Vorweihnachtliche Großzügigkeit

Heute am Strand. Die Kinder bauen Sandburgen oder genauer gesagt – wir befinden uns immerhin im Jahr 2014 – sie bauen eine Sand-Hotelanlage mit Wellness-Bereich.

Kind Eins höflich zu Kind Zwei: „Du, darf ich was von deinem Sand haben?“

Kind Zwei ebenso höflich zurück: „Klar, nimm so viel du willst.“

Hoffentlich hat der Weihnachtsmann das mitgekriegt.

Das unlösbare Muschel-Rätsel

Es wird Herbst in Dubai. Das heißt, die Temperaturen übersteigen nur noch selten die 35 Grad-Marke, am Morgen ist es angenehm „kühl“ und der Hundespaziergang kein ungewollter Sauna-Gang mehr. Endlich weiß man wieder, warum man hier so gerne lebt.

Was bietet sich bei solch herrlichem Wetter mehr als ein Nachmittag am Strand an?
Wohlgelaunt brachen die Kinder und ich am gestrigen Samstag auf – um mitten in einem unlösbaren Rätsel zu enden. Kaum waren wir am Strand angekommen zückten die Mädels ihre mitgebrachten Eimer, um Muscheln zu sammeln. Und um kurz darauf schreiend zu mir zurückzukommen.

„Mama!“, kreischte Tochter Eins eindringlich, „du musst sofort kommen, wir haben die coolste Muschel jemals gefunden!“

Gähn. Ich liebe meine Kinder wirklich, aber ihre Superlative können mich schon lange nicht mehr vom Hocker reißen.

„Und warum hast du sie dann nicht in den Eimer gepackt und hergebracht?“, frage ich in einem – wie ich schon weiß sinnlosen – Versuch nicht von meinem Handtuch aufstehen zu müssen.

„Weil die so glitschig war.“ Weiterlesen

„ob“ die Freundin es wirklich nicht gesehen hat?

Ferienzeit in Dubai heißt Strandzeit. Nirgends kann man seine Kinder besser und kostengünstiger stundenlang glücklich machen, als am öffentlichen Strand in Dubai. Gesagt getan, ich breche mit einer Freundin und insgesamt drei kichernden, weil glücklichen, Mädchen zum Strand auf.

Schnell ist das Pop-Up-Zelt zum Sonnenschutz aufgebaut (über das Abbauen schweige ich mich an dieser Stelle aus) und während die Mütter zufrieden auf ihren Strandstühlen ruhen, spielen die Kinder im Sand.

Dann kommt sie. Sie ist höchsten 20 und damit schon mal prinzipiell zu verabscheuen. Sie hat dazu aber auch noch eine nette Bikini-Figur, ultra-lange, schwarze, üppige Haare, einen nicht minder üppigen Vorbau und ein hübsches Gesicht. Eine ganz ansehnliche, aber eher normale Freundin hat sie auch dabei. Weiterlesen

Ab auf die Insel!

Häuser, alte Babysachen, ungenutzte Fitnessgeräte, Möbel, Standmixer, die Malediven – all das kann man bei dubizzle.com, einer populären Internetverkaufsseite in den Emiraten, erstehen. Halt Stopp! Die Malediven? Ja, genau, die Malediven werden auf der Seite auch angeboten – für stolze 48 Millionen AED (rund 10 Mio. Euro). Weiterlesen

Das dreckige Kamel und das Meer

Das dreckige Kamel und das Meer – so könnte man eine Geschichte mit sehr traurigem Ausgang nennen, die sich an einem Strand in Sharjah, einem Nachbaremirat von Dubai, abgespielt hat.

Einem Emirati war die Körperhygiene seines Kamels ein Dorn im Auge, also beschloss er, das Kamel braucht ein Bad. Nun verfügt das gewöhnliche Haus selbst in den Emiraten meist nicht über eine eingebaute Kameldusche und so brachte der Mann sein Tier mit Hilfe von drei Angestellten zum Strand, wo es ein Bad im Meer nehmen sollte. Weiterlesen

Die Geister bleiben doch lieber…

Ich bin des Öfteren fest überzeugt, dass alternativ eines meiner Kinder, der Hund oder der dicke, schwarze Kater von bösen Geistern besessen ist, deren einziger Lebensinhalt darin besteht, mich in den Wahnsinn zu treiben.

Dank eines Zeitungsberichts weiß ich nun, dass ich nicht allein bin – die bösen Geister haben es nicht nur auf mich und meine Familie abgesehen. Noch dazu weiß ich, dass Geisteraustreiber offensichtlich deutlich böser sind, als die Geister und man diese daher lieber genau da lässt wo sind. Weiterlesen

I love Dubai!

Ich werde oft gefragt, wie ich es in Dubai nur aushalten kann? Ich frage dann manchmal zurück, wie man es in Deutschland nur aushalten kann? Oder in England. Oder Amerika oder sonst wo?

Jeder Ort auf der Welt hat seine Vor- und seine Nachteile. Man muss nur für sich selber herausfinden, was überwiegt. Ich befürchte allerdings, dass ich nicht ganz unschuldig an den Dubai-Nachfragen bin. Meistens erzähle oder schreibe ich in meinem Blog über Dinge, die komisch, ausgefallen, unglaublich oder schrecklich und damit interessant sind. Wenn ich über alles, was ganz normal in Dubai ist schreiben würde, würde wahrscheinlich keiner mitlesen. Oder wenn ich die ganze Zeit schwärmen würde, wie toll mein Leben hier doch ist.

Da ich sehr gerne in Dubai lebe, hier mal ein Teil dessen, was mir spontan einfällt, warum ich diese Stadt und mein Leben hier liebe:

–  Jeden Morgen, wenn ich aufstehe lacht die Sonne am Himmel und die Vögel zwitschern.

–  Die Zeit von Ende Oktober bis Mitte Mai, wenn das Wetter herrlich ist. Um die 25 bis 30 Grad tagsüber, acht bis neun Grad morgens, die Freizeitaktivitäten im Freien sind unbegrenzt und werden nur sehr, sehr selten von Regen gestört

– Die Palme im Garten, die mittlerweile so groß ist, dass einer der Palmwedel direkt vor meinem Schlafzimmerfenster im ersten Stock hängt und die unzähligen Datteln, die sie jeden Sommer trägt – Den Duft der Frangipani-Bäume im Garten

– Die Bougainvillea, die ich vor acht Jahren von einer Freundin bekommen habe und die seitdem in ihrem Topf nonstop blüht

– Die Bananenpflanze vor unserem Haus, an der mehrere Stauden Bananen hängen und den Mango-Baum, den ich immer beim Hundespaziergang sehe, an dem zur Zeit unzählige reife Mangos hängen

– Die Sonnenuntergänge. Besonders wenn ich im Auto sitze und die Sonne wie ein dicker, roter Ball über der unglaublichen Skyline von Dubai untergeht.

– Oder die nächtliche Skyline von Dubai, wenn ich Abends ausgehe und vom Taxi-Fenster aus Millionen Lichter glitzern sehe

– Die absolute Stille in der Wüste, wenn ich mit dem Hund dort spazieren gehe und dass plötzlich hinter einer Düne eine ganze Kamelherde oder eine Antilope auftauchen

–  Wenn man eine Wüstentour macht und so mit dem Auto steckenbleibt, dass man denkt, man muss das Auto für immer da lassen und dann kommen ein paar Emiratis vorbei, die ohne zu zögern, das Auto befreien und dabei unglaublich nett sind

– Die Supermärkte, nicht weil sie so sauber sind, sondern weil ich Abends um halb Zehn noch meinen Wocheneinkauf machen kann. Und das sieben Tage die Woche.

– Wenn ich in der Abenddämmerung zu den Geschäften, die sich  in der Mitte der Wohnanlage befinden, fahre, die Mosche bereits hell erleuchtet ist und der Muezzin zum Gebet ruft, das ist ein echtes Stück 1000 und 1 Nacht

– Wenn ich im Auto an der Ampel stehe und im Wagen neben mir Sitz Scheich Mohammed vollkommen allein, ohne Bodyguards oder Begleitfahrzeug und lächelt freundlich, wenn er aufblickt. Der „Ruler of Dubai“ ist übrigens bekannt dafür, dass er öfter mal alleine in die Mall geht oder Metro fährt und mit den Menschen spricht. Einfach so, keine Reporter, Bodyguards oder ähnliches dabei.

– Dass ich mal in den Sommerferien vergessen habe, die Haustür abzuschließen und nichts geklaut wurde

– Dass die Maid unserer Nachbarn, obwohl sie alleinstehend ist, kaum Geld und vier Kinder in den Philippinen zu versorgen hat, für meine Tochter Frühlingsrollen mit Fleischfüllung gemacht hat, weil sie gehört hatte, dass die Kleine im Krankenhaus war

– Dass die Gärtner für meine Tochter ungefragt ein pinkes Blumenbeet in Herzform angelegt haben

– Wenn ich mit meinem Hund die kleine Runde durch den Park vor unserer Tür mache, die eigentlich nur 20 Minuten dauert, aber trotzdem eine geschlagene Stunde brauche, weil ich ständig jemand treffe, mit dem ich ein Schwätzchen halte.

– Die Tatsache, dass ich meine Kinder zu jeder Zeit überall hin mitnehmen kann, egal wie schlecht sie sich gerade benehmen und niemand sagt ein Wort. Im Gegenteil, wir werden angelächelt und wenn man in einer Behörde anstehen muss, ist es selbstverständlich, dass man vorgelassen wird, wenn man Kinder dabei hat. Das gilt überall, außer im deutschen Konsulat natürlich..;-)

– Dass ich an der Strandbar des Atlantis-Hotels (einem der teuersten Dubais) jeden Donnerstag Abend bei der Ladies Night drei Gläser Sekt umsonst trinken kann und wenn ich es wirklich darauf anlege, ohne einen Pfennig zu zahlen, nach Hause gehen kann

– Dass ich Gemüse und Produkte aus der Region für wenige Cents kaufen kann

– Den Blick auf das Burj Al Arab, das Jumeirah Beach Hotel, das Meer und in der Entfernung die große Moschee wenn ich nach Jumeirah reinfahre

– Dass ich ein Photo meiner Tochter vor dem höchsten Haus der Welt habe, als das noch ganze 20 Geschosse hoch war

– Dass man jeden Tag miterlebt, wie Dubai ein kleines Stück weiter wächst

– Dass in die Schule meiner Töchter 1250 Kinder gehen, die 85 verschiedene Nationalitäten haben und kein Mensch regt sich darüber auf. Und nein, nicht alle Kinder sprechen am ersten Tag des Schuljahres perfekt oder überhaupt Englisch – aber am letzten.

– Dass ich viele Freunde hier habe aus vielen verschiedenen Kulturen

– Das indische Essen, dass es hier überall in toller Qualität gibt

– Frischen Hommus mit arabischem Brot, den es an jeder Ecke gibt

– Dass nichts in Dubai unmöglich ist Ich könnte die Liste noch ewig fortsetzten, aber vielleicht mache ich lieber eine Reihe draus, bevor es doch noch langweilig wird.

Lauter Lügner?!

Der Sommer in Dubai ist da und damit auch die immer wiederkehrende Frage: Bikini oder kein Bikini? Mit Interesse las ich entsprechend – gemütlich auf einer Liege am Pool ruhend – einen kleinen Artikel in einem Magazin über die besten Nahrungsmittel für die Bikini-Figur. Dann schaute ich verblüfft an mir herunter.

Ich esse – fast täglich – alle der in dem Bericht aufgeführten Lebensmittel: Paprika, Pfefferminz, Salat, Yoghurt, Vollkornbrot, Olivenöl, Äpfel, Eier, Mandeln, Lachs und Broccoli.

Und trotzdem trage ich ausschließlich Badeanzug – aus gutem Grund. Ich bin nicht so richtig fett, aber besonders um die Bauchgegend herum ein wenig, sagen wir mal, weich. Ein Blick in den Spiegel und ich weiß: Bikini lieber nicht.

Wer lügt hier also? Der Spiegel, das miese, kleine Biest, der mich dicker aussehen lässt als ich bin? Oder wollte da wieder mal so ein Schreiberling schnelles Geld mit dem Frauenwunsch nach der Bikini-Figur machen?

Oder hat die Tatsache, dass ich keine Bikini-Figur habe, etwa etwas damit zu tun, dass ich meine Paprika auf Pizza, den Yoghurt nur vollfett, den Broccoli und die Eier im Sahneauflauf und die Mandeln und Äpfel vorwiegend als Bestandteil von Kuchen zu mir nehme? Am besten esse ich ein Stück Pfefferminzschokolade während ich darüber nachdenke.