schmuggeln wollten, ist bislang ihr Geheimnis.